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Istikâmet, Aufrichtigkeit - 24. Januar 2020/29. Cemâziyelewwel 1441

Liebe Muslime,

unser Thema heute ist ISTIKÂMET.

Nach dem Wörterbuch bedeutet Istikâmet Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Die Ulemâ, also die Gelehrten der Ahl as-Sunna wa l-Dschemâa, definieren Istikâmet als Einhaltung unseres Eides gegenüber Allâh als ER uns fragte “Elestü birabbiküm – bin Ich nicht euer Rabb, euer Herr?“ und wir antworteten „Belâ, ja Du bist unser Rabb!“. In dem wir diesen Eid ablegten, versprachen wir in Itikâd und in Amel, im alltäglichen Benehmen und mit unserem Wort, also sowohl in islamischen als auch in weltlichen Angelegenheiten, weder in das eine noch in das andere Extrem zu verfallen. Darüber hinaus mit größtmöglicher Sorgfalt den Weg der Nabis, der Siddiq, der Schahid und der Sâlih zu gehen.  

Dschenab-ı Hakk gebietet in der Sûre Hûd Rasûlullâh (s.a.w.) höchtpersönlich dies: “Handle Du darum aufrichtig, so wie Dir befohlen worden ist.”

Ein ehrliches und aufrichtiges Leben im Rahmen der vorgegebenen Grenzen und genauso wie es befohlen wurde, zu führen, bedarf wahrlich ein Höchstmaß an Ernsthaftigkeit, Feingefühl und Hingabe. Es gibt keinen anderen Weg zu Allâh als durch Istikâmet, weswegen sie in allen Belangen eine sehr hohe und erstrebenswerte Eigenschaft und Position ist. Auch gibt es kein anderes Gebot Allâhs, dass mehr Bürde hätte und schwieriger wäre. Die Istikâmet die Rasûlullâh (s.a.w.) mit dieser Ayet-i Dschelile befohlen wurde, erstreckt sich auch auf seine Ümma, also uns. Denn im weiteren Verlauf heißt es “  und auch jene (sollen aufrichtig sein), die mit Dir zusammen Reue gezeigt haben. Und überschreitet die Grenzen nicht. Wahrlich, Er ist dessen ansichtig, was ihr tut.”

 

Ebu Amr Süfyan Ibn Abdullah (r.a.) erzählt folgendes: “Ich fragte den Gesandten Allâhs: O Rasulullâh! Erkläre mir den Islam so, dass ich nie mehr das Bedürfnis verspüren muß, jemand anderen danach zu fragen. Rasûlullâh (s.a.w) sprach daraufhin: “So sprich ‘Ich glaube an Allâh’ und sei dann aufrichtig.

 

Wer aus tiefstem Herzen an Hazret Allâh glaubt und anschließend gemäß den Anforderungen dieses Îmâns Aufrichtigkeit lebt, sowohl in seinen Worten als auch in seinen Taten ehrlich und aufrichtig ist und sich von List und Täuschung fernhält, dem bereitet Allâh Teâlâ wahrlich außergewöhnliche Gaben vor. So heißt es im Kur’ân-ı Kerîm: “Wahrlich, diejenigen, die sagen: “Unser Herr ist Allah.”, und sich dann aufrichtig verhalten - zu ihnen steigen die Engel herab (und sprechen): ‚Fürchtet euch nicht, seid nicht traurig und freut euch über die Dschennet, die euch versprochen wurde. Wir sind euer Freund, sowohl im Leben auf dieser Welt als auch in der Âhiret. In ihr habt ihr alles, was ihr euch  wünscht und in ihr habt ihr alles, wonach ihr verlangt. Dies ist eine Gabe von einem Vergebenden und Barmherzigen.’“

 

