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Die Würde des Menschen - 15. März 2019/08. Redscheb 1440

Liebe Muslime!

 

in meiner heutigen Hutbe möchte ich zu euch über den Menschen an sich und über die Würde des Menschen sprechen.

 

Allah Teala hat den Menschen als eschrefi mahlukat, als edelste unter allen Geschöpfen in der besten Art und Weise erschaffen und ihn gegenüber den anderen Wesen begünstigt. Zudem hat Er ihm Würde verliehen, so Sure 17, Vers 70:

 

Und wahrlich, Wir haben den Kindern Adems Würde verliehen, haben sie über Land und Meer getragen, sie mit guten Dingen versorgt und haben sie gegenüber vielen, die wir erschaffen haben, stark begünstigt.

 

Der Mensch ist etwas Besonderes. Er besteht nicht nur aus Fleisch und Blut, sondern er besitzt auch eine Seele. Hz. Ali (k.w.) beschrieb diese faszinierende Kreatur mit den Worten: “Meinst du etwa, dass du aus einer winzigen Masse bestehst. Du verkörperst in dir das gesamte Universum.”

 

Mit der Würde ist zugleich Verantwortung gegenüber der Schöpfung verbunden.  Der Mensch hat die Freiheit, zu bestimmen,  was er tut und unterlässt, sollte jedoch verantwortungsvoll mit seinem freien Willensakt umgehen. Er sollte sich dessen bewusst sein, dass er eines Tages für das, was er getan hat, von seinem Schöpfer zur Rechenschaft gezogen wird.

 

Verehrte Muslime!

Der Mensch darf nicht auf sein Äußeres oder seine soziale Stellung reduziert werden. Äußeres und Äußerlichkeiten, Armut und Reichtum sind keine Attribute, die einen Menschen vor Allah Teala auszeichnen. Rasse, Abstammung, Hautfarbe und Sprache gehören lediglich zu den Zeichen Allah Tealas wie es in der Sure er-Rum in Ayet 22 ausdrücklich betont wird.

 

Ob jemand Türke, Araber, Deutscher oder anderer Herkunft ist, ob er weiss oder schwarz ist, ist unerheblich. Kein Mensch hat die Entscheidungsgewalt über seine Abstammung, Rasse oder Hautfarbe. Dies ist außerhalb seines Wirkungsbereiches und daher kein Grund, um daraus Wertigkeit zu schöpfen oder deswegen getadelt zu werden. Erinnern wir uns daran, dass Rasulullah (s.a.w) den großen Sahabi Ebu Zerr el-Giffari rügte, als dieser den schwarzen Muezzin Bilal el-Habeschi abfällig mit “Du Sohn der Schwarzen Frau” beschimpte.

Bilal beklagte sich beim Propheten und sagte: “O Rasulullah, müssen wir immer noch auch im Islam wegen unserer Rasse getadelt werden.”

 Darauf hin sprach Rasulullah (s.a.w.) zu Ebu Zerr: O Ebu Zerr! Du hast immer noch (den Geruch) der Dschahiliya, (der Ignoranz) in dir. “

 

Liebe Muslime,

In seiner Abschiedspredigt hat Rasûlullâh (s.a.w.) die Gleichheit der Menschen mit folgenden goldenen Worten verewigt:

 

“Oh ihr Menschen! Euer Rabb, ist  ein einziger und euer Vater ist eins. Ihr alle gehört zu Adem und Adem ist aus Erde. Der Angesehenste unter euch bei Allah ist derjenige, der am ehrfürchtigsten ist. Ein Araber hat kein Vorzug gegenüber einem Nichtaraber. Noch ist ein (Weißer) besser als ein Schwarzer oder ein Schwarzer besser als ein (Weißer), außer durch Gottesfürchtigkeit.”

 

Achten wir darauf, dass uns die schlechten Gepflogenheiten der Dschahiliye nicht einholen, in der meistens stammesgebundene Werte und Fanatismus ausschlaggebend waren.  Wertigkeit, Vorzüglichkeit und Tugenden wurden mit anderen Maßstäben gemessen wie Rasse, Reichtum und anderes mehr. Leider sind auch heutzutage Gewonheiten der Dschahiliyye, die der Würde des Menschen widersprechen wie Rassismus und Diskriminierung vielerorts allgegenwärtig. Lasst uns unter anderem an Wochen wie den aktuellen “Internationalen Wochen gegen Rassismus” ein Zeichen setzen und festhalten an den Worten und Taten unseres Propheten (s.a.w.) und immer wieder ins Gedächtnis rufen,  dass Rassismus, Hass und Überlegenheitwahn keinen Platz im Islam haben.

 

In diesem Sinne möchte ich meine Hutbe mit dem wegweisenden Ayet 13 der Sure al-Hudschurat beenden:

“O ihr Menschen, Wir haben euch von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt. Wahrlich, der Angesehenste von euch bei Allah ist der Gottesfürchtigste unter euch. Wahrlich, Allah ist Allwissend und Allkundig.”

KRM - Pressemitteilungen

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