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Aktuelle Freitagspredigt

Die Hutbe beim Freitagsgebet - 20. September 2019/21. Muharrem 1441

Verehrte Muslime,

 

die durchdachte und wohlgesetzte Vermittlung von Gedanken und Wissen nennt man in vielen Sprachen der Muslime Hitâbet. Die Menschen haben die Hitâbet, die Redekunst, von den Propheten erlernt. Nach deren Vorbild sollte sie belegbares Wissen, einen zusammenhängenden Gedankengang und eine Botschaft aufweisen. Eine Hitâbet kann ein religiöses,  rechtliches, militärisches, politisches oder diplomatisches Thema behandeln. Die wichtigste Hitâbet ist zweifellos die religiöse, die an Freitags- und Festgebeten abgehalten wird. Sie erfordert auch die meiste Aufmerksamkeit. Jemand, der eine Rede von der Stufenkanzel aus hält, wird Hatib, und die Rede selbst Hutbe genannt.

 

 

Liebe Muslime,

 

es ist unbestritten, wie wichtig und wirksam eine kurze und klare Hutbe für die Vermittlung von Wissen über den Dîn-i Dschelil Islam ist. Im Kur´ân-ı Kerîm spricht Allâh Teâlâ: „Und ermahne, denn die Ermahnung nützt den Gläubigen“(1), und „Lade ein zum Weg deines Herrn mit Weisheit und guter Ermahnung (guten Ratschlägen).“(2) Der Gesandte Allâhs (s.a.w.) hat während seiner Hidschra im Tal von „Ranuna“ gemeinsam mit seinen Ashâb das erste Freitagsgebet überhaupt verrichtet. Seit jenem Freitag pflegte Er bis zu seinem Tode vor dem Freitagsgebet jeweils die „Hutbe“, die Freitagsansprache zu halten. Wäre die Hutbe kein Pflichtbestandteil des Freitagsgebetes, so hätte Er dies durch gelegentliches Auslassen deutlich gemacht. 

 

Im Jahreskreis wird an Freitagen und an Festtagen zu unterschiedlichen Themen Hutbes vorgetragen, die für uns Muslime vor allem erzieherische Bedeutung haben. Ohne Zweifel trägt die Hutbe dazu bei, die Wahrheit unmittelbar aus der Quelle kennen zu lernen; sie festigt Einheit und Zusammenhalt der Gemeinschaft und fördert die brüderliche Verbundenheit unter den Gläubigen.

 

 

Hochgeschätzte Muslime,

 

bei der Hutbe müssen wir auf einige Dinge achten: Während der Hutbe zu reden oder jemanden zu ermahnen, dass er nicht reden soll, ist Tahrîmen Mekruh, also eine Handlung, die dem Haram sehr nah kommt. Der Nebî Aleyhisselâm sagte hierzu: “Wenn jemand am Freitag, während der İmâm die Hutbe vorträgt, zu seinem Freund auch nur “Sei Still!”sagt, so hat er einen Fehler begangen.”(3) Unerlaubt ist auch das Umsichblicken und die gegenseitige Begrüßung während der Hutbe. Der Hutbe hört man aufmerksam und still zu, als wäre man im Gebet selbst.

Weiterhin ist es wichtig für die Zuhörer, während der Hutbe keine Salewât-ı Scherîfes aufzusagen, wenn der Name des Gesandten Allâhs erwähnt wird. Nach Meinung des großen Gelehrten İmâm Ebû Yûsuf ist es erlaubt, die Salewât still für sich selber zu sprechen, sooft der Name des Gesandten Allâhs fällt.(4) Und der Hatib sollte seine Hutbe so anlegen, dass die Zuhörenden nicht in die Situation kommen, „Âmin“ sagen zu müssen.

Darüber hinaus sobald der Imâm mit der Hutbe begonnen hat, sollte man mit keinem Gebet beginnen, weder mit der Sunna des Freitagsgebetes noch mit anderen freiwilligen rituellen Gebeten. In jedem Fall hört man der Hutbe aufmerksam und respektvoll zu. Muaz bin Enes el-Dschühenî (r.a.), ein Sahâbî, ein treuer Gefährte des Gesandten sagte diesbezüglich: “Der Gesandte Allâhs hat es uns untersagt, am Freitag, wenn der Imâm die Hutbe vorträgt, mit angewickelten Knien und um die Knie geschlungenen Armen zu sitzen.”(5)

 

Es ist Teil unseres Glaubens, dass wir dem Freitagsgebet und dem Freitag selbst, die zu den wichtigsten Merkmalen unseres Din, des İslam gehören, mit dem größtmöglichen Respekt begegnen und diesen Tag wachsam verbringen.

KRM - Pressemitteilungen

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Jährliches Spitzentreffen zwischen evangelischer Kirche und Koordinationsrat der Muslime in München, 03.07.2019- Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) sind am Mittwoch in München zu ihrem jährlichen Gespräch zusammengekommen. Im Mittelpunkt stand dabei das Thema „Religiöse Heimat und Identität“.

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