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10. Oktober 2014 / 16. Zilhicce 1435 - Nachsicht, Toleranz und Respekt

10. Oktober 2014 / 16. Zilhicce 1435 - Nachsicht, Toleranz und Respekt

Verehrte Muslime,

das Leben ist eine Prüfung für den Menschen, wozu auch seine Gesellschaftlichkeit zählt, also sein Umstand mit anderen Menschen zusammenleben zu müssen. Ein gutes Zusammenleben von Menschen in Frieden und Harmonie kann nur durch Akzeptanz und gegenseitigen Respekt hergestellt werden. Wenn dies nicht gegeben ist, sind Spannungen vorprogrammiert. Akzeptanz und Respekt ist als Einheit eine Eigenschaft, der die Herzen milde stimmt und die Liebe und brüderliche Verbundenheit unter den Menschen stärkt. Als Eigenschaften sind diese Werte wahrer Schmuck für einen Menschen. Für den gläubigen Muslim bedeuten diese Eigenschaften die Farbe und den Duft der Rose zuerst zu sehen und zu riechen und nicht etwa ihre Dornen.

 

So gesehen praktizieren Muslime Respekt und daraus hervorgehend auch Nachsicht und Toleranz in fast jeder Lebenssituation. Aber, wenn es um Situationen und Themen geht, in denen den Geboten Allâhs und seines Gesandten Respektlosigkeit geschieht, den islamischen Vorschriften zuwidergehandelt wird oder die Wahrheit Allâhs und islamische Werte in Mitleidenschaft gezogen werden, ist es für einen Muslim wichtig und geboten in der geeigneten Form und ohne die Grenzen zu überschreiten “Stop!” sagen zu können. Dafür aber müssen wir den Islâm und dessen Grenzen sehr gut kennen - und wenn nötig diese lernen.

 

Liebe Gemeinde,

das Leben ist voller Entbehrungen und Sorgen. Wir können nicht erwarten, dass alles so verläuft wie wir es uns wünschen. Manchmal wird uns Unrecht getan und wir werden benachteiligt oder beleidigt. Es kommt vor, dass wir groben und verletztenden Verhaltensweisen sogar von unserer eigenen Frau, den Kindern, Verwandten oder Freunden ausgesetzt sind. In all diesen Situationen gehört es zur Edeb, also zum islamisch verstandenen guten Benehmen eines Muslims Nachsicht walten zu lassen und deren Fehler und Grobheiten zu verzeihen. Allâh (c.c.) spricht in den folgenden zwei Versen ungefähr dies: “Nicht gleich sind die gute Tat und die schlechte Tat. Wehre mit einer Tat, die besser ist, (die schlechte) ab. So dann wirst du sehen, dass derjenige, zwischen dem und dir Feindschaft besteht zu einem warmherzigen Freund wird.” Und “Wenn einer standhaft erträgt und vergibt, gehört dies ohne Zweifel zu den größten Taten.” Rasûlullâh (s.a.v.) spricht in den folgenden Hadis-i Şerif: “Hazret-i Allah erhöht den Wert und das Ansehen des Verzeihenden. Wer um Allâhs Willen Bescheidenheit zeigt und Nachsicht übt, den erhöht Allâh.” Und “Wenn der Mensch die Verfehlung eines (anderen) Menschen auf dieser Welt bedeckt (also versteckt), dessen Verfehlung bedeckt (also vergibt) Allahü Zülcelâl am Kıyâmet-Tag.”. Für uns heisst das: Sowohl im Kur’an-ı Kerîm als auch in der Sünnet-i Seniyye sind Respekt und Nachsicht befohlen und denjenigen, die die Fehler der Menschen verzeihen großen Lohn versprochen worden.

 

Geschätzte Brüder im Islam,

unser größtes Vorbild, der Grund für unsere Rechtleitung, der wertvollste aller Propheten (s.a.v) hat ein Leben gelebt in Vergebung und in Respekt und Nachsicht. Die Erniedrigungen und Qualen, die er in Mekke-i Mükerreme erleiden musste, trotz der schützenden Hand seines Onkels; die Geschehnisse in der Stadt Tâif; seine Hicret, also seine Flucht nach Medine; die Schlacht bei Uhud und das Martyrium seiner Ashâb-ı Kirâm sind nur einige Beispiele dafür. Trotz all dem hat Er sich geweigert seine Peiniger zu verfluchen und sprach immer wieder: “Zweifellos bin ich als Rahmet, als Segen gesandt worden und nicht um (die Menschen) zu verfluchen”  und hat für sie um Vergebung gebeten: “O mein Allâh, führe mein Volk zur Rechtleitung, zur Hidayet, denn sie wissen nicht, sie verstehen die Wahrheit nicht.” Dies ist unser Rasûl-u Âzam (s.a.v.), dessen Ümmet wir sein dürfen.

 

Deswegen liebe Muslime, sollten wir uns bemühen Nachsicht und Toleranz als Eigenschaften anzueignen, damit die Herzen milde werden, unsere geliebten Freunde und Nächsten uns nicht verlassen und der Band der Zuneigung unter uns stärker wird.

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KRM - Pressemitteilungen

„Jeder Flüchtling ist zu allererst ein Mensch“ - Begegnung von EKD und KRM Delegation in München

Die leidvolle Situation der Flüchtlinge, die nach Europa und Deutschland kommen, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge in der öffentlichen Wahrnehmung nur in Zahlen oder vorrangig als Last wahrgenommen würden, betonten die Delegationen.

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