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Arbeit gewissenhaft erledigen 22. Zilhicce 1440 (23. August 2019)

Hochverehrte Muslime,

 

Der Islam betrachtet jede nützliche Tätigkeit als eine Form der ibâdet, des Dienstes an Allâh, und er gebietet uns, Arbeit ernst zu nehmen und sie nach bestem Wissen und Gewissen auszuführen.

 

Eine Ibâdet, Tat oder Arbeit gewissenhaft und in ihrer besten Form zu verrichten, und zwar in jedem Bereich des Lebens, dafür haben wir im Islâm einen Namen: Ihsân. Unser geliebter Gesandter (s.a.v.) hat auf die Frage, was denn ihsan sei, geantwortet: „Dass du Allah so dienst, als würdest Du IHN sehen; auch wenn du IHN nicht siehst, so sieht ER doch dich.“ Für uns Muslime bedeutet das, all unsere Tätigkeiten und Arbeiten im Bewusstsein zu verrichten, dass Allâh diese sieht und dass wir sie eines Tages vor IHM verantworten müssen.

 

In einem anderen Hadîs-i Şerif spricht Resûlullâh (s.a.v.): „Es gefällt Allâh Teâlâ wenn ihr eure Arbeit gewissenhaft und sorgfältig verrichtet“, und ermuntert uns damit jede Arbeit und jede Aufgabe ihren Anforderungen entsprechend auszuführen und sie in höchster Qualität bestmöglich abzuliefern.

 

Liebe Muslime,

 

der Islâm mag keine widerwillig verrichteten Tätigkeiten und Arbeiten, sinnloses Herumwerkeln oder lieblose und hingepfuschte Arbeit. Zu den schönsten Geboten des Muslimseins zählen Festigkeit in der Îmân, Aufrichtigkeit im Umgang mit anderen, Ehrlichkeit in Handel und Kaufgeschäft, bei der Arbeit auf Qualität bedacht zu sein.

 

Damit aber all diese Dinge möglich sind, muss zuallererst die Niyet, der richtige Vorsatz gegeben sein, und wir müssen die Absicht hegen, unsere Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen ausführen zu wollen. Nur diese Einstellung und die Bereitschaft Fleiß zu zeigen, führt zu Erfolg.

 

Ein Muslim mit reinem Herzen kann sich Einstellungen wie „das Ende der Arbeitszeit abwarten und dann schleunigst nach Hause verschwinden“ nicht zu Eigen machen. Denn er weiß, mit solch einer Einstellung kann er kein Helâl-Erwerb betreiben und weder er selber noch seine Familie können daraus irgendeinen Nutzen ziehen. Die augenfälligste Eigenschaft eines Muslims im Geschäfts- und Arbeitsleben sollte seine Hingabe an die Arbeit und seine Ordentlichkeit sein.

 

Ob Gelehrter oder Wissenschaftler in Lehre und Forschung, ob Händler oder Geschäftsmann im Alltagsgeschäft, ob Beamter im Dienst oder Werktätiger bei der Arbeit:  Jeder ist ohne Unterschied verpflichtet, seine Arbeit nach dem Grundsatz des ihsan zu verrichten, der uns vom Islam ans Herz gelegt wird.

 

In diesem Zusammenhang gibt es noch ein weiteres wichtiges Prinzip im Islâm: die Arbeit oder eine Position soll Sachkundigen in die Hände gelegt werden. Rasûlullâh (s.a.v.) sprach hierzu: „Wenn die Arbeit Leuten überlassen wird, die unfähig sind, dann wartet auf die Kıyâmet, das Ende der Welten.” Das heißt: nur wenn die rechten, sachverständigen Personen eine Aufgabe oder eine Arbeit ausführen, kann sie zum Nutzen aller gereichen - andernfalls entsteht Chaos und Schaden für alle.

 

Liebe Brüder im Islam,

 

unsere Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen zu verrichten, erfordert von uns in erster Linie Uneigennützigkeit und Entschlossenheit. Wir sollten uns vor Augen führen, dass ein zufriedenstellendes Leben die ordnungsgemäße Ausführung unserer Pflichten und Tätigkeiten zur Voraussetzung hat. So spricht Allâh Teâlâ im Kur’ân-ı Kerîm: “Diejenigen, die glauben und Gutes tun - wahrlich, Wir lassen den Lohn derer, die ihre Werke gut verrichten, nicht verloren gehen.”

KRM - Pressemitteilungen

Glaube beheimatet und öffnet: EKD und KRM erteilen Hass und Hetze eine Absage

Jährliches Spitzentreffen zwischen evangelischer Kirche und Koordinationsrat der Muslime in München, 03.07.2019- Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) sind am Mittwoch in München zu ihrem jährlichen Gespräch zusammengekommen. Im Mittelpunkt stand dabei das Thema „Religiöse Heimat und Identität“.

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