Verehrte Muslime,

            in der Istikamet hat die Ehrlichkeit der Zunge einerseits und die Aufrichtigkeit des Herzens andererseits eine zentrale Bedeutung. Denn das Herz ist das Zentrum aller Organe im Körper des Menschen. Ein Herz voller Aufrichtigkeit und Îmân steht über den anderen Organen und gebietet über sie. Die Zunge ist das Sprachrohr des Herzens. Ihre Aufrichtigkeit oder Falschheit bedeutet unmittelbar Aufrichtigkeit oder Falschheit auch der anderen Organe. So heißt es in einem Hadîsi Scherif “Jeden morgen sprechen alle Organe zur Zunge: Habe Ehrfurcht (vor Allâh) wegen uns allen. Wir alle folgen Dir. Wenn du aufrichtig bist, werden auch wir aufrichtig sein. Wenn Du unaufrichtig bist, werden auch wir unaufrichtig sein müssen.” In einem anderen Hadîsi Scherîf spricht Rasûlullâh (s.a.w.) gar: “Wessen Herz nicht ehrlich und aufrichtig ist, dessen Îmân wird auch nicht ehrlich und aufrichtig sein. Wessen Zunge nicht aufrichtig ist, dessen Herz wird es auch nicht sein.” Für uns Muslime ist dies alles eine unmissverständliche Aufforderung, sowohl in Worten als auch in Taten höchste Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit zu praktizieren.

Der große Gelehrte Süleyman Hilmi Tunahan (k.s.) spricht hierzu folgende Empfehlungen an seine Schüler: “Sei auf dem Wege Allâhs! Sei aufrichtig! Sei ein Mann deines Wortes!

O mein Sohn! Wenn dein Mund redet, sei aufrichtig mit deiner Zunge und in deinem Wort. Breche niemals dein Wort gegenüber denen, die dir vertrauen. Hältst Du dich an deine Worte, so wird es zu einem Wort, das dich in die Dschennet bringt, aber hältst Du dich nicht daran, so wird es zur Glut werden.

Nutze deine Hand aufrichtig. Nutze deine Arme  nicht, um zu schaden, sondern um zu helfen.

Arbeitest Du mit einer Waage, sei aufrichtig im wiegen. Arbeitest Du mit Maßen, so sei aufrichtig in deinen Metern und Litern. Die Aufrichtigkeit des Aufrichtigen strahlt über auf die ganze Familie und Nachkommenschaft und führt sie alle zum Guten.“ 

Ein Leben in Istikamet braucht hohe Aufmerksamkeit und Anstrengung. Trotz allem ist es menschlich, dass man es nicht ganz hinbekommt. Hierzu heißt es in einer Âyeti Kerîme “Begibt euch alle auf den richtigen Weg, der zu Ihm (zu Allâh) führt. Bittet IHN um Vergebung.” Diese Bitte um Vergebung hat mit den Fehlern und Mängeln in der Istikâmet zu tun. So erläutert Rasûlullâh (s.a.w.) die Schwierigkeit aufrichtig zu leben im folgenden Hadîs-i Scherîf: “Zur Gänze könnt ihr es nicht hinbekommen, aber praktiziert (trotzdem) Aufrichtigkeit.” Er fordert damit aber gleichzeitig die Muslime auf, trotz aller Hindernisse niemals den Weg der Aufrichtigkeit zu verlassen. Denn wie heißt es noch in dem berühmten islamischen Leitsatz “Mâ lâ yüdrekü külluhû lâ yütrekü külluhû”: Auch wenn man etwas nicht völlig erreicht, so soll man deswegen es nicht völlig aufgeben. Denn Istikamet nach dem Îmân, ist die Basis für ewig währendes Glück.

KRM - Pressemitteilungen

MENSCHEN MACHEN HEIMAT/EN : TAG DER OFFENEN MOSCHEEN am 3. OKTOBER

Köln, 01.10.2019: Der Tag der offenen Moschee (TOM) am 3. Oktober steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Menschen machen Heimat/en“. Was ist „Heimat“? Ist sie nur der Ort, an dem wir unsere Kindheit und Jugend verbracht haben, wo unsere Familie, unsere Freunde leben? Für die einen ist Heimat das Land, aus dem die Eltern oder Großeltern stammen. Für andere ist Heimat überall dort, wo man sich zu Hause fühlt. Für manche ist Heimat eher spirituell und ein Ort, mit dem sie sich durch ihren Glauben verbunden fühlen.

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