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08. Januar 2016 / 28. Rebîulevvel 1437 - Die Eroberung von Mekke

08. Januar 2016 / 28. Rebîulevvel 1437 - Die Eroberung von Mekke

Liebe Muslime,

vergangenen Sonntag, am 3. (dritten) Januar war der Jahrestag der Einnahme von Mekke durch Rasulullâh (s.a.v.). Aus diesem Grunde möchte ich heute in meiner Hutbe über die Sûre-i Nasr und die darin dargelegten Begrifflichkeiten „Hilfe Allâhs“ und „Fetih Allâhs“, also Eroberung sprechen. 

Wir alle wissen seit unserer Kindheit um das unsägliche Leid und die Entbehrungen, denen die Muslime in den ersten 13 (Dreizehn) Jahren der islamischen Geschichte ausgesetzt waren. Unser Nebiyy-i Zişan (s.a.v.), der edelste aller Menschen, der feinfühligste, der vollkommenste und der mit der besten Ahlâk wurde verfolgt und verletzt; und musste  unermessliches Leid über sich ergehen lassen. Im fünften Jahr seiner Gesandtschaft mussten einige der Muslime nach Abessinien auswandern, Hicret machen, woraufhin die Mächtigen der Mekkaner den Druck und die Gewalt gegen die Muslime erhöhten. Auch verwiesen sie die Muslime für Jahre in eine Art Ghetto und verwehrten ihnen jedweden Kontakt und Möglichkeit der Arbeit für ihren Lebensunterhalt. Im zehnten Jahr seiner Gesandtschaft starben zuerst sein Oheim und Beschützer Ebu Talib und später unsere ehrenvolle Mutter Hazret-i Hadice (r.a.). Für Rasûlullâh (s.a.v.) war dieses Jahr ein Jahr des Verlustes und der Trauer.

So fällt zum Beispiel auch seine Reise nach Tâif in dieses besagte Jahr der Trauer. Zusammen mit seinem Diener Hazret-i Zeyd bin Harise (r.a.) ging er dorthin und lud die Menschen zum Islam ein. Aber träge und unaufgeschlossene Menschen in Taif ließen ihn mit Steinen bewerfen und jagten ihn blutüberströmt aus der Stadt. Er aber, unser Aleyhi’s-Salatü ve’s-Selam Effendi, praktizierte Sabr und Standhaftigkeit gegenüber all diesen Schwierigkeiten - denn er verkörperte den wahren Weg zu Allâhu Teâlâ. Für diesen Weg und für die Hidayet, das heißt die Leitung der Menschen auf diesen Weg hin, hat er Zeit seines Lebens alle Anstrengungen auf sich genommen. 

 Dieser, der so viel Barmherzigkeit in sich tragende Habib-i Ekrem (s.a.v.) Effendi erlebte nach den schlimmen Ereignissen in Tâif die Mucize von Isrâ und Mi’râc, also die Reise in die verschiedensten Sphären des bekannten und unbekannten Universums. Danach fanden in zwei darauffolgenden Jahren die Treuebekundungen der medinensischen Muslime in Akabe statt, in welchen Rasûlullâh (s.a.v) viel Freude fand. Anschließend machte er die Hicret nach Yesrib, nach Medine-i Münevvere, von wo aus er seine Anstrengungen für den Akîde-i Tevhîd, also den Glauben an den Einen Allâh weiterführte. Denn auch nach seiner Hicret nach Medine ließen die Polytheisten von Mekke nicht nach und bedrängten Rasûlullâh und seine Gemeinschaft sehr stark, so dass sie keine andere Wahl hatten als gegen die Angreifer zu kämpfen. So kam es in den folgenden Jahren zu verschiedenen Auseinandersetzungen wie die Kriege bei Bedir und Uhud und den Grabenkrieg, darüber hinaus die kriegerischen Vorfälle um Beni Kurayza, Hayber und Mu’te. Am Ende dann kam die Einnahme von Mekke, in die die Muslime ohne kämpfen zu müssen hineingehen konnten.

Die anfangs erwähnte Sûre Nasr ist nach Meinung vieler Ulemâ während der Eroberung von Mekke offenbart worden. Vom großen Sahabi und Tefsirgelehrten Ibn-i Abbâs (r. anhüma) ist diese Formulierung überliefert: „Der Fetih, also der Sieg von der in dieser Sûre berichtet wird ist die Eroberung von Mekke. Denn die Eroberung von Mekke ist Fethu’l-Futûh, das heißt der wichtigste aller Siege (in der Islamischen Geschichte).“

In der ungefähren Bedeutung dieser Sûre-i Celîle heißt es: “Wenn die Hilfe Allâhs kommt und der Sieg und du die Menschen in Scharen zur Dîn Allâhs eintreten siehst, dann lobpreise deinen Rabb und Allâh in dem Du IHM Hamd und Dankbarkeit erweist und bitte IHN um Maghfiret, um vollständige Tilgung aller deiner Verfehlungen. Denn ER ist wahrlich Tevvâb, Er nimmt alle Reuebekundungen an.”

 

Verehrte Muslime,

in den Tefsirwerken zur Sûre-i Nasr finden wir sehr wertvolle Kommentare. Zwei davon möchte ich hier zitieren: “Die eigentliche Bedeutung bei dieser Sûre ist: Die Hilfe und der Sieg von der hier gesprochen wird, ist nicht ausschließlich gegen die Kureyş und für die Eroberung von Mekke zu beziehen. Vielmehr ist diese Hilfe und der versprochene Sieg als Schlüsselereignis und Startschuß für alle in der islamischen Geschichte  stattfindenden Siege zu verstehen.” Demnach gehört auch die Eroberung Istanbuls 1453 durch die Muslime in die Hilfe Allâhs und zu den Siegen, von denen in dieser Sûre berichtet und mit dem berühmten Hadis-i Şerif untermauert wird.

Ein anderer Eintrag in einem Tefsirwerk ist eigentlich noch wertvoller. Dort heißt es: “Nach all den Einlassungen und Erläuterungen können wir feststellen, dass der Fetih, von der in dieser Sûre gesprochen wird, nicht auf die Eroberung von Ländereien zu begrenzen ist, sondern viel mehr als Eroberung und Begeisterung der Herzen der Menschen für Îmân und Islâm zu verstehen ist.“

Wie wir alle klar sehen können geht dieses hier dargelegte Verständnis von Eroberung und „Hilfe Allâhs“ mit der, schon ab der ersten Stunde praktizierten Herangehensweise von Rasûl-i Ekrem (s.a.v.) vollständig einher. Es deckt sich und komplettiert einander. Dieses Verständnis bildet das Fundament für die Anstrengung, also „Hizmet auf dem Wege Allâhs“. So wie in vielen Ayet-i Kerimes und Hadis-i Şerifs dargelegt, werden die Muslime die „Hilfe Allâhs“ und den Sieg bekommen und so werden die Menschen in Scharen mit Îmân und Islam beehrt werden. Die Eroberung der Herzen ist demnach eine Fortsetzungsgeschichte…

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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