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07. November 2014 / 14. Muharrem 1436 - Hayâ

07. November 2014 / 14. Muharrem 1436 - Hayâ

Hochgeschätzte Muslime!

 

Bei Menschen, die in ihren Herzen den Îmân pflegen entfalten sich viele Tugenden und positive Eigenschaften. Wenn der Îmân dazu noch Konstanz gewinnt und sich vollständig einnistet, gedeihen die Tugenden beim Menschen und führen ihn auf den Weg der Vollkommenheit. Eine dieser Blumen im prachtvollen Blumenmeer des Islams ist die Hayâ genannte Rose, eine wunderbare Blume von tugendhaftem Schamgefühl wie es sie nur noch in  Herzen voller Îmân und Liebe gibt. Die deutsche Sprache hat leider weder eine direkte noch eine indirekte Entsprechung für Hayâ, aber man kann diese Eigenschaft mit Worten wie würdevolle und edle Zurückhaltung, Zierde und islamisch verstandenes Schamgefühl umschreiben. In der Fachsprache der muslimischen Gelehrten wird Hayâ beim Menschen als edle  Reue, als würdevolle Haltung und Selbstbeherrschung und als Fernhalten von etwas um deswegen nicht gerügt oder getadelt zu werden, beschrieben.

 

Liebe Brüder im Islam,

die größte und wichtigste Hayâ ist ohne Zweifel Hayâ vor  Allâh (c.c.). Zu den wichtigsten Aufgaben eines Muslims gehört es daher unser Herz, das Blick-Zentrum von Allâhü Zülcelâl ist, freizuhalten vor Glauben, die den Prinzipien der islamischen Religion entgegenstehen, unseren Verstand nicht für boshafte und menschverachtende Dinge zu benutzen, darüber hinaus uns davor zu schämen Dinge zu tun, die weder Allâh noch denkenden Menschen gefallen.  Rasûlullâh (s.a.v.), der Wegweiser der Menschen und der letzte der Gesandten spricht in einem Hadîs-i Şerîf: „Praktiziert Hayâ vor Allâh! Aufrichtig! Denn so wie Allâh (c.c.) eure Rızık, euren Lebensunterhalt einteilt, so teilt Er auch euren Charakter ein. Ich empfehle Dir Hayâ vor Allâh zu praktizieren so wie du dich in Gegenwart eines Mannes, der zu den Guten unter deinem Volk gehört, schämst und dich zurückhältst.“  

In der am Anfang meiner Hutbe vorgetragenen Âyet-i Kerîme spricht Allâhü Teâlâ Seinen über alles geliebten Gesandten (s.a.v.) mit diesen Worten an: „Ohne Zweifel hast du eine große Ahlâk.“

In der Geschichte der Muslime gibt es zuhauf Menschen die wahre Hayâ praktizierten. Ebû Mûsâ el-Eşârî (r.a.) von den Ashâb-ı Kirâm zum Beispiel sagte einst: „Auch wenn ich in einem dunklen Raum meine Ganzkörperwaschung mache kann ich vor Scham vor Allâh meinen Rücken nicht geradestellen.“

Oder Hz. Ebû Bekir (r.a), der, wenn er auf die Toilette ging, wegen seiner Hayâ vor Allâh seinen Rücken an die Wand lehnte und mit seinem Kleid seinen Kopf und sein Gesicht bedeckte.

Ein anderes schönes Beispiel ist der Mann der seine Namaz, seine täglichen Gebete im Garten vor der Moschee verrichtete, obwohl die Tür der Moschee niemals verschlossen war. Leute fragten ihn, warum er denn nie seine Namaz in der Moschee selbst verrichte und er antwortete darauf mit diesen sehr tiefsinnigen Worten: „Ich beging einst eine Verfehlung (Sünde) gegenüber Allâh. Daher schäme ich mich Sein Haus zu betreten.“

 

Verehrte Muslime!

Wenn wir bei uns selbst feststellen wollen ob und wie stark bei uns Hayâ vorhanden oder ausgeprägt ist, sollten wir auf die folgenden Dinge Acht geben: Wenn wir irgendetwas Ungebührliches oder gar Schlimmes anstellen wollen und dabei nicht das Gefühl verspüren diese Tat wenigstens nicht vor den Augen anderer tun zu müssen, wenn wir das Schweigen dem nutzlosen Gerede nicht vorziehen und wenn wir kein Unwohlgefühl bei Schamlosigkeiten von anderen Menschen bekommen, dann sind wir Meilenweit entfernt vom islamisch definierten Schamgefühl oder  Hayâ. Treffen diese Dinge nun auch auf uns zu, gibt es für uns nur ein islamisches Rezept, nämlich die tägliche Einnahme von Kelime-i Tevhid-Saft, darüber hinaus das regelmäßige Schlucken von Tefekkür-, also Nachdenk-Tabletten. Auch ist dazu noch empfehlenswert Ehrfurcht vor Allâh zu praktizieren und Umgang mit Menschen zu pflegen, die Hayâ vor Allâh leben.

 

Hayâ, Liebe Muslime,  ist derart scheu, dass sie sich zuerst am Eingang des menschlichen Herzens umsieht und dort nach Zühd und Takvâ sucht – ihre Freunde. Findet sie diese beiden Eigenschaften klopft sie an der Tür und möchte eintreten. Ansonsten entfernt sie sich rasch von diesem Menschen. Wenn sie sich entfernt, fängt der Mensch an, im übertragenen Sinne, übel zu riechen und zu Grunde zu gehen, wie ein Körper ohne Seele. Ehrfurcht vor Allâh und Hayâ ist die größte Ilim, das heißt Weisheit, Wissen und Erkenntnis. Wenn diese beiden Eigenschaften den Rûh, also die Seele verlassen verbleibt bei jenem Menschen keine Hayır mehr, also nichts mehr Gutes. Denn wie heißt es im Hadîs-i Şerîf: „Hayâ ist ein Ast (am Baum) des Îmân.  Wer kein Schamgefühl besitzt bei dem gibt es auch keinen Îmân(-ı Kâmil).“

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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