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Der Gebetsruf, Ezan-i Muhammedi - 18 Januar 2019/12. Dschamaziyalawwal 1440

Hochverehrte Muslime,

 

Ezân bedeutet wörtlich i'lâm, das heißt etwas mitteilen, bekannt machen. Als Fachausdruck in der islamischen Lehre ist Ezân der Gebetsruf, der zu bestimmten Zeiten für die Farzgebete mit bestimmten gesegneten Worten laut vorgetragen wird. Derjenige, der den Ezan ausruft wird Müezzin genannt. Der Ezân-ı Muhammedî ist im ersten Jahr der Hidschra eingeführt worden und ist für Männer eine sunna muakkada, die dem wadschib-Charakter gleichkommt. Seine Legitimität erhält der Ezân durch das Kitap, also dem Kur’ân-ı Kerîm einerseits und durch die Sunna Rasûlullâhs andererseits.

 

Es macht keinen Unterschied ob jemand mukîm, also ortsansässig oder seferî, auf Reisen ist, der Ezân ist für einen männlichen Muslim eine Sunna muakkada, also eine starke Sunna Rasûlullâhs sowohl bei der Edâ, also bei der Verrichtung des täglichen Namaz in der vorgegebenen Zeit als auch bei Kazâ, dem nachträglich verrichteten Gebet, darüber hinaus auch beim Freitagsgebet. Auch und vor allem beim rituellen Gebete den man alleine verrichtet, darf weder der Ezân noch die Iqama ausgelassen werden.

Der Ezân wird langsam ausgerufen, gar gesungen und die Iqama schnell und kurzweilig gesprochen. Die Originalsprache des Ezân ist arabisch. Ein Ezan ausgerufen in anderen Sprachen - auch wenn er als solcher erkennbar sein sollte, ist nicht ausreichend und hat keine Bedeutung.

Auch ist es nicht dschâiz, das heißt nicht erlaubt den Ezân vor Eintritt der Gebetszeit auszurufen - gegebenenfalls muss es wiederholt werden. Dafür tragen die Muezzine die Verantwortung. Denn in einem Hadîs-i Şerif in der berühmten Hadîssammlung Tirmizî spricht Rasûlüllâh (s.a.v.): “Der Imam trägt die Verantwortung für das rituelle Gebet der Gemeinschaft und dem Müezzin sind die Gebetszeiten anvertraut.”

Dem Ezân-ı Muhammedî und der Iqama huldigen alle Geschöpfe Allâhs in ihrer eigenen Art. Daher ist es für uns Muslime eine Verpflichtung diesem Gebetsruf mit Respekt und Aufmerksamkeit zuzuhören. Vor allem sollte man die folgenden Punkte besonders beachten:

- Wenn der Ezân oder die Iqama ausgerufen wird, sollte der Zuhörende nach Möglichkeit dem Müezzin leise nachsprechen; ausgenommen bei den Worten “Hayye ale's-salah und Hayye ale'l-felah”, hier soll man die folgende Duâ machen: “Lâ havle ve lâ kuvvete illâ billâhi'l-aliyyi'l-azim.”

 

- Wenn der Ezân gerufen wird soll der Mensch seine Sitzhaltung, sein Gebaren und seine Haltung generell in Ordnung bringen und damit seinen Respekt gegenüber dem Ezân zeigen. Jeder Muslim sollte sich angewöhnen beim Hören des Ezâns mit der Arbeit aufzuhören oder die Beschäftigung ruhen zu lassen und sich in Ehrfurcht und mit offenem Herzen den Worten des Ezâns widmen. Es ist leider eine Tatsache heutzutage, dass viele Muslime sich an diese notwendige Tatsache nicht mehr halten können.

 

- Nach dem Ezân sollte man die bekannte Ezân-Duâ, die mit “Allahümme rabbe hazihi'd-da'veti'ttâmmeh...” beginnt für sich aufsagen. Wer diese Ezân-Duâ spricht, verdient sich – bi iznillâh, mit Erlaubnis des Allmächtigen Schöpfers - die Schefaa, die Fürsprache Rasûlullâhs.

 

Liebe Muslime,

die Worte des Ezân bekräftigen die Einheit Allâh Teâlâs und das darüber hinaus, dass ER Inhaber der vollkommensten Eigenschaften (sıfat-ı kemâl) ist und frei ist von jeglichen fehlerbehafteten Merkmalen und dass IHM kein Scherîk, kein Teilhaber und kein ebenbürtiges Wesen beisteht. Auch wird im Ezân klar und offen die Risâlet, also die Prophetenschaft von Rasûlullâh (s.a.v.) kund getan. Diesen Umstand erklärt der berühmte Gelehrte und Sufimeister İmâm Rabbânî (k.s.) in seinem Werk „Mektûbât-ı Kudsîyye“ folgendermaßen: „Letztendlich ist festzustellen: der Ezân vereint in sich kurz und bündig die essentiellen Kernthemen des Itikâd, also der islamischen Glaubensgrundlagen und des Amel, also der islamisch-religiösen Praxis. Der Ezân ist demnach ein starkes Zeichen, eine starke Alâma des Îmân und des Islâm.“

KRM - Pressemitteilungen

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