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Vom Tode und Jenseits 15. Zilhicce 1440 (16. August 2019)

 

Liebe Geschwister,

 

es gibt Dinge auf der Welt, die nur einen Teil der Menschen betreffen und die andern nicht. Und es gibt Dinge, die jeden von uns angehen. Der Tod, dem niemand entgeht, gehört zu der zweiten Gruppe. Angesichts dessen macht sich jeder irgendwann Gedanken darüber, was nach dem Tode geschehen wird.  

 

Der Drang zum Leben und der Wunsch nach Unsterblichkeit liegt in der menschlichen Natur. In der Regel fällt es uns nicht leicht, unser gewohntes Umfeld zu verlassen. Daher wünscht sich auch keiner den Tod und der Abschied von dieser Welt fällt uns allen schwer. Ein Muslim sollte sich Dingen zuwenden, die für ihn heilsam und gut sind, und so sollte er seinen Blick auch auf das Leben nach dem Tode richten, das von ewiger Dauer ist. Denn unser Leben auf dieser Welt ist vergänglich und flüchtig.

 

Der Tod ereilt früher oder später jedes lebendige Wesen. Daher sollten wir mit Sorgfalt bedenken, was uns danach erwartet.

Das Leben nach dem Tode ist eine Angelegenheit jenseits des naturwissenschaftlich erklärbaren und daher auch nicht allein durch den Verstand zu begreifen. Nur im Lichte der Vahiy, also der Offenbarung ist der Tod zu verstehen - und es ist geboten die Wahrheiten, die uns durch Allâh und seinen Rasûl (s.a.v.) gegeben wurden zweifelsrei zu akzeptieren.

Menschen die ein ehrliches und aufrichtiges Verhältnis zu Allâhü Teâlâ haben, ist der Tod kein Grund für Furcht und Angst. Denn Rasûlullâh (s.a.v.) spricht: “Der Tod ist die Brücke, die den Freund mit dem Freund verbindet.” Der Tod geschieht nur am materiellen Körper. Die Rûh, also die Seelen sterben nicht. Jeder Mensch wird seinen Îmân und seine Amel, das heisst seinen Taten gemäß behandelt. So heißt es in einem Hadis-i Şerif: “Das Grab ist entweder ein Garten von den Gärten der Cennet oder eine Grube von den Gruben der Cehennem.” Dieser Hadîs ist ein klares Zeichen dafür, dass mit dem Tod ein neues Leben beginnt.

Nach dem Tod gibt es die Befragung durch zwei Münker und Nekir genannte Engel. Mit dem Eintritt der Kiyâmet werden auch die Rûh, also die Seelen ihren Tod finden und später durch die unendliche Macht Allâhs wieder zu Leben erweckt werden und in einer anderen Körperform an dem Mahşer genannten Ort vor Allâh treten.

Nach langer Wartezeit am Mahşer, wird jeder einzelne Mensch für alle seine Taten auf der Welt Rechenschaft ablegen. Wer von dieser Welt ohne Îmân gegangen ist, dessen letzte Haltestelle wird die Cehennem sein. Wer hingegen seinen Îmân retten konnte und viel Hayr, also bei Allâh wertvolle Taten, gemacht hat, gelangt in die Cennet. Wessen Sünden überwiegen, der wird zuerst in Höhe seiner Verfehlungen in der Cehennem bestraft und gelangt anschließend für ewig in die Cennet. 

Wenn wir uns vorstellen welche Vorkehrungen wir gar für eine Tagesreise machen, ist es da nicht das Ergebnis von geistiger Trägheit und Ignoranz gegenüber Allâh, wenn wir für die Reise in die Ewigkeit gar keine Vorkehrungen treffen? 

 

Liebe Muslime,

in der eingangs rezitierten Âyet-i Kerîme heisst es: Es ist Allah, “der Tod und Leben erschaffen hat, auf dass Er euch prüfe, wer unter euch die besseren Werke tut. Und er ist der Erhabene, der Allvergebende.”  Im Bewußtsein für den Grund unseres Daseins sollte es für uns Muslime pflicht sein, die uns geschenkte Lebenszeit für die Vorbereitung auf das ewige Leben zu verwenden.  

Mit diesen Worten eines muslimischen Dichters beende ich meine heutige Hutbe:

 “O Sohn Adems, weinend bist du auf die Welt gekommen, während die andern vergnügt waren und lachten. Lebe so, dass du sie lachend und vergnügt verlässt, während die anderen weinen.”

KRM - Pressemitteilungen

Glaube beheimatet und öffnet: EKD und KRM erteilen Hass und Hetze eine Absage

Jährliches Spitzentreffen zwischen evangelischer Kirche und Koordinationsrat der Muslime in München, 03.07.2019- Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) sind am Mittwoch in München zu ihrem jährlichen Gespräch zusammengekommen. Im Mittelpunkt stand dabei das Thema „Religiöse Heimat und Identität“.

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