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17. August 2018 - Islamisch-rechtliche Grundlagen des Kurban (06. Zilhicce 1439)

Geschätzte Muslime!

Die Wurzel des Wortes Kurban bedeutet wörtlich übersetzt “nahe sein”, “näher kommen”. Nach islamischem Verständnis ist der Kurban die Opferung bestimmter Tiere zu bestimmten Tagen, in der Absicht, die Rıza´i Ilâhî, das Wohlwollen und die Nähe Allâhs zu erlangen. Hierbei handelt es sich also um eine Mâl-î İbâdet, eine Form der Anbetung Allâhs, die eine Geldaufwendung erforderlich macht. Der Kurban ist keine später zum Islam hinzugekommene Tradition. Sie ist vielmehr eine Ibadet, die auf dem Kur´an-ı Kerim und auf der Sünnet von Rasûlullâh (s.a.v.) beruht. Wie die Zekat ist es im zweiten Jahr nach der Hicret von Allâh eingesetzt worden. Nach der hanefitischen Rechtsschule ist es vacib, das heißt eine unerlässliche Pflicht. Imam Malik und Imam Şafii sehen es als Sünnet-i Muekkede an. Dazu muss man wissen, dass als Sünnet-i Muekkede eine Gewohnheit Resûlullâhs bezeichnet wird, die er im allgemeinen gemacht und nur ganz wenige Male ausgesetzt hat.

Der Kurban ist eine wichtige Ibâdet. Um sie gemäß der islamisch-rechtlichen Grundlagen zur vollsten Zufriedenheit zu vollführen, ist man als Muslim angehalten sich so gut wie möglich über diese Thematik zu informieren und danach sich dementsprechend zu verhalten.

 

Cenâb-ı Hakk spricht in der Sûre-i Kevser in der zweiten Âyet “Verrichte den Namaz für Deinen Rabb (Allâh), opfere ein Kurban-Tier!”   In der Ayet-i Kerime wird ausdrücklich die Befehlsform “Venhar!” verwendet, was “Opfere ein Kurban-Tier!” bedeutet. Hierzu spricht Rasûlullâh (s.a.v.) in einem Hadis-i Şerif: “Wer finanziell dazu imstande ist und trotzdem keinen Kurban macht, der soll sich von unserer Moschee fernhalten.”

 

Kurban ist Pflicht für jeden Mann und jede Frau, die bei Sinnen, volljährig, an einem festen Orte ansässig und reich genug sind, um ein Opfertier erstehen zu können. Ein mittelloser Mensch zum Beispiel, der an einem der Kurban-Tage an ausreichend Geld für ein Opfertier kommt, muss das Opfer verrichten (also Kurban machen). Nach Imam Azam und seinem berühmten Schüler Imam Ebu Yusuf ist es noch nicht einmal erforderlich, volljährig und bei Sinnen zu sein, um als opferpflichtig zu gelten. Das heißt, die Eltern eines wohlhabenden Kindes sind verpflichtet für dieses Kind Kurban zu machen.

 

Es hängt sehr von der Ihlas, der Hingabe eines Menschen ab, ob sein Opfer von Allâhu Teâlâ angenommen wird und ob seine Taten und Werke Allâhs Wohlwollen finden. Wenn wir nicht um Hingabe, also Ihlâs bemüht sind, wird uns das Opfer in der Âhiret, also im Leben nach dem Tode keinen Nutzen bringen. Allahü Teala spricht in Âyet 37 (siebenunddreißig) der Sûre Hac über die Opfertiere: “Nicht ihr Fleisch, auch nicht ihr Blut erreichen Allâh, sondern die Takvâ (die Ehrfurcht vor Allâh) ist es, die von euch zu IHM gelangt.”

 

Verehrte Brüder im Islâm!

 

Ich habe hier versucht, kurz und bündig zu erklären, was der Kurban ist. Die Aufgabe eines Mü´min, eines praktizierenden Muslims, ist es demnach Wege und Mittel zu suchen, um das Opfer zu verrichten und nicht ihm aus dem Wege zu gehen. Denn der Kurban ist für unser maddi und manevî, also materielles und geistig-spirituelles Leben von größter Bedeutung.

 

Die Evliyâullâh sind diesem Thema sehr sorgfältig nachgegangen und sie haben erklärt, dass man das Geheimnis der Ism-i Azam, also des erhabensten Namens Allahs nicht nur im Kur´an-ı Kerim, sondern auch in der Opferhandlung suchen muss. Sie haben viele Male auf die Wichtigkeit des Kurban hingewiesen und hervorgehoben, dass es für das folgende Jahr einen geistig-spirituellen Schutz für die Gesundheit und das Wohlergehen des Opfernden bedeutet. Notfalls sollte man sich Geld leihen, um das Opfer zu verrichten und die Summe in Jahresfrist zurückzahlen.

Wie glücklich sind die Menschen, die es verstehen, jene Liebe und Sorgfalt zu beweisen, die man braucht, um diese Kurban-Ibadet richtig zu vollführen...

KRM - Pressemitteilungen

Gründung einer Christlich-Muslimischen Friedensinitiative - CMFI

Pressemitteilung zur Gründung einer Christlich-Muslimischen Friedensinitiative - CMFI   Christliche und muslimische Vereinigungen auf Bundesebene haben im März 2018 in Köln eine Christlich-Muslimische Friedensinitiative gegründet mit dem Ziel, ein Friedensnetzwerk der Religionen zu fördern. Einzige Voraussetzung für die Mitwirkung ist die Bereitschaft zu Dialog und Zusammenarbeit.

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