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07.Oktober 2011 / 10. Zilkâde 1432

VIKZ

Der Wert von Studierenden der islamischen Lehre

 

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Hochverehrte Muslime,
in unserer Hutbe sprechen wir heute über die Fazîlet, also den Wert von Schülern und Studenten, die sich dem Erlernen der islamischen Lehre verschrieben haben.


In der dritten Âyet-i Kerîme der Sûre Mâide heißt es meâlen, das heißt umschrieben: “An diesem Tage habe Ich euren Dîn (eure Religion) vollkommen gemacht, Meine Gaben auf euch vervollständigt und als Religion für euch habe Ich gefallen am Islam gefunden.” Diese Âyet-i Celîle wird in der folgenden Weise interpretiert: “Ich habe euch also alle Regelungen zu Îmân, Glaubensgrundlagen und Ahlâk verkündet; Ich habe euch die vollkommensten Rechtsgrundlagen und Ictihad-Regeln (Rechtsfindungsregeln) beigebracht. Hernach ist keine Gefahr mehr vorhanden, dass diese Regelungen ihre Gültigkeit verlieren. Und Ich habe euch mit Fügung und Hidâyet zur Saâdet-i Tâmme, das heißt zur vollkommenen Glückseligkeit geführt. Und als Religion für euch habe Ich mich mit dem Islâm zufriedengegeben, denn nur der Islam ist bei Allâh als Religion angenommen.” Der Dîn-i Celîl-i Islam ist demnach die letzte und vollkommenste Religion, die gesandt worden ist, damit die Menschen sowohl auf dieser Welt als auch im nächsten Leben Selâmet und Frieden finden können. Weil die Praxis der islamischen Regeln und Grundlagen, sowohl für den Einzelnen als auch gesellschaftlich, die Basis für die Errettung der Menschen bildet, hat unsere Religion die Muslime immerzu dazu angeregt diese Grundlagen zu erlernen und weiterzugeben. Darüber hinaus ist jenen, die sich mit dem Erlernen und dem Weitergeben der islamischen Religion beschäftigen sehr großer Wert beigemessen worden. In der Sûre-i Tevbe, in Âyet-i Kerîme 122 heißt es: “Die Gläubigen dürfen nicht alle auf einmal zu Felde ziehen. So soll sich von jeder Menschenschar eine (kleine) Gruppe in der Religion (perfekt) bilden und wenn sie zurückgekehrt sind ihr eigenes Volk belehren, so dass diese sich in Acht nehmen.”
Unser verehrter Gesandter, Peygamber Efendimiz (s.a.v.) spricht in einem Hadîs-i Şerîf dies: "Wünscht Cenab-ı Hak einem Menschen Gutes (Hayır), so macht er ihn zu einem Gelehrten (Fakih) in der Religion (des Islam)." In einem anderen Hadîs-i Şerîf heißt es: "Die Welt und alles darin haben keinen Wert, ausgenommen davon ist die Zikir an Allâh und all jene Dinge, die Nähe zu Ihm schaffen, darüber hinaus der Gelehrte, der Ilim (also die islamische Lehre) weitergibt und der Lernende (Talebe) selbst.”
Der große Gelehrte İmam-ı Rabbânî Müceddid-i Elf-i Sânî (k.s.) Hazretleri schreibt in seinem Werk Mektûbât-ı Şerife über das Erlernen und die Weitergabe der islamischen Lehre das Folgende:
 “Für die Mükellef, das heißt islamisch-rechtlich Volljährigen ist es vâcib, also pflicht die islamischen Glaubensgrundlagen zu erlernen. Das bedeutet zuerst müssen bei einem Muslim die Glaubensfundamente verankert werden. Diese Verankerung und die Glaubensfundamente müssen mit den Meinungen und Vorgaben der Gelehrten der Ehl-i Sünnet ve’l-Cemaat übereinstimmen… Danach erst gebührt es dem Muslim seine Amel, das heißt seine reigiöse Praxis gemäß den Inhalten des islamischen Rechts zu erlernen und auszugestalten. Dazu gehören zum Beispiel thematische Bereiche wie helal-haram, farz-vacib-sünnet und mendub-mekruh. Auch ist es wichtig und gewichtig mit den Lernenden und Studierenden verschiedene Bücher über die islamische FIKIH zu lesen und zu bearbeiten.“
In einem an den Gelehrten Seyyid Ferid Buharî gesandten Brief schreibt Imam-i Rabbânî (k.s.), dass er äußerst erfreut war über dessen Geschenke für die Lernenden der islamischen Lehre, damit sie ihre notwendigsten Besorgungen machen konnten und betont die Wichtigkeit solch einer weltlichen Zuwendung. Genauso wichtig sei es aber, den Studierenden der islamischen Lehre gesellschaftlich und spirituell hohen Wert beizumessen und sie zu respektieren.

Liebe Muslime,
zu diesem Thema kann man noch sehr viel sagen. Um es aber zusammenfassend auf den Punkt zu bringen sollten wir eines festhalten: Die größte Nîmet und Gabe auf der Welt ist zweifellos das Erlernen und Weitergeben der islamischen Lehre und die Hilfe, die man jenen zukommen läßt, die sich damit beschäftigen.
Vor allem auch in Anbetracht der in den kommenden Wochen beginnenden Herbstferien sollten wir in diesem Punkt keine Mühe und Not scheuen und unsere Beiträge dazu leisten. Jene, die sich mit dem Erlernen der islamischen Lehre beschäftigen, sollten sich bewußt machen welche Nîmet und welchen Schatz sie da in der Hand halten. Dies sollte ihnen Antrieb genug sein sich bestmöglich anzustrengen. Und die anderen, die diese Möglichkeit nicht haben, sollten die Lernenden in weltlicher und spiritueller Hinsicht unterstützen und ihnen mit Herz und Verstand beistehen. Nur so können sie an dieser großen Ehre teilhaben.

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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