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02. Mai 2014 / 3. Recep 1435 - Freiwillige rituelle Gebete

02. Mai 2014 / 3. Recep 1435 - Freiwillige rituelle Gebete

Hochgeschätzte Muslime,

in unserer heutigen Hutbe möchte ich über die Bedeutung der nafile ibadet, das heißt der freiwilligen rituellen Gebete, sprechen.

 

Die von Allahu Teâlâ zur Pflicht erkorenen farz und vacib ibâdât stehen an oberster Stelle unserer Aufgaben als gläubige Muslime. Keine Anbetungsform und keine Ibâdet ist gewichtiger als eine Farz-ibâdet. Wir verrichten sie aufgrund von Geboten Allâhs; und nicht aus Freiwilligkeit heraus. Verrichten wir sie nicht, so können wir uns vor der Verantwortung bei Allâh nicht retten.

Die nâfile, also freiwilligen Gebete sind nicht verpflichtend. Verrichtet man sie aber, erhöhen sie den Wert des Menschen bei Allâh. Verrichtet der Mensch sie nicht verpasst er den Mehrwert an Nähe zu Allâh. So spricht Allahu Teala in einem hadis-i kudsi: “Durch die farz ibâdât rückt der Mensch meiner Strafe fern, und durch die nafile ibâdât rückt er meinem Wohlgefallen nahe.”

Anbetungsformen die weder Farz noch vacip sind nennt man “nâfile Ibâdât”. Wer nâfile Ibâdât verrichtet erweckt die Sünnet von Rasûlullâh (s.a.v.) zum Leben und erwirbt sich so einerseits die Şefâat und Fürbitte des Gesandten Allâhs und andererseits sie Rıza-i ilahi, also den Wohlgefallen Allâhs.

Rasûlullâh (s.a.v.) mass neben den Pflichtgebeten auch den nâfile Ibâdât viel Wert bei. Manchmal sogar schwollen des Nachts seine Füße an, weil er so lange in Gebeten versunken war. So sprach einmal Hazreti Aişe (r.a.) bei diesem Anblick: „Yâ Rasûlallâh, euch sind alle Tore der Sünde verschlossen, sowohl für die vergangenen als auch für die zukünftigen. Warum tut ihr euch das an?“ Und der Gesandte Allâhs antwortete: „Yâ Aişe, darf ich denn kein Mensch sein, der Allah (c.c.) gegenüber viel Şükür und Dank praktiziert?“ [Buhari und Müslim]

Cenab-ı Hakk spricht in der eingangs vorgetragenen ayet-i kerime: “Wache einen Teil der Nacht und verrichte (mit dem Lesen des Kur´ans) den namaz des Nachts als freiwilliges Zusatzgebet.” Vor der Offenbarung dieser ayet-i kerime gebot Allahu Teâlâ die fünf Gebete am Tag, also den Namaz und ließ erst danach diese Erklärung folgen, die zu Gebeten in der Nacht anleitet. Unser aller Stolz, Rasûlullâh (s.a.v.), spricht in einem hadis-i şerif: “O Ihr Menschen! Verbreitet das Selam-Wort, speist euren Nächsten und verrichtet vor allem euer Gebet in der Nacht, wenn die anderen schlafen, auf dass ihr in Frieden in die Cennet gelangt. ” (Tirmizi)

 

Liebe Muslime,

die wichtigsten nafile namaz sind der sünnet namaz bei den täglichen Gebeten, dann der duha namaz (im Türkischen auch kuşluk namaz, Vormittagsgebet, genannt), evvabin namaz, der in der Nacht verrichtete teheccüd namaz und schließlich der tesbih namaz. Darüber hinaus gibt es nafile namaz für die gesegneten Kandil genannten Nächte, und auch noch andere Formen des Gebetes, die einem Muslim noch zusätzlichen geistlichen Gewinn eintragen. All dies sind Gebete, die Rasulullah (s.a.v.) uns allen besonders ans Herz gelegt hat. Fahr-i kâinat, der Stolz der Welten, verrichtete selber diese ibâdât und ermunterte seine Familie und seine ashab sie gleichfalls zu verrichten. Von Zeit zu Zeit zum Beispiel suchte er das Haus von Hazret-i Ali und Fatima (Radiyallahu anhüma) auf und fragte sie: “Wann werdet ihr den (Tehecüd) Namaz verrichten?” [Buhari und Müslim]

 

Auch betete Rasulüllah am Vormittag den Duhâ Namaz und empfahl seiner Ümmet: “Verrichtet weiterhin das Frühgebet und den Duha-Namaz. Denn diese beiden Gebete sind die Gebete der Leute, die viel Tevbe und Reue praktizieren.” [Feyzül Kadir c.4  s.198] “Wer den Duhâ Namaz zur Gewohnheit werden lässt, dessen Fehler und Sünden werden vergeben, auch wenn sie so viel sein sollten wie der Schaum der Meere.” [Tirmizi und İbn-i Mace]  Und in einem anderen HBir diğer hadis-i Şerif heißt es: “Die beiden (Sünnet-) Gebete des Morgengebetes haben mehr Hayır und Wert bei Allâh als die Welt und alles was darin ist.” [Müslim und Tirmizi]

Der große Gelehrte Ebu’l-Faruk Silistrevi Hazretleri praktizierte diese freiwilligen Ibâdât äußerst gewissenhaft und empfahl sie den Menschen in seiner Umgebung und seinen Schülern. Einmal gar sagte er zu seinen Schülern: “Meine lieben Kinder! Unterschätzt niemals den (freiwilligen) Hacet Namaz. Sehr viele unserer Bedürfnisse und Probleme haben wir erst dank des Hacet Namaz lösen können.”

In den “gesegneten drei Monaten”, in denen wir uns gerade befinden, sollte es uns Muslimen ein besonderes Anliegen sein mehr zu tun, also nâfile Ibâdât zu verrichten um so mehr an Wert bei Allâh zu erlangen.

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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