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12. Dezember 2014 / 19. Safer 1436 - Wert und Bedeutung von Nâfile Ibâdet

12. Dezember 2014 / 19. Safer 1436 - Wert und Bedeutung von Nâfile Ibâdet

Hochgeschätzte Muslime,

in unserer heutigen Hutbe möchte ich über den Wert und die Bedeutung der nafile ibâdât, das heißt der freiwilligen rituellen Gebete, sprechen.

Muslimische Gelehrte beschreiben das Wort Ibâdet mit den folgenden Worten: Ibâdet ist wenn der Mensch in „Kemâl-i Muhabbet“, das heißt in vollkommener Liebe und in bester Edeb, sprich in höchster Würde mit einem Gefühl von großem Respekt sich vor dem Erschaffer und dem Lebensspender aller Welten verneigt und mit Seinen Geboten und Seinen Entscheidungen in kompletter Harmonie lebt.

Die von Allahu Teâlâ zur Pflicht erkorenen farz und vacib ibâdât stehen an oberster Stelle unserer Aufgaben als gläubige Muslime. Keine Anbetungsform und keine Ibâdet ist gewichtiger als eine Farz-Ibâdet. Denn zeitige Verrichtung von Farz-Ibâdât bedeutet Allahü Teâlâ als Rabb, als erziehender Schöpfer zu akzeptieren und sich vor Seiner