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08. Dez. 2017 / 20. Rebiulevvel 1439 - Kinderliebe

Liebe Muslime,

 

der Islam gebietet die Wahrung und den Schutz der Vernunft, der Nefis, das heißt des Lebens, des Eigentums und der Religion des Islam selbst. Mindestens genauso wichtig ist aber auch der Schutz der Nachkommenschaft, also unserer Kinder.

So sind wir verpflichtet auf die körperliche und seelische Gesundheit unserer Kinder acht zu geben. Daher ist es für uns Muslime eine vorrangige Aufgabe die richtigen Vorkehrungen zu treffen, damit unsere Kinder eine gute Zukunft haben. Damit ist sowohl die Zukunft in diesem Leben als auch die Zukunft im Leben nach dem Tode gemeint. Unser über alles geehrter Gesandter (s.a.v.) war allen Menschen und allen Geschöpfen gegenüber voller Liebe und Güte. Aber insbesondere gegenüber Kindern hegte Rasûlullâh (s.a.v.) eine ganz andere Art der Muhabbet und Zuneigung. In der vorislamischen Zeit der Câhiliyye erfuhren Kinder wenig Fürsorge wie Liebe und Anerkennung, Güte und Barmherzigkeit. Erst durch Rasûlullâh (s.a.v) sind sie in die Mitte der Gesellschaft gerückt worden. Rasûlullâh (s.a.v.) pflegte Kinder mit dem Selâm zu grüßen, sie nach ihrem Befinden zu fragen und mit ihnen herumzuscherzen. Seine Enkelkinder nahm er gelegentlich auf seine Schultern und als einer seiner Enkel mal während des Gebetes auf seinen Rücken stieg, verweilte er in der Niederwerfungsposition bis das Kind von ihm abließ.

 

Der beste Nachlass eines Menschen sind unzweifelhaft seine Kinder, die nach seinem Tode imstande sind für ihn Duâ zu machen. Kinder sind die Rosen unseres Familiengartens. Keine Mutter und auch kein Vater wird es wollen, dass diese Rosen verwelken. Eltern wollen für ihre Kinder immerzu das Beste. Wir wollen bestimmt nicht, dass sie Mißerfolg haben und unglücklich sind.

Allah Teâlâ spricht hierzu dies: "O die ihr glaubt, schützt euch selbst und eure Familien vor einem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind..." Der in dieser Âyet genannte Schutz vor dem Feuer Allâhs geht nur über die Einhaltung Seiner Gebote und Verbote. Daher gehört es zu den wichtigsten Aufgaben der Eltern ihren Kindern eine gute familiäre Erziehung zu geben, sie auf das Leben vorzubereiten und ihnen gute Vorbilder zu sein.

 

 

Geschätzte Brüder im Islam,

 

um Kindern ein gutes Vorbild abgeben zu können, müssen unsere Worte und unsere Taten sich einander ergänzen, sie dürfen sich nicht widersprechen. Haben Eltern, die selbst keine Grenzen in Bezug auf helal und haram kennen das Recht ihren Kindern zu erzählen wie schlimm Lüge, Korruption, Alkohol und Glücksspiele sind? Wenn ja, welchen Einfluss hätten sie dann schon?

Im Gespräch mit den eigenen Kindern sollte man bedacht sein, eine geeignete Umgebung zu schaffen und die richtige Wortwahl zu finden. Ratschläge und Berichtigungen sollte man machen können, ohne sie zu kränken oder zu beleidigen. Die Muslime früher brachten einem Kind, schon mit dem ersten Wort im Mund immer die richtigen Sachen bei und verwendeten dabei eine Wortwahl mit der sie sein Verantwortungsgefühl in Bezug auf das Muslimsein und das Pflichtbewusstsein in Bezug auf die Gesellschaft hin bestärkten. Den Kindern brachte man in einer milden Sprache und mit schönen Worten bei, welche Grenzen sie zu beachten haben und gingen selbst mit gutem Beispiel voran.

 

Kinder benutzen verschiedenartige Zeichen und Hinweise, um mitzuteilen, dass sie Anerkennung und Aufmerksamkeit brauchen. Vor allem bei Kleinkindern kann man diese Zeichen leicht erkennen. Sie versuchen unsere Aufmerksamkeit meistens dann zu bekommen, wenn wir gerade beschäftigt sind. Sie berühren zum Beispiel die Zeitung, in der man gerade liest oder zerschlagen oder verschütten etwas. Wenn man dies dann als Ruhestörung empfindet und das Kind schroff von sich weist, ist dies gewiss keine gute Verhaltensweise. Eltern sollten sich bewusst sein, dass die wichtigste Nahrung eines Kindes „Liebe“ ist und dementsprechend handeln, das bedeutet, es mit Liebe und Aufmerksamkeit erziehen.

Eins sollten wir nicht vergessen: die erste Erziehungsanstalt eines Kindes wird immer die Familie sein. Lehrer und Lehrerin dieser Schule sind Vater und Mutter. Allah Zülcelal hat uns die Kinder als reine Geschöpfe anvertraut. Nur wenn sie gut erzogen werden und mit guten Charaktereigenschaften ausgestattet werden, können sie –so hoffen wir - zu Nachkommen mit Hayr und Wert bei Allâh werden.

KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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