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21. Juli 2017 / 27. Şevval 1438 - Islamische Edeb und islamische

Hutbe

Verehrte Muslime,

von einem Muslim, der Glauben, also Îmân und Sâlih Amel in Ehren hält, wird verlangt, dass er sich an die Edeb, die islamisch definierten guten Sitten hält. “Mich hat mein Rabb und Allâh erzogen, darum hat er auch meinen Umgang schön gemacht.” Dies sind die Worte des Erhabenen Gesandten. Wir als seine Ümmet müssen, ob wir nun unter Leuten sind oder allein, die besten Sitten an den Tag legen. Wie man zu solchen Sitten kommt und einen solchen Stand erreicht, ist keine große Frage. Denn Hazret-i Allâh (c.c.) verkündet uns, dass in Rasûlullâh (s.a.v.) für uns “ein gutes Vorbild” liegt. Wer auf die Rızâ-İlâhi bedacht ist und wer das Glück im Jenseits vor Augen hat, der soll den vorgezeichneten Weg gehen und sich die vorgelebten Eigenschaften zu Eigen machen.

Geschätzte Gläubige,

Einer der weiß, wie kostbar die Zeit ist, sogar die flüchtige Sekunde, der kann und sollte sie nicht sinnlos vertun. In all seinen Angelegenheiten sollte er Ordnung halten und Grundsätze befolgen. Auf keinen Fall sollte er Dinge mit halbem Herzen angehen und Unordnung sein Leben bestimmen lassen. Planung und Vorsorge sollten zum Lebensverständnis eines Muslims gehören. Dazu gehört auch zu wissen, dass Würde und Besonnenheit von Allâh sind, Eile jedoch vom Şeytan.

Um in der Gesellschaft geachtet und respektiert zu werden, sollten wir jede unserer Handlungen wohl überlegen und auf Reinlichkeit und ein gepflegtes Äußeres bedacht sein. Mit einem unordentlichen und unästhetischen Äußeren in der Öffentlichkeit aufzutreten, um tevâzu, also Bescheidenheit zur Schau zu stellen, ist falsch verstandene tevâzu. Wie schön ist in diesem Zusammenhang der Hadis-i Şerif von Rasûlullâh (s.a.v.): “Tragt eurer bestes Gewand und pflegt euer Reittier; fallt unter den Leuten auf wie ein Muttermal.” Auch sollte man die Regeln des Anstands berherzigen,  wie zum Beispiel den Mund mit der Hand bedecken, wenn  man gähnt; vermeiden zu schmatzen, wenn man isst; oder sich drei Atemzüge Zeit lassen, wenn man ein Trinkgefäß leert; auch das Ausatmen in das Trinkgefäß sollte man tunlichst vermeiden. Um die bereket, also Allâhs Segen und Fülle der Gaben zu erlangen, sollte man mit der rechten Hand geben und nehmen und auch beim Essen und Trinken die Rechte benutzen. Denn der Şeytan verrichtet derlei Dinge mit links. Ihm ein solches Verhalten entgegenzusetzen, bedeutet die Sünnet-i Rasûlullâh zu wahren und zu achten. Wenn man seinen Gästen Tee oder Kaffee reicht oder ein Zimmer betritt und die Anwesenden begrüßt, dann sollte man stets rechts beginnen.

Verehrte Brüder im Islâm,

der Islam erleichtert, erschwert nicht. So sollte auch ein Muslim seinen Glaubensgeschwistern die Dinge erleichtern, statt sie schwerer zu machen. Wir sollten uns dabei den Hadîs-i Şerîf des Gesandten Allâhs (s.a.v.) vor Augen halten: „Sucht die Dinge leichter zu machen, nicht schwerer. Wählt gefällige Worte und vermeidet solche, die abschreckend wirken.“

Menschen die den Îmân verinnerlicht haben, empfinden aufgrund dessen ein tiefes Mitgefühl mit anderen Menschen, Tieren und allen Mitgeschöpfen. Denn sie streben nach dem Geheimnis des Hadis-i ŞerifErweise Barmherzigkeit denen, die auf Erden sind, auf dass dir Barmherzigkeit erwiesen wird von denen, die im Himmel sind.“

Weiterhin sollte ein Muslim einem Glaubensbruder die Zuneigung kundtun, die er für ihn empfindet. Dies entspricht der Sünnet Rasûlullâhs (s.a.v.), der in einem Hadis-i Şerif spricht: „Wenn einer von euch einen Glaubensbruder schätzt, so soll er ihn das wissen lassen. Denn solch ein Verhalten ist besser für das (soziale) Zusammenwachsen und bringt mehr Beständigkeit in die Zuneigung zueinander.“

Liebe Muslime,

ich habe versucht, ein wenig überblickshaft einige Edep oder Formen der guten Sitte im Islam darzustellen. Ein Muslim ist aufgerufen, solche guten Sitten zu erlernen und zu entwickeln, sie in seinem Leben zu verwirklichen und auch seine Kinder in ihrem Sinn zu erziehen. Rasûlullâh (s.a.v.) spricht dazu “Beschenkt eure Kinder, verschönert ihre Edeb, ihr Benehmen und guten Sitten.”

KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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