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Vorbereitung auf Kurban (Opferfest) - 26.06.2020/05 Dhul-qade 1441

Verehrte Muslime,

 

wir befinden uns nunmehr in der Vorkurbanzeit, die zugleich auch die Zeit für den Hadsch ist. Der Hadsch als ibadet zieht natürlich insbesondere all jene unter uns in seinen Bann, die sich in diesem Jahr für den Gang zu den wertvollsten Stätten des Islams entschieden hatten – was ihnen leider dieses Jahr verwehrt bleiben wird. Dagegen betrifft der kurban, das Opferfest, jeden Muslim. Manche von euch mögen jetzt denken: Bis zum Kurban ist es noch ein Weilchen hin. Deswegen ist es mir ein besonderes Anliegen, euch schon jetzt daran zu erinnern.

 

Seit den Anfängen der Menschheitsgeschichte ist das Opfern eine in den Religionen anerkannte und von vielen ausgeübte Form des Dienstes an Allâh. Diese Wahrheit wird im Kur’ân-ı Kerîm wie folgt ausgedrückt: “Und für jede Gemeinschaft haben wir einen Ritus (mansak) bestimmt, damit sie (beim Schlachten) den Namen Allahs über jedem Stück Vieh aussprechen, das er ihnen beschert hat. Euer Gott ist ein einziger Gott. Darum seid Ihm ergeben... (Hadsch, 34)

 

Der Kurban ist ein Ausdruck innigster Dankbarkeit gegenüber den Gaben Allahs, und ein Zeichen der Aufopferung auf dem Wege zu IHM. Der Lohn dafür ist, inşêAllâh, Verdienst vor Allah und Bewahrung vor Unglück und Schaden. Wenn der Kurban mit einer reinen niyet, einer reinen Absicht begleitet wird, bedeutet das für einen Muslim einen Schritt zu der Erkenntnis, dass das Materielle in der Beziehung zu Allâh nur nebensächlich ist. In der Âyet 37 der Sure Hadsch spricht Allâh Sübhânehû ve Teâlâ über die Opfertiere: “Weder ihr Fleisch noch ihr Blut gelangt zu Allah, wohl aber erreicht IHN eure Takwa, euer Ehrfurcht.  So hat ER sie euch dienstbar gemacht, auf dass ihr Allâh preist, da ER euch den rechten Weg wies. So verkünde gute Nachricht all denen, die Gutes tun.”  In dieser Âyet sehen wir sehr deutlich, wie wichtig beim Kurban die Hingabe an Allâh ist - genauso wie bei allen anderen Formen der ibadet. Wer diese Ihlâs, die tiefe reine Demut und Hingabe, ganz fest in seinem Herzen verankert hat, den belohnt Allâh Sübhânehû ve Teâlâ mit seiner Vergebung und seiner unendlichen Güte.

 

Mancherorts versucht man die Muslime vom Kurban abzubringen und sagt Sachen wie: “Wie kann man nur Blutvergießen als Ibadet bezeichnen?” Tatsache ist, jeden Tag müssen Millionen von Tieren ihr Leben lassen, weil genau jene Menschen und allgemein heutige Gesellschaften sich nicht vom Fleischverzehr zurückhalten können. Ein Opfertier erfüllt mindestens zwei Zwecke: Einerseits ist es eine gründliche Vergegenwärtigung für den Opfernden, was es bedeutet, Leben zu lassen und andererseits ist es eine solidarische Handlung, wenn man das Fleisch des Tieres mit Bedürftigen oder auch Nachbarn teilt. 

 

Liebe Muslime,

 

wenn eine persönliche ibâdet gemeinsam mit anderen Muslimen verrichtet wird, entsteht eine Gemeinschaft, die über die nationalen Grenzen hinaus Bedeutung erlangt. Sie macht es möglich, viel mehr bedürftigen Menschen zu Hilfe zu kommen als sonst. Daher sind wir alle aufgefordert, unseren eigenen Kurban, wie auch den unserer Bekannten und Freunde für die Opfer-Kampagne unserer Moschee nutzbar zu machen. Denn als Muslime nehmen wir den Grundsatz “Und fördert einander im Guten und in der takwa aus der zweiten Âyet der Sûre al-Maide sehr ernst. Und ebenso wichtig für uns ist die Wegweisung von Rasûlullah Aleyhisselâm, die besagt: “Die besten unter den Menschen, auf denen der größte Hayr ruht, sind die, die anderen Menschen hilfreich sind.” (Mu’cemu’l-Kebir, 12. Cild, 453)

KRM - Pressemitteilungen

Zusammenstehen gegen Rassismus/ Spitzengespräch zwischen Koordinationsrat der Muslime und der EKD

Köln, 11.06.2020: Mit einem stillen Gebet für die Opfer von Rassismus und Hass ging heute das Spitzengespräch zwischen Vertreterinnen und Vertretern des Koordinationsrates der Muslime (KRM) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu Ende. Das Treffen fand aufgrund der Corona-Pandemie per Videokonferenz statt. Die jüngsten Proteste gegen Rassismus wurden als Teil einer größeren Anti-Rassismus-Debatte begrüßt, die dringend notwendig sei.

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