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Aktuelle Freitagspredigt

Die Bedetung der Hutbe beim Freitagsgebet- 09. November 2018 / 01. Rabiulawwal 1440

Verehrte Muslime,

 

die durchdachte und überzeugende Vermittlung von Gedanken und Wissen nennt man Hitâbet, im Deutschen Rhetorik. Die Menschen haben diese Redekunst in erster Linie von den Propheten erlernt. Daher sollte sie wissenschaftlich und gedanklich gut organisiert sein und eine Botschaft enthalten. Eine Hitâbet kann ein religiöses,  rechtliches, militärisches, politisches oder diplomatisches Thema behandeln. Die wichtigste Hitâbet unter allen sind zweifellos die religiösen Freitags- und Festagsansprachen. Sie erfordern die meiste Aufmerksamkeit. Jemand, der eine Rede von der Stufenkanzel aus hält, wird “Hatip”, und die Rede selber “Hutbe” genannt.

 

 

Liebe Muslime,

 

es ist unbestritten, wie wichtig und wirksam eine kurze und klare Hutbe für die Vermittlung des Islams ist. Im Kur´ân-ı Kerîm spricht Allâh der Erhabene: „Und ermahne, denn die Ermahnung nützt den Gläubigen“(1), und „Lade ein zum Weg deines Herrn mit Weisheit und guter Ermahnung.“(2) Der Gesandte Allâhs (s.a.w.) hat während seiner Hidschra nach Medina im Tal von „Ranuna“ das erste Freitagsgebet überhaupt gemeinsam mit seinen Ashâb verrichtet. Seit jenem Freitag pflegte Er bis zu seinem Tode vor dem Freitagsgebet jeweils die „Hutbe“, die Freitagsansprache zu halten. Wäre die Hutbe nicht Farz, also Pflicht, so hätte Er dies durch ein gelegentliches Auslassen deutlich gemacht. 

 

Die Hutbes zu unterschiedlichen Themen, die während eines Jahres an Freitagen und Festen vorgetragen werden, haben für Muslime, alt und jung, vor allem erzieherischen Charakter. Ohne Zweifel trägt die Hutbe dazu bei, die Wahrheit unmittelbar aus der Quelle kennen zu lernen; sie festigt Einheit und Zusammenhalt der Gemeinschaft und fördert die brüderliche Verbundenheit unter den Gläubigen.

 

 

 

Hochgeschätzte Brüder im Islam,

 

Während der Hutbe müssen wir auf einige Dinge achten: Während der Hutbe zu reden oder jemanden zu ermahnen, dass er nicht reden soll, ist Tahrîmen Mekruh, dass heißt, eine verpönte Handlung, die dem Haram sehr nahe ist. Rasûlullâh (s.a.w.) spricht hierzu: “Wenn jemand am Freitag, während der İmâm die Hutbe vorträgt, zu seinem Freund auch nur “Sei Still!”sagt, so ist es ein Fehler.”(3) Das Umherschauen und sich gegenseitig uzu Begrüßen während der Hutbe ist auch nicht gern gesehen. Der Hutbe schenkt man Gehör und Aufmerksamkeit, als wäre man im Gebet selbst.

 

Weiterhin sollte der Zuhörer darauf achten, dass er während der Hutbe keine Salevât-ı Şerîfes ausspricht, wenn der Name des Gesandten Allâhs genannt wird. Nach der Meinung des großen Gelehrten İmâm-ı Ebû Yûsuf darf man jedoch die Salevât im Stillen für sich selber sprechen, sooft der Name des Gesandten Allâhs fällt.(4) Und der Hatip sollte seine Hutbe so anlegen, dass die Gemeinde nicht in die Situation kommt, „Âmin“ sagen zu müssen. Außerdem sollte sobald der İmâm mit der Hutbe begonnen hat weder Nafile-Gebete noch der Sunna-Teil des Freitagsgebetes begonnen werden. In jedem Fall lauscht man der Hutbe aufmerksam und respektvoll zu. Hierzu sagt Muaz bin Enes el-Dschühenî (r.a.), ein Sahâbî, ein Gefährte des Gesandten: “Der Gesandte Allâhs hat es uns untersagt, am Freitag, wenn der İmâm die Hutbe vorträgt, mit nach oben gerichteten Knien und um die Knie geschlungenen Händen zu sitzen.”(5)

 

Es ist von großer Bedeutung, dass wir dem Freitagsgebet und dem Freitag selbst, die zu den wichtigsten Merkmalen unserer erhabenen Religion Islam gehören, mit dem größtmöglichen Respekt begegnen und diesen Tag wachsam verbringen.

KRM - Pressemitteilungen

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