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10. März 2017 / 11. Cemaziyelahir 1438 - Der Kampf gegen die Nefs-i Emmâre

Hutbe

Sehr verehrte Muslime,

in meiner Hutbe spreche ich heute über den Kampf gegen die NEFS-I EMMARE, die niedere Triebseele.

Cenab-ı Hakk spricht in der Sûre Yusuf vom Gesandten Yusuf (a.s.), der da sagt: “Wahrlich, ich spreche meine Nefis nicht frei. Denn die Nefis gebietet immerzu das Üble, außer (bei) jenen die mein Rabb und Allâh mit Rahmet und Segen beschenkt hat. Ohne Zweifel ist mein Rabb Allverzeihend und Allbarmherzig." Rasûlullâh (s.a.v.) spricht in einem Hadis-i Şerif: “Der größte deiner Feinde ist die Nefis, die da ist zwischen deinen beiden Flanken”, und mit der folgenden Duâ weist er auf die Gefährlichkeit der Nefis hin: “O mein Allâh, lasse mich auch für den Sekundenbruchteil eines Augenblickes nicht alleine mit meiner Nefs.”

Nefs und Şeytan sind jene zwei großen Feinde des Menschen, die unentwegt und ständig darauf hinarbeiten ihn von der Rızâ und dem Wohlgefallen Allâhs zu entfernen, um damit sein ewiges Leben zu ruinieren. Die Nefs hat die Stärke und Ausdauer von zusammen 72 (zweiundsiebzig) Şeytans. Die Evliyâ-ullâh haben mit der folgenden Aussage die Gefährlichkeit der Nefs-i Emmâre in besonderem Maße hervorgehoben: “Auf dieser Welt gibt es kein Geschöpf das mehr Angst einzuflössen vermag und schädlicher (für den Menschen) ist, als die Nefis. Der Şeytan flüchtet wenn aus dem Kur’ân-ı Kerîm gelesen wird. Später kommt er wieder. Aber die Nefs ist dem nicht so. Was wir auch machen, sie wird nicht weggehen.“

„Die Nefs-i Emmare ist in ihrer Boshaftigkeit und in ihrem Egoismus derart aus den Fugen geraten, dass sie ständig danach dürstet, dass alle Menschen an sie gebunden und von ihr abhängig sind, dass alle und jeder sie zu lieben habe und sie selbst nichts und niemanden bedürfe. Diese Nefis kann am Ende sogar so weit gehen, dass sie sich selbst – Hafizanallâh/Möge Allâh bewahren - als einen Schöpfer nebst dem Allmächtigen Allâh ansieht oder gar darüber hinaus, auch den Schöpfer der Welten nicht neben sich selbst dulden mag. Jede Nefs-i Emmâre –ob der Mensch es nun weiß oder auch nicht – trägt diese Eigenschaften und ist ungemein gefährlich.” Daher spricht Allâhu Teâlâ in einem Hadis-i Kudsî: “Erkenne deine Nefs als deinen Feind an. Denn sie stellte sich in Feindschaft Meiner Allmacht gegenüber.”

Dass Allâh diesen Feind zu einem Teil unseres Körpers werden ließ, ist keineswegs eine Zulum und Unrecht - Allâh bewahre uns vor solch falscher Schlussfolgerung. Denn genau hierin liegt die Ursache für den möglichen Auftstieg des Menschen über alle anderen Wesen, ja sogar über die Position der Engel. Nur durch den steten Kampf gegen diesen Feind, gegen die Nefs ist der Mensch imstande sich zu befreien von ihren Trieben, Wünschen und Nachstellungen und kann schlußendlich zu einem wahren Menschen aufsteigen.

 

Liebe Muslime,

um die Begierden und Triebe der Nefis zu bändigen und den Menschen mit der Ahlâk-Ullâh zu zieren hat Allâhu Teâlâ den Weg des Tasavvuf und der Sufis eingerichtet und den Evliyâ-ullâh, sprich die “Mürşid-i Kamil” die dazu notwendige Kraft und Bevollmächtigung gegeben. Der große Gelehrte Ebu’l-Faruk Silistrevi Hazretleri (k.s.) hat hierzu folgende Einlassung gemacht: “So wie Mevlâ-i Zülcelâl Seinen Gesandten vorbereitet hat, so hat Er auch dessen (geistige) Erben vorbereitet.”(8) “Allahü Teala hat alles an eine Bedingung und an einen Grund gebunden. So wie Er die Frucht von den Ästen eines Baumes verteilt, so verteilt Er Seine Nûr, das heißt das Licht der Zât-ı İlahi über die Herzen eigens dafür auserwählter Menschen.”

Mürşid-i Kamil sind jene großen Persönlichkeiten, die noch nicht einmal für einen Augenblick das Gedenken Allâhs vergessen, die darüber hinaus die Sünnet Rasûlullâhs (s.a.v.) in jedweder Hinsicht fest umklammert haben und bei denen man – erblickt man sie oder denkt an sie – immerzu auch an Allâh erinnert wird. Die “Ulemâ” und Gelehrten von denen im berühmten Hadîs-i Şerîf „Die Ulemâ sind die Erben der Gesandten (Allâhs)“ berichtet wird, sind unzweifelhaft jene wahren Gelehrten, die „Arif-i billâh“ sind, also die Erkenntnis Allâhs geschafft haben und zu „Mürşid-i Kamil” geworden sind.

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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