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KRM - Pressemitteilungen

„Jeder Flüchtling ist zu allererst ein Mensch“ - Begegnung von EKD und KRM Delegation in München

Die leidvolle Situation der Flüchtlinge, die nach Europa und Deutschland kommen, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge in der öffentlichen Wahrnehmung nur in Zahlen oder vorrangig als Last wahrgenommen würden, betonten die Delegationen. „Jede Zahl steht für Einzelschicksale und Menschen, die den gleichen Respekt und die gleiche Wertschätzung verdienen wie jeder andere Mensch auch. Ihnen auf ihrer Flucht vor Hunger, Krieg und Vertreibung beizustehen, ist nicht nur ein humanes Gebot, sondern auch eine religiöse Verpflichtung“, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Bedford-Strohm. „Jeder Flüchtling ist zuallererst ein Mensch“, so die Sprecherin des Koordinationsrates der Muslime (KRM), Frau Nurhan Soykan. „Es muss alles dafür getan werden, den Geflüchteten in den Aufnahmeländern ein menschenwürdiges Überleben und Leben zu sichern.“ Auch die Religionsgemeinschaften seien dabei in ihrer Fürsorge, Hilfsbereitschaft und tätigen Nächstenliebe gefragt, betonten beide Delegationen bei ihrem diesjährigen Treffen am 16. Juni in München.

 

Ein weiteres Thema des Treffens waren religionsverfassungsrechtliche Fragen, die für die Religionsgemeinschaften in Deutschland von Bedeutung sind. Einhellig wurde die Bedeutung des kooperativen Modells der Bundesrepublik Deutschland bekräftigt, das dem religionsneutralen Staat bestimmte Formen der Zusammenarbeit mit vorhandenen Religionsgemeinschaften ermögliche, und zwar in einer gleichberechtigten Art und Weise. Das hohe Gut der Religionsfreiheit wurde ebenfalls von allen Teilnehmenden ausdrücklich hervorgehoben. Dazu gehöre, als Muslim oder Muslimin bzw. als Christ oder Christin erkennbar in der Öffentlichkeit auftreten zu dürfen. Es sei förderlich für eine plurale Gesellschaft, dass religiöse Praxis und Bezeugung in der Öffentlichkeit Raum habe. Als Vertreter der evangelischen und muslimischen Religionsgemeinschaften sei man sich der Mitverantwortung für das gesellschaftliche Klima sehr bewusst. Der öffentliche Stellenwert der Religionen werde nicht zuletzt auch daran gemessen, welchen Beitrag sie für die Menschlichkeit einer Gesellschaft einbringen.

 

Mit dem Treffen, das in diesem Jahr auf Einladung des Ratsvorsitzenden der EKD erfolgte, setzte Bedford-Strohm die Tradition seiner Vorgänger im Amt fort und lud Vertreterinnen und Vertreter der muslimischen Verbände der DITIB, des VIKZ, des Islamrates und des Zentralrates der Muslime in seine Empfangsräume ein. Im Rahmen des Treffens wurde auch ein Dialogratgeber zur Förderung der Begegnung zwischen Christen und Muslimen in Deutschland veröffentlicht, der von einer gemischt besetzten muslimischen und evangelischen Arbeitsgruppe  erarbeitet wurde. „Mit dem Ratgeber zeigen wir gemeinsam, was die Grundlagen eines fruchtbaren Dialogs sein können, allerdings müssen Einzelaspekte auch von muslimischer Seite vertieft werden“, beurteilt Soykan die Veröffentlichung. Der Ratgeber enthält Standards der christlich-islamischen Verständigung, die von beiden Seiten geteilt werden, und zum besseren Miteinander in Gemeinden, Einrichtungen und Alltag verhelfen sollen. „Gerade in Zeiten von Terrordrohungen und Islamfeindlichkeit ist es wichtig, das Rad der Verständigung nicht immer wieder neu erfinden zu müssen, sondern sich auf bestimmte Regeln und Formen im Umgang zu besinnen, die auch unabhängig von tagesaktuellen Ereignissen ihre Gültigkeit haben“, sagte Bedford-Strohm.

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„Jeder Flüchtling ist zu allererst ein Mensch“ - Begegnung von EKD und KRM Delegation in München

Die leidvolle Situation der Flüchtlinge, die nach Europa und Deutschland kommen, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge in der öffentlichen Wahrnehmung nur in Zahlen oder vorrangig als Last wahrgenommen würden, betonten die Delegationen.

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