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09. Mai 2014 / 10. Recep 1435 - Bedeutung von Duâ

09. Mai 2014 / 10. Recep 1435 - Bedeutung von Duâ

Verehrte Muslime!

Heute sprechen wir über die Bedeutung von Duâ.

Nach dem Wörterbuch bedeutet Duâ, wie Davet oder Dawa, einfach “rufen”. In unserem Verständnis ist es eine Bitte und ein Flehen, vorgetragen von klein nach groß und von unten nach oben. Duâ im eigentlichen Sinne ist die Bitte des Menschen an Allâh um Hilfe und Beistand. Menschen die um ihre Machtlosigkeit wissen, die sich bewußt sind wie schwach und bedürftig sie sind und die ihre Fehler und Mängel zugeben, wenden sich an die absolute Macht, an Allâh und machen Duâ – dies ist die Bedeutung und die Konsequenz Abid (Abd) und Muslim zu sein.

Wer in Hochmut schwelgt und versucht sich dem Schöpfer entgegenzustellen, anstatt Ihn anzuflehen, wird ganz bestimmt nicht mit Barmherzigkeit behandelt.

Dazu heißt es in der Sûre-i Furkan in Âyet 77 ungefähr: “Sprich (zu den Leugnern): “Wäre da nicht eure Duâ und euer Flehen würde Allâh euch keine Beachtung schenken! Ihr habt (seine Religion) abgeleugnet; so wird die Strafe der Leugnung euch zu schneller Zeit erreichen.”

In der Âyet 60 (sechzig) der Sûre-i Mü’min spricht Allâhu Teâlâ: “Und euer Rabb und Herr spricht dies: Machet Duâ an mich, so nehme ich diese an. Und jene die sich hochmütig von Meiner Ibâdet und Knechtschaft abwenden werden in Erniedrigung in die Cehennem eintreten.”

Die Erschaffung des Menschen ist an die Ubûdiyyet, also die Hinwendung zu Allâh gebunden. Wer sich dieser Bestimmung entzieht verliert an Wert. Dazu heißt es in Âyet 56 der Sûre-i Zâriyât: “Und ICH erschuf die Menschen und die Dschinn damit sie mich anbeten.”

Allâhu Teâlâ hat die Menschen erschaffen aus dem Nichts und ihnen alles gegeben ohne Gegenleistung. Ist es nicht da das ureigenste Recht Allâhu Teâlâs von den Menschen zu verlangen, dass sie ihre Hilflosigkeit und Bedürftigkeit anerkennen, Seine Größe und Allmacht akzeptieren und sich in Demut und mit Duâ hinwenden? Duâ ist Zikir, also Gedenken Allâhs. Duâ ist der Dank für die Gnade und Gaben Allâhs. Duâ ist die tiefe innere Akzeptanz Allâhs. Duâ ist die Suche nach Nähe und Schutz Allâhs, und Duâ ist Ibâdet und Anbetung Allâhs aus tiefstem Herzen.

Rasûlullâh (s.a.v.) spricht: “Duâ ist der Kern der Ibâdet”.

 

Liebe Muslime,

wer erhaben ist und sozusagen “über den Dingen steht” begegnet den Menschen mit Merhamet und Şefkat, das heißt mit Güte und Barmherzigkeit. Hazretî Allâh (c.c.), der in absoluter Weise erhaben und barmherzig ist, spricht hierzu:

„Und wenn dich meine Ibâd und Knechte nach mir fragen, so sollen sie wissen ‚ICH bin ihnen nahe. Wenn der Bittende sich mit seiner Duâ an MICH wendet, ICH antworte ihm gewiss. So sollen sie meiner Einladung folgen und den Îmân an mich verinnerlichen, damit sie den richtigen Weg finden‘.“ [Bakara, 186]

 

Über die Art und Weise wie wir Menschen uns Allâhu Teâla hinwenden können handeln die folgenden Verse im Kur’ân-ı Kerîm:

“An euren Rabb und Herrn richtet eure Duâ in Ergebenheit und im Verborgenen. Wisset, Er mag die nicht, die ihre Grenzen überschreiten. Und richtet auf der Erde kein Unheil und Leid an, nachdem sie befriedet wurde. Und richtet Duâ an Allâh in Ehrfurcht (vor Seiner Allmacht) und in Hoffnung (auf Seine Gnade). Gewiss, die Rahmet und Allbarmherzigkeit Allâhs ist denen nahe, die Muhsin sind und Gutes tun.” [A’raf, 55,56]

“Mache Zikr an Allâh in deinem Innern demütig, ehrfürchtig und in leiserer Art als das wahrnehmbare Sprechen – morgens und abends und sei nicht von den Gâfilîn, den Achtlosen.” [A’raf, 205]

Es gibt viele verschiedene Duâ-Formen, die uns Rasûlullâh (s.a.v.) hinterlassen hat und mit denen wir uns an Allâhu Teâlâ hinwenden können. Am wichtigsten aber ist die aus tiefstem Herzen kommende Sprache, die wir Muslime sprechen müssen wenn wir uns Allâh zuwenden und Duâ machen.

Damit eine Duâ bei Allâh ankommen kann ist es erforderlich sich mit reinem Herzen, reiner Sprache und in jedweder Hinsicht sauberem Körper an Allâh zu wenden. Beenden wir unsere Hutbe mit einer Nasîhat, einem Ratschlag eines Velî:

Das Volk von Basra kam eines Tages zu Hasan-ı Basrî Hazretleri und sagte:

 “-Ya Imam, unsere Duâs werden von Allâh nicht angenommen. Was kann der Grund dafür sein?” Hasan-ı Basri Hazretleri antwortete ihnen:

-Erinnert ihr euch nur ehrlich und aufrichtig daran, dass ihr Seine Ibâd und Knechte seid. ER weiss, dass ER euer Rabb und Herr ist.”

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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