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KRM - Pressemitteilungen

Friedliches Miteinander fördern - Begegnung von EKD und KRM Delegationen in Köln

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, und der Sprecher des Koordinationsrates der Muslime (KRM),  Ali Kızılkaya, haben angesichts der dramatischen Lage im Irak den Missbrauch von Religion zur Legitimation von Krieg kritisiert. „Ganz gleich ob im Nahen Osten, in Afrika oder in der Ukraine – Gewalt löst die Probleme nicht, nur Recht und Dialog schaffen Frieden.“

 

Auf Einladung des KRM trafen sich heute Vertreterinnen und Vertretern der EKD und der im KRM organisierten, muslimischen Dachverbände DITIB, VIKZ, Islamrat und Zentralrat der Muslime. Das regelmäßige Gespräch fand dieses Jahr in der Zentralmoschee der DITIB in Köln-Ehrenfeld statt.

 

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Zentrales Thema des diesjährigen Treffens war der Beitrag der Religionsgemeinschaften in Deutschland zum Frieden in der Gesellschaft und zwischen den Völkern. Angesichts der anstehenden Gedenktage zum Ausbruch des Ersten und des Zweiten Weltkrieges wurde an die übernationale und universelle Verantwortung der Religionen erinnert. Wenn es Krieg gebe, müssten sich alle fragen lassen, was sie getan oder unterlassen haben, dass es so weit kommen konnte, stimmten die Gesprächspartner überein. Schneider erinnerte besonders im Blick auf den Ersten Weltkrieg an das Versagen der Kirchen, die den Kriegskurs ihrer jeweiligen Nation weitestgehend mitgetragen oder sogar unterstützt hätten. Er betonte aber auch, dass es andere Stimmen wie z. B. den Erzbischof von Uppsala, Nathan Söderblom, gegeben habe, der sich bereits im September 1914 mit einem Friedensappell an die Welt gewendet hatte.

 

Kızılkaya merkte an, dass es wichtig für unseren Frieden heute sei, Lehren aus den Fehlern der Menschen zu ziehen, die die beiden Weltkriege erst möglich gemacht haben. Er führte weiter aus, dass gerade in der heutigen Zeit die Religionsgemeinschaften zusammenstehen müssen. Das gelte für die Herstellung sozialer Gerechtigkeit ebenso wie für die Überwindung von Armut und Gewalt. Christen und Muslime teilen die Überzeugung, dass jeder Mensch seine Würde von Gott empfangen habe. Das müsse auch im Umgang miteinander zum Ausdruck kommen. Die Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer lehnten den Missbrauch ihrer Religionen für kriegerische Auseinandersetzung und zur Legitimation von Auslegungen, die zu Aggressionen führen, entschieden ab.

 

Politischen Tendenzen, das eigene Wohl in der Ausgrenzung anderer zu suchen, erteilten Schneider und Kızılkaya mit Blick auf das Erstarken rechtspopulistischer und -nationalistischer Parteien eine eindeutige Absage. Hier seien sich EKD und KRM einig, dass die Ergebnisse der vergangenen Europawahl sehr ernst genommen werden müssen: „Die menschenverachtenden Taten des so genannten NSU haben erst in der jüngsten Vergangenheit wieder gezeigt, wohin es führen kann, wenn eine fremdenfeindliche Haltung in Handlung umgesetzt wird.“ In diesem Zusammenhang brachten die KRM-Mitglieder ihre Besorgnis über die steigende Islamfeindlichkeit in Deutschland und Europa zum Ausdruck.

 

EKD und KRM kündigten an, einen Dialogratgeber mit grundlegenden Empfehlungen und Hinweisen zur Ermutigung und Förderung der Begegnung von Christen und Muslimen im Herbst zu veröffentlichen. Der Ratgeber, der auf der Sitzung in Köln beraten wurde, ist von einer muslimisch und evangelisch besetzten Arbeitsgruppe erarbeitet worden. Er sieht die Umsetzung des Dialogs insbesondere im praktischen Zusammenleben als grundlegende Voraussetzung für ein harmonisches Miteinander. Der Ratgeber erläutert dies anhand konkreter Bereiche des Zusammenlebens und gibt Empfehlungen für den Dialog. Ein nächstes Treffen zwischen EKD und KRM wurde für das Jahr 2015 in Berlin vereinbart.

 

Hannover/Köln, 16. Juni 2014 

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der EKD, Pressestelle des KRM 

 

 

Für den Koordinationsrat der Muslime nahmen teil:

  1. Dunya Adıgüzel, Islamrat
  2. Dr. Bekir Alboğa, Bundesvorstand/Stellvertretender Generalsekretär des Bundesverband der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB)
  3. Ali Kızılkaya, Sprecher des Koordinationsrates der Muslime (KRM) und Vorsitzender des Islamrates für die Bundesrepublik Deutschland
  4. Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland e.V. (ZMD)
  5. Seyfi Öğütlü, Generalsekretär im Vorstand des Verbandes der Islamischen Kulturzentren e.V. (VIKZ),  Pressereferent
  6. Rafet Öztürk, Dialogbeauftragter der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB)
  7. Erol Pürlü, Dialogbeauftragter des Verbandes der Islamischen Kulturzentren e.V. (VIKZ)
  8. Nurhan Soykan, Generalsekretärin im Vorstand des Zentralrats der Muslime in Deutschland e.V. (ZMD)

 

Für die Evangelische Kirche in Deutschland nahmen teil:

  1. Bischöfin Petra Bosse-Huber, Vizepräsidentin und Leiterin der Hauptabteilung Ökumene und Auslandsarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
  2. Dr. Friedmann Eißler, Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW)
  3. Prof. Dr. Andreas Feldtkeller, Theologische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin
  4. Oberkirchenrat Dr. Detlef Görrig, Referat Interreligiöser Dialog der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
  5. Kirchenrat Pfarrer Rafael Nikodemus, Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR)
  6. Pfarrer Heinrich Georg Rothe, Islambeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
  7. Dr. h.c. mult. Nikolaus Schneider, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
  8. Oberkirchenrat Sven Waske, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

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KRM - Pressemitteilungen

„Jeder Flüchtling ist zu allererst ein Mensch“ - Begegnung von EKD und KRM Delegation in München

Die leidvolle Situation der Flüchtlinge, die nach Europa und Deutschland kommen, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge in der öffentlichen Wahrnehmung nur in Zahlen oder vorrangig als Last wahrgenommen würden, betonten die Delegationen.

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