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08. August 2014 / 12. Şevvâl 1435 - Verdacht und Argwohn

08. August 2014 / 12. Şevvâl 1435 - Verdacht und Argwohn

Meine sehr verehrten Brüder im Islam!

Die islamische Religion verbietet das Herumspionieren über das Privatleben der Menschen und darüber hinaus jedwedes Verhalten außerhalb von Ahlâk-ı Hamîde. Dem Mü’min gebührt es in erster Linie Fehler und Mängel der Menschen zuzudecken, und nicht sie öffentlich zu machen. Das Verhaltensmuster, das ein guter Muslim an den Tag zu legen hat, ist es Fehler und Mängel so zu behandeln als hätte man diese nicht gesehen und so den Menschen die Möglichkeit geben sich selbst zu korrigieren oder nach anderen Wegen der Berichtigung suchen. Hierbei müssen wir besonders darauf Acht geben uns nicht allein auf die Berichtigung des Fehlers oder des Mangels zu konzentrieren, sondern und vor allem um die Wahrung der Würde und Wertigkeit desjenigen, der diese Handlung vollzogen hat und diesem damit die Möglichkeit geben trotz seines begangenen Fehlers das richtige Verhalten selbst zu erlernen.   

Wir Muslime, die wir an die Âhiret glauben, haben im Privatbereich anderer Menschen nichts zu suchen. Denn die individuelle Freiheit eines Menschen hört dort auf wo die Freiheit des anderen beginnt. Wer sich dieser Grenze nähert hat die Verpflichtung die gesellschaftliche Ordnung zu wahren. Leute die mit dem  gesellschaftlichen Frieden Probleme haben und die einer positiven Zukunft der Menschen ständig Steine in den Weg legen und die deswegen mit den Augen nachspionieren und mit den Ohren die Geheimnisse anderer stehlen, begehen damit ein großes Verbrechen.  

Ein Mü’min, der seine eigenen Fehler sieht und damit beschäftigt ist diese zu korrigieren, kann den Privatbereich anderer Menschen nicht ausspionieren - sollte  es nicht können! Ein Muslim der sich auf sein Verhältnis zu Allâhu Teâlâ konzentriert und auf diesem Wege den Kampf mit seiner Nefis, seiner niederen Triebseele aufgenommen hat, kann sich mit den Fehlern und Mängeln anderer Menschen nicht beschäftigen.     

Wer sich Argwohn und Verdacht hingibt und so unbedingt auf das Finden von Mängeln bei anderen aus ist, wird vor einem Ergebnis stehen, das keineswegs gut ist oder Wert bei Allâh hat. Auch eine darauf basierende Entscheidung wird keine richtige sein. Denn Cenab-ı Hakk spricht: "Zann und Verdacht  birgt in sich von der Wahrheit rein gar nichts." [Sûre-i Yunus, 36]

Wenn wir an alles nur mit Zweifeln und Misstrauen herangehen, kommt uns unweigerlich zuerst "Verdacht und Argwohn" vor die Augen. Das Licht das uns auf den Feldern von Verdacht vorscheint ist nie und niemals das Licht von Ilim, das heißt von Wissen, Erkenntnis und Weisheit. Es sind vielmehr Einbildungen als Summe von unrichtigen Vermutungen. Daher spricht Cenab-ı Hakk: "O die ihr den Îmân verinnerlicht habt, meidet das Meiste von Mutmaßungen. Denn manche Mutmaßung ist eine Verfehlung. Spioniert nicht einander eure Fehler und Mängel aus. Machet einander keine Gıybet, keine üble Nachrede. Mag einer von euch das Fleisch seines toten Bruders essen?... In der Tat verabscheut ihr es! Prakiziert Takvâ vor Allâh! Denn Allâh ist Tevvâb, der Reue-Annehmende, Er ist Rahîm, der Viel-Vergebende." [Sûre-i Hucurat, 12]

Ein Charakter voller Verdacht und Argwohn führt zu Misstrauen. Es findet sich schwerlich jemand der die Freundschaft eines Menschen voller Argwohn und Misstrauen anstreben würde. Wer soll einem Freund vertrauen können, der getrieben ist von Verdacht und Misstrauen und der dadurch in seinem Charakter unberechenbar geworden ist? Eine Beziehung die weder für die Gegenwart noch für die Zukunft Vertrauen einflößt will natürlich keiner eingehen. Ein Mensch der sich vor Misstrauen und bösen Verdächtigungen nicht befreien kann, wird ohne Zweifel von Liebe und Vertrauen gemieden. 

Rasûlullâh (s.a.v.), der seine Ümmet immerzu fern von Unheil und Leid haben wollte und der sich für ihr Glück aufopferte, spricht dies:

"Meidet den (bösen) Verdacht. Denn dieser Verdacht ist die am meisten lügenbehaftete Nachricht. Versuchet nicht eure Fehler und Mängel auszuforschen, spioniert nicht einander euren Privatbereich aus, wetteifert miteinander nicht um das Überlegensein,  neidet einander nicht, hasset einander nicht, wendet euch nicht von einander ab. O ihr Knechte Allâhs, seid (aufrichtig zueinander wie) Brüder."

Ein Mensch der sich befreien will von dieser schlimmen Eigenschaft, die dem Islam und der Vernunft zuwider ist, soll sich zuerst um seine eigenen Fehler kümmern und sich selbst zur Rechenschaft ziehen. Ansonsten wird er weiterhin zu der im folgenden Hadîs-i Şerîf angesprochenen Personengruppe gehören:

O ihr Leute, die mit ihren Zungen Muslime sind, aber bei denen der Îmân nicht bis zum Herzen durchgedrungen ist! Quält die Muslime nicht, kritisiert sie nicht, forschet nicht ihre Fehler und Mängel aus. Wer die Fehler seines Bruders (im Islâm) ausforscht dem macht Allâh (c.c.) seine Fehler ausfindig. Und wem Hazret-i Allah (c.c.) seine Fehler ausfindig macht, den stellt ER bloß, auch wenn er in seinem eigenen Haus verweilt.” [Tirmizi, 2032]

 

Liebe Muslime,

eine wichtige Erinnerung noch zuletzt: Wer von euch dieses Jahr zum Hadsch fahren will sollte sich mit der Antragstellung beeilen und sich hier in der Moschee melden. Wegen den Umbauarbeiten an der Mescid-i Haram in Mekke-i Mükerreme sind die Kontingente begrenzt.

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KRM - Pressemitteilungen

„Jeder Flüchtling ist zu allererst ein Mensch“ - Begegnung von EKD und KRM Delegation in München

Die leidvolle Situation der Flüchtlinge, die nach Europa und Deutschland kommen, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge in der öffentlichen Wahrnehmung nur in Zahlen oder vorrangig als Last wahrgenommen würden, betonten die Delegationen.

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