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Die Bedeutung des islamischen Grußes - 12. Juli 2019/08. Zilkade 1440

Verehrte Muslime,

 

in meiner Hutbe spreche ich heute über die Bedeutung der gegenseitigen Begrüßung mit dem Grußwort Selâm.

Der Islam hat die Muslime zu Brüdern und Schwestern erklärt und die Fortführung dieser Brüderlichkeit an manche Prinzipien und Handlungen gebunden und an die erste Stelle die gegenseitige Begrüßung mit Selâm gesetzt.

Der Gruß mit dem Selâm vermehrt Zuneigung und Liebe und stärkt das Gefühl der Zusammengehörigkeit unter den Muslimen. Das Wort “Selâm” gehört zu den “schönsten Namen Allâhs”, den “Esmâ-ul’husnâ”.

 Der Gruß mit dem Wort Selâm ist darüber hinaus eine Duâ und eine Bitte an Allâh für ein langes und segensreiches Leben fern von Sorgen und Unheil. ‘Dar’us-selam’ zum Beispiel ist der andere Name der Dschennet, weil dort ein Leben in Frieden fern von jeglichem Unheil herrscht.

Die gegenseitige Begrüßung mit dem Selâm gehört zur Sunna Rasûlullâhs (s.a.w) und wird nur mit den Formulierungen “Selâmün aleyküm” oder “Esselâmü aleyküm” gemacht, da sich hierin das Wort Selâm befindet. Diese Handlung ist gleichzeitig eine Ibâdet, eine gottesdienstliche Handlung.

Ein Mann kam und grüßte Rasûlullâh (s.a.w.) mit den Worten:

-“Esselâmü aleyküm”. Der Gesandte Allâhs antwortete mit “ve aleyküm’üsselam” und ergänzte “Für dich gibt es zehnfache Belohnung”.

Ein anderer grüßte mit:

-“Esselâmü aleyküm ve rahmeuüllahi”. Rasûlullâh (s.a.w.) entgegnete mit “ve aleyküm’üsselam ve rahmetullah” und ergänzte “Für dich gibt es zwanzigfaches Sevab”. Ein dritter grüßte mit:

- “Esselâmü aleyküm ve rahmetullahi ve berakatühü”. Der Gesandte Allâhs (s.a.w.) antwortete ihm mit denselben Worten und sprach weiter “Für dich gibt es dreißigfaches Sevab”.

Der Selâm ist ein sehr guter Anlass um sich kennenzulernen, um Freundschaften zu schließen und damit Zuneigung unter den Menschen und Frieden in der Gesellschaft zu schaffen.

Der islamische Begrüßung ist auch im Kur’an-ı Kerim verankert, so heißt es in der Sûre an-Nisâ in Âyet 86 (sechsundachtzig):

„Und wenn Ihr mit einem Gruß gegrüßt werdet, so grüßt mit einem besseren als ihm oder erwidert ihn (in gleicher Weise). Wahrlich, Allâh führt Rechenschaft über alle Dinge.”

 

Ausgehend von dieser Âyet sind die Ulemâ, also die islamischen Gelehrten zu der einhelligen Auffassung gelangt, dass die Begrüßung mit dem Selâm sunna und die Erwiderung solch eines Grußes farz, also absolute Pflicht ist. Die Begrüßung mit dem Selâm ist sünnet-i kifâye und die Erwiderung ist farz-ı kifâye, das heißt wenn zwei Gruppen von Menschen sich treffen braucht nur einer aus der ersten Gruppe den Selâm zu sprechen. Und wenn aus der zweiten Gruppe nur einer den Selâm erwidert, sind die anderen von der Pflicht befreit. Beide Personen müssen aber so laut sprechen, dass sie klar und deutlich zu verstehen sind.

Die Begrüßung mit dem Selâm sollte gemäß den folgenden Vorgaben und Empfehlungen gemacht werden:

Jemand auf oder in einem Gefährt grüßt denjenigen der zu Fuß unterwegs ist, der Stehende grüßt den Sitzenden, der Jüngere grüßt den Älteren und wer hinten ist, grüßt den, der vorne ist.

Für einen Muslim ist es ein Zeichen von Respekt und Hingabe gegenüber dem Namen Allâhs, wenn er der Begrüßung mit eben diesem Namen „Selâm“ die notwendige Wertschätzung entgegenbringt. Aus diesem Grunde spricht man keinen Selâm, d.h. man grüßt nicht, wenn der Ezân oder der Kâmet gerufen wird, wenn am Freitag die Hutbe vorgetragen wird und wenn in der Moschee eine Predigt stattfindet. Ferner wird es als mekrûh angesehen, folgende Gruppen von Menschen zu grüßen: Betende während des rituellen Gebetes; Rezitierende, die aus dem Kur’ân lesen; Gelehrte, die mit ihren Schülern Unterricht abhalten; Richter im Gerichtssaal; Bettler; Menschen, die sich mit verbotenen Sachen beschäftigen, und jemand der seine Notdurft auf der Toilette erledigt.

 

Die Begrüßung mit dem Selâm führt zu mehr Zuneigung und Respekt in der Gesellschaft. So heißt es in einem Hadîs-i Scherîf:

„Ich schwöre bei Allâh in dessen Macht sich mein Dasein befindet, ihr werdet nicht in die Dschennet eintreten, solange ihr nicht im Glauben seid; ihr werdet nicht im Glauben sein, solange ihr euch nicht gegenseitig liebt. Soll ich euch von etwas künden, dass, wenn ihr es praktiziert, ihr euch gegenseitig lieben werdet? Vermehrt den Selâm unter euch!”

Die schönsten Namen sind Allâhs Namen. Ist es nicht eine wunderbare Eigenschaft, sich gegenseitig mit dem Selâm, der einer der Namen Allahs ist, zu begrüßen. Daher sollten wir auf andere Muslime zugehen und sie mit dem Selâm begrüßen, egal ob wir sie kennen oder nicht. Wir sollten auch immer den Selâm eines anderen Muslims erwidern

KRM - Pressemitteilungen

Glaube beheimatet und öffnet: EKD und KRM erteilen Hass und Hetze eine Absage

Jährliches Spitzentreffen zwischen evangelischer Kirche und Koordinationsrat der Muslime in München, 03.07.2019- Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) sind am Mittwoch in München zu ihrem jährlichen Gespräch zusammengekommen. Im Mittelpunkt stand dabei das Thema „Religiöse Heimat und Identität“.

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