Gebetskalender

Sitemap

02. Dezember 2016 / 02. Rebiulevvel 1438 - Den Menschen nützlich sein

Arbeit gewissenhaft erledigen

Liebe Brüder im Islam,

 

unter allen Geschöpfen ist es der Mensch, dem die höchste Würde zukommt. Er besitzt die höchsten Anlagen zu Geist und Tugend. Hazret-i Ali (k.v.) erhellt diesen Wesenszug des Menschen, wenn er sagt „Du meinst, du seist ein kleines, unbedeutendes Wesen. In Wahrheit liegen in dir die (Geheimnisse der) größten Welten verborgen.“ Wo der Einzelne den Bedürfnissen der Gesellschaft dient, wo er Land und Leuten nützt, da verdient er sich Liebe und Anerkennung. Den Grad eines vollkommenen Menschen erwirbt jemand im gleichen Maße, wie er der Gesellschaft von Nutzen ist. Dies funktioniert auch umgekehrt. Ein guter Mensch, das heißt einer mit hayır ist jemand, der der Allgemeinheit Gutes angedeihen lässt, jemand, der in Not Geratenen zu Wegen und Lösungen verhilft und der aufrichtig bemüht ist ihren dringendsten Bedürfnissen gerecht zu werden. Ein İnsan-ı Kâmil, ein Mensch, der Vollkommenheit sucht, wird im Angesicht von materiellen Problemen weder in seiner Entschiedenheit (irade) noch in seiner Selbstdisziplin (idare) schwanken. Mit seinem Herzen wird er dem Allmächtigen und Einzigen Schöpfer und mit seinem leiblichen Dasein den Menschen zugewandt sein. Denn sein stetes Wirken beruht auf dem Grundsatz eines „Dienstes am Menschen um des Schöpfers willen.

 

Verehrte Muslime,

 

unter den Menschen gibt es kostbare Personen, die den Vorteil ihrer Brüder und Schwestern über den eigenen Vorteil stellen. Denn in ihrem Herzen bewahren sie diesen Hadîs-i Şerîf an höchster Stelle: „Wer sich der Not eines Bruders (einer Schwester) annimmt, dessen Not wird Allah höchst selbst annehmen. Wer Leid von einem Muslim nimmt, dem wird Allâh höchst selbst als Belohnung am Kıyâmet-Tag eins seiner Leiden von ihm nehmen.“

 

Wer andern dienen und helfen will, muss größte Sammlung walten lassen, das heißt sich zusammennehmen können. Er muss Merhamet, Barmherzigkeit üben; er muss tolerant sein, geduldig und standhaft; und sein Verständnis vom Dienst am Menschen muss alle Arten von Mitmenschen einschließen. Rasûlullâh (s.a.v.) spricht dazu in einem Hadîs-i Şerîf: „Solange der Mensch seinem Bruder (Schwester) hilft, solange hilft ihm Allah.“

 

Jenen zu helfen, die sich für andere Menschen einsetzen, ihnen finanziell, körperlich und ideell beizustehen ist auch Dienst am Menschen und an der Allgemeinheit.

 

Alle Dinge der Welt, liebe Muslime, entstehen im Zusammenspiel von Ursache und Wirkung. Sie können nur entstehen, wenn entsprechende Bedingungen und Ursachen gegeben sind. Liebt jemand, wird er geliebt; bereitet er den Menschen Freude, lebt er selbst in Freude. Rasûlullah (s.a.v.) sagt darüber: „Stimmst du das Herz deines muslimischen Bruders froh, so zieht das die mağfiret-i ilahi, die Vergebung Allâhs, nach sich.“

 

Der Dienst am Menschen ist ein Gebot Allâhs und folglich eine ibâdet. Andere froh zu machen ist ein Weg die Rızâ-i İlâhi zu erlangen. Dazu spricht Rasûlullâh (s.a.v.): „Nach den Dingen, die uns zu tun als farz, als Pflicht, geboten wurden ist die liebenswerteste Tat bei Allâh das Herz eines Muslims froh zu stimmen.“

 

Die Sonne thront über den Häuptern der Menschen, weil sie ihnen ihr Licht zu Füßen breitet. Wer Dienst an seinem Mitmenschen üben will, muss diesen Dienst seinem Mitmenschen zu Füßen breiten, auf das die Menschen auf Erden und die Melâike, die Engel im Himmel für ihn Duâ machen und ihn vor Allâh preisen.

Zurück

KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

Weiterlesen …