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03. Februar 2017 / 6 Cemaziyelevvel 1438 - Wache halten auf dem Wege Allahs

Wahre Ulemâ

Sehr verehrte Muslime!

Wache halten und wach sein auf dem Wege Allâhs. Dies ist heute das Thema meiner Hutbe.

Allâhü Zülcelâl ve’l-kemâl hazretleri hat in einer Zeit von Kufr und Ignoranz Rasûlullâh (s.a.v.) als Hâtemü’l-Enbiyâ und als Rahmet für die Welten gesandt. Und jener gesegnete Rasûl (s.a.v.) hat mit der Hilfe und Unterstützung Allâhs als üsve-i hasene, als leuchtendes Vorbild, die Menschen von Rückständigkeit und Barbarei, von einer Gesellschaft in der es normal war kleine Mädchen bei lebendigem Leibe zu begraben, hin zu einem würdevollen Dasein als Menschen mit Îmân und Ahlâk geführt. All dies ist nicht ohne Opfer geschehen. Denn bei der Verkündung und der Festigung des Din-i Celil-i Islam haben sowohl Rasûlullâh (s.a.v.) als auch die Ashab-ı Kirâm (r.anhüm) viel Leid, Unterdrückung, Übergriffe und Angriffe erfahren. Trotz allem haben sie sich standhaft gezeigt und ihr Îmân, ihr Glaube an Allâh ist stärker geworden. Schlußendlich konnten sie durch die Einnahme von Mekke an einem Januartag im Jahre 630 einen historischen Sieg davontragen, der für den Islam und die Muslime insgesamt wegweisende Bedeutung hatte. Andererseits hat der Angriff von Leuten, die ihre Augen vor den Schönheiten des Islams verschließen, nie aufgehört, sondern nur seine Methoden verändert.

Aus diesem Grunde ist es für die Muslime, die für Recht und Wahrheit einstehen, geradezu eine Verpflichtung aufgeweckt zu sein. Auch ist es ihre Pflicht aufgeweckt zu sein, bei der Bewahrung und dem Schutz von Dîn, Îmân, Nâmus und den gesegneten Werten des Islams. Mit anderen Worten: Es ist unsere Pflicht auf dem Wege Allâhs Wache zu halten. Im Kur’ân-ı Kerîm und in den Hadîs-i Şerîf wird dieses „Wachen“ und „Aufpassen“ mit den Worten “Rabıta und Ribat” umschrieben. In diesem Zusammenhang heißt es in der letzten Âyet (200) der Sûre Âl-i İmrân: “O die ihr glaubt, seid standhaft und praktiziert Sabır, und überholt eure Feinde im Wettsreit von Sabır, seid aufgeweckt und in Rabıta und habet Ehrfurcht vor Allâh. So ist zu hoffen, dass ihr erfolgreich sein werdet.”

Das Wort ورابطوا , das hier in dieser Âyet vorkommt wird auf die folgende Weise interpretiert: “O die ihr glaubt, wechselt euch ab im Wachehalten, seid in Ribat, in Aufgewecktheit. So wie ihr euch hinter dem Imam aufstellt und als Gemeinschaft den Namaz, das rituelle Gebet verrichtet so haltet die Kommunikation untereinander aufrecht und konzentriert euch auf eure Aufgabe… Das Wort Rabıta hat seinen Ursprung in der arabischen Wendung “rabt-ı hayl”. Rabt-ı hayl bedeutet “das Pferd festbinden und nach dem Feind Ausschau halten.” Die Art und Weise wie man dies macht ändert sich natürlich, je nach Zeit und Gesellschaft.

Es gibt sehr viele Hadîs-i Şerîf, die über die Fazilet und Wertigkeit von Ribat und Rabıta künden. So heißt es in einem Hadîs-i Şerîf:  “Einen Tag und eine Nacht Wache halten auf dem Wege Allâhs ist wertvoller und hat mehr Hayır als einen Monat lang (nafile) Namaz zu verrichten und zu fasten. Wenn jemand auf dem Wege Allâhs Wache hält und währenddessen stirbt, wird er den Lohn für seine Amel, für seine Taten weiterbekommen, bei Allâh Erfüllung und Glück finden und vor den Nachstellungen des Şeytan sicher sein.“ In einem anderen Hadîs-i Şerîf heißt es: “Der Namaz  eines Menschen, der auf dem Wege Allâhs Wache hält, ist zwei Millionen Namaz ebenbürtig.”

Aus dem Blickwinkel von Tasavvuf, also der islamischen Mystik wird die oben zitierte Âyet in der folgenden Weise verstanden: In dieser Âyet gibt es das Gebot Wache zu halten gegenüber den Feinden Allâhs. Hierbei gehen wir von zwei verschiedenen Arten von Feinden aus. Die einen sind jene körperlichen Feinde über die wir oben gesprochen haben. Der andere und gleichzeitig schlimmste Feind hingegen ist die Nefs-i Emmare, also jenes Wesen das wir im Deutschen mit “niederer Triebseele” versuchen zu umschreiben. Verliert der Mensch den Kampf gegen diesen inneren Feind, verliert er nicht einfach sein irdisches Leben, sondern - Allâh bewahre-  sein ewiges Leben in der Âhiret. “Wir kehren zurück vom kleinen zum großen Cihâd. Der große Cihâd ist die Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Nefis.” Dieser berühmte Hadîs-i Şerîf verdeutlicht wie ernst es Rasûlullâh (s.a.v.) mit dem Wachehalten gegenüber der Nefis nahm. Wenn demnach das Wachehalten und die Aufgewecktheit gegenüber den Feinden, die einem nach dem materiellen Leben trachten eine Vacib-Pflicht ist, dann ist es mindestens genauso eine Pflicht Wache zu halten und ständig aufgeweckt zu sein gegenüber dem Feind, der einem nach dem ewigen Leben trachtet. Und Ribat, sprich Wachehalten gegen die Nefis heißt bekanntlich Rabıta-i Şerife.

Verehrte Brüder im Islam,

wie wir gesehen haben ist die Gefahr und die damit einhergehende Aufgabe für uns Muslime sehr groß. Heutzutage bedeutet “Wachehalten auf dem Wege Allâhs” sich aus tiefstem Herzen mit Rasül-i Ekrem (s.a.v.) verbunden zu fühlen und dabei die Ehl-i Sünnet ve’l-Cemaat und ihre Grundlagen und das Wissen um den Islam selbst zu erlernen und sie weiterzugeben. Darüber hinaus Kinder und Menschen zu erziehen, die die Mukaddesat, die Grundlagen des Islams und ihre Alten und Ehrenpersonen respektvoll behandeln; die obendrein bewußt und aus eigenem Antrieb sich für den Islam einsetzen und die gleichzeitig mit der besten Ahlâk ausgestattet sind und den Kampf mit der Nefis, der “niederen Triebseele” nicht scheuen.

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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