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03. Oktober 2014 / 08. Zilhicce 1435 - Verantwortung beim Kurban und in der Gesellschaft

03. Oktober 2014 / 08. Zilhicce 1435 - Verantwortung beim Kurban und in der Gesellschaft

Liebe Muslime,

 

die islamische Religion versteht die Muslime als Brüder und Schwestern untereinander und gibt Handlungsempfehlungen, damit ein jeder die Vorteile und die Kraft aus gelebter Brüderschaft und Freundschaft zur Gänze ausleben kann. Darüber hinaus werden die Muslime ermutigt einander zu beschützen und Unterstützung zu gewähren, sich untereinander solidarisch zu verhalten und sich nicht gegenseitig im Stich zu lassen und ihren Beitrag für Ruhe und Ordnung in einer Gesellschaft zu leisten. Denn wem es gut geht oder Macht hat dem ist es eine Pflicht jenen, die schwach und bedürftig sind äußerst feinfühlig und mit viel Barmherzigkeit entgegenzutreten. Nur so ist der Mensch imstande sich seinem Schöpfer gegenüber zu beweisen, dass er nämlich der wertvollste aller Geschöpfe ist und diese Benennung auch verdient.  

 

Mevlâ-i Zülcelal spricht in der Sûre-i Âl-i İmrân ungefähr dies: Ihr wurdet die beste Ümmet (Gemeinschaft), die je unter den Menschen hervorgebracht wurde. Ihr ruft zum Gebilligten und Guten auf und ratet vom Missbilligten und Verwerflichen ab… Mit dieser Âyet-i Kerîme erhöht Allâhü Teâlâ all jene Muslime die Verantwortung übernehmen und sich einsetzen für andere Menschen und für die Gesellschaft auf die Position “beste Ümmet oder muslimische Gemeinschaft” überhaupt. Und Rasûlullâh (s.a.v.) spricht: „Der wertvollste unter den Menschen ist jener der den Menschen nützlich ist und ihnen Gutes tut!” Mit diesem Hadîs-i Şerîf unterstreicht der Gesandte Allâhs den hohen Wert von Menschen die Verantwortung übernehmen und sich hingebungsvoll für andere Menschen und für die Gesellschaft aufopfern.  

Diese Verantwortung, die uns Aufgabe gegenüber den Menschen mit denen wir zusammenleben ist, zeigt sich besonders zu Ramazan und Kurban in Form von Großmut und Wohltätigkeit. Aber ein bewußt-lebender Muslim beschränkt sich ganz und gar nicht auf diese beiden Zeiten, sondern zeigt verantwortungsvolles Handeln das ganze Jahr hindurch und engagiert sich persönlich bei allen möglichen Aktivitäten in seiner Moscheegemeinde. So versucht er einer “der besten der Ümmet” zu werden indem er sich zum Beispiel um die Nachbarn kümmert, die nicht viel über den Islam wissen, in dem er sich bei der Bildung von Kindern und Jugendlichen engagiert oder in dem er sich bei der Lösung von gesellschaftlichen wie auch die Muslime betreffenden Problemen ehrenamtlich einbringt.   

 

Liebe Brüder im Islam,

 

einer der Wege um Solidarität unter den Menschen zu praktizieren und sich gegenseitig zu unterstützen ist zweifelsohne der Kurban. So können Muslime bedürftigen Menschen in aller Welt oder Schüler und Studenten des Kur’ân das Opfertier oder Fleisch davon zukommen lassen und gleichzeitig bei sich selbst das Teilen praktizieren. So ist der Muslim imstande mit seinem Kurban die Nähe Allâhs zu erfahren und erlangt dadurch auch noch viel an Lohn bei Allâh, weil er damit bedürftige Menschen ernährt und so der Gesellschaft nützlich ist.

 

Von Hazret-i Ali (r.a.) sind die folgenden Worte über den Kurban überliefert: “Verlässt jemand sein Haus um ein Opfertier zu kaufen, erlangt er für jeden Schritt 10 Sevab als Gegenlohn, werden ihm 10 Verfehlungen getilgt und er steigt 10 Positionen bei Allâh höher. Jedes Wort beim Kauf des Tieres zählt als Tesbih, als Anbetung Allâhs. Bezahlt er das Tier werden ihm für jeden Dirhem (für jedes Silbergeld) siebenhundert Hasene (gute Taten) gutgeschrieben. Wird das Tier hingelegt und geopfert, so sprechen alle Wesen am Ort und bis zu sieben Stufen unter der Erde für den Menschen die Istiğfar, bitten um Vergebung für ihn. Fliesst das Blut des Tieres erschafft Allâh von jedem Tropfen Blut zehn Engel. Diese Engel sprechen bis zur Kıyâmet die Istiğfar für ihn. Für jeden Bissen an Fleisch, das er spendet beschert ihm Allâhü Teâla so viel Sevab und Lohn als hätte er einem von den (versklavten) Nachkommen des Gesandten Ismail (a.s.) die Freiheit geschenkt.

Ich habe hier in Kürze versucht den Wert von Kurban darzulegen. Für all jene Muslime, die die Bedeutung dieser Ibâdet und Anbetung Allâhs begriffen haben ist es nunmehr doch verpflichtend Wege zu suchen um ein Kurban-Tier zu opfern, auch wenn die finanzielle Situaion etwas schwierig sein sollte. Denn der Kurban birgt großen Lohn bei Allâh und ist eine Garantie für die Gesundheit des Opfernden im ganzen darauffolgenden Jahr.

Bei dieser Gelegenheit: alle Muslime die noch keinen Kurban organisiert haben, können sich weiterhin an unsere Moschee wenden und so sicherstellen, dass ihr Kurban entweder in der Türkei oder in einem anderen Land Schülern und Studenten die Wissen um den Kur’ân erwerben oder anderen bedürftigen Menschen zugutekommt.

 

Verehrte Muslime,

 

heute am dritten Oktober findet der alljährliche “Tag der offenen Moschee” statt. So wie hier werden in allen Moscheen die zu einem der Dachverbände im “Koordinationsrat der Muslime in Deutschland”gehören Hutbes mit demselben Thema vorgetragen: „Soziale Verantwortung - Muslime für die Gesellschaft“. Dabei wird besonders betont, dass Muslime gegenüber allen Teilen der Gesellschaft Verständnis aufbringen und Verantwortung zu übernehmen haben. Möge Allâh uns Eintracht und Frieden bescheren.  

Morgen ist der erste Bayram-Tag. Das Frühgebet wird hier in unserer Moschee um ... Uhr und das Bayram-Gebet wird um ... Uhr verrichtet. Weil es so wichtig ist erinnere ich noch mal gerne an die Teşrik-Tekbir nach jedem Namaz und wünsche von Allâhü Teâlâ, dass Er diesen Bayram zum Anlass nimmt und der Ümmet-i Muhammed und ihren Kindern viel an Hayr und Wertigkeit gibt.

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KRM - Pressemitteilungen

„Jeder Flüchtling ist zu allererst ein Mensch“ - Begegnung von EKD und KRM Delegation in München

Die leidvolle Situation der Flüchtlinge, die nach Europa und Deutschland kommen, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge in der öffentlichen Wahrnehmung nur in Zahlen oder vorrangig als Last wahrgenommen würden, betonten die Delegationen.

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