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21. Mai 2010 / 07. Cemâziyelâhir 1431

Hutbe


الاية: وَتَعَاوَنُواْ عَلَى الْبرِّ وَالتَّقْوَى وَلاَ تَعَاوَنُواْ عَلَى الإِثْمِ وَالْعُدْوَانِ وَاتَّقُواْ اللّهَ إِنَّ اللّهَ شَدِيدُ الْعِقَابِ
الحديث: ومنْ يسَّرَ على مُعْسرٍ يسَّرَ اللَّه عليْه في الدُّنْيَا والآخِرةِ ، ومنْ سَتَر مُسْلِماً سَترهُ اللَّه فِي الدنْيا والآخرة ، واللَّه فِي عوْنِ العبْد ما كانَ العبْدُ في عوْن أَخيهِ

 

 

 

Geschätzte Muslime,
in unserer heutigen Hutbe geht es darum, wie wichtig es ist, dass wir Menschen untereinander Solidarität und Hilfsbereitschaft zeigen. Jeder Muslim hat seinen Glaubensgeschwistern gegenüber bestimmte Verpflichtungen und Aufgaben. Dazu gehört, dass wir uns um unsern muslimischen Mitbruder sorgen, ihm in schwierigen Lagen zur Seite stehen oder zu Hilfe eilen, wo es nötig ist. Cenab-ı Hak erläutert dies im Kur´ân-ı Kerîm mit den Worten: “Fördert einander im Tun des Rechten und im Lassen des Unrechten.” Und Rasû1ullâh (s.a.v.) spricht: “Jeder von euch ist seines Bruders Spiegel. Wenn er ihn in Nöten sieht, so soll er sie von ihm nehmen.”

Liebe Gemeinde,

auf der arabischen Halbinsel herrschte einmal große Dürre und Mangel. Dazu kam die Nachricht, dass ein großes feindliches Heer auf dem Weg zu den Muslimen war. Rasûlullâh (s.a.v.) rief zur Hilfe für die Gemeinde auf. Der noch junge Staat der Muslime musste verteidigt werden. Unterschiedslos, ob reich oder arm, bemühten sich die eshâb, die Gefährten des Gesandten (s.a.v.), was sie nur konnten für die Gemeinde herbeizuschaffen. Hazret-i Osman (r.a.) spendete dreihundert getreidebeladene Kamele und tausend Goldstücke. Rasûlullâh verbarg seine Freude nicht und sprach für Hazret-i Osman diese duâ: “Mag dir Allâh all deine Fehler und Sünden vergeben, die vergangenen und die künftigen.” Hazret-i Ömer (r.a.) spendete die Hälfte von allem, was  er besaß. Auch für ihn sprach Rasûlullâh eine Bereket-Duâ, ein Bittgebet um Allâhs Segen. Aber Hazret-i Ebu Bekir (r.a.), der erste der Khalifen und edelste aller Gläubigen, stiftete alles, was er besaß, der Sache Allâhs. Als er daraufhin vom Gesandten gefragt wurde „Yâ Ebâ Bekir, was hast du deiner Familie gelassen?“ erwiderte er „Allâh und seinen Gesandten habe ich ihr gelassen.“ Auch die Frauen unter den Eshâb-ı Kirâm spendeten für Allâh und seinen Gesandten (s.a.v.), jede nach ihren Möglichkeiten. Manche streiften ihre Armreife ab, andere nahmen ihre goldenen Ohrringe oder Halsbänder und legten sie Allâhs Gesandten  (s.a.v.) zu Füßen. Und Rasûlullâh (s.a.v.) sprach auch für sie die wertvollsten Duâ.  

Allâhu Teâlâ erläutert in seinem Kur´ân-ı Kerîm, welche Kemal Mertebe, welchen  vollendeten Rang bei Allâh muhâcirûn und ensâr erreichten: „All jene, die geglaubt haben und ausgewandert sind und sich für Allâhs Sache angestrengt haben, und jene, die (Rasulullâh und den Muâcirûn, den Auswanderern) Herberge und Hilfe gaben, also Ensâr geworden sind; diese sind in der Tat wahre Gläubige. Ihnen wird mağfiret, Vergebung und Rızk-ı Kerîm, gnadenreiche Fürsorge, zuteilwerden.“


Liebe Muslime,

von den großen Gelehrten des Islam hören wir diese wertvollen Empfehlungen „ Freigiebig ist einer, der gibt, ohne Gegenleistung zu erwarten“, oder „Kerem, Großzügigkeit und dazu Freigebigkeit, ist eine solche Zierde eines Menschen, dass sie seine Mängel und Fehler überdeckt.“ Der Gesandte Allâhs (s.a.v.) spricht in einem Hadîs-i Şerîf: „Wer einem Menschen in Not hilft und seine Bürde von ihm nimmt, von dem wird Allâh im Diesseits wie im Jenseits, der âhiret,  gleichfalls seine Bürde nehmen. Wer die Mängel eines Muslims (vor der Kenntnis der andern) verhüllt, dessen Mängel werden im Diesseits wie im Jenseits von Allah verhüllt (das bedeutet vergeben) werden. So wie der gläubige Muslim seinem Geschwister im Glauben beisteht, so wird auch Allâh seinem Diener beistehen.“

Wenn wir all dies bedenken, dann sollten unsere Anstrengungen noch viel größer sein, wenn wir unsere Freigiebigkeit Menschen zuteilwerden lassen, denen die besondere Liebe und Wertschätzung Allâhs und seines Gesandten (s.a.v.) gilt, insbesondere Schülern oder Lernenden, die sich darauf vorbereiten, in Zukunft die Aufgaben der muslimischen Gemeinschaft auf ihre Schultern zu nehmen.

Die verdienstvollste aller Handlungen, der die meiste fazîlet zukommt, ist es, einem  gläubigen Muslim Freude zu bereiten. Wir Menschen sind bis zum letzten Atemzug und darüber hinaus aufeinander angewiesen. Wer heute in der Position des Helfenden ist, kann morgen auf die Hilfe anderer angewiesen sein. Vergessen wir nie: „Wer nicht Barmherzigkeit zeigt, wird nicht Barmherzigkeit ernten.“

 

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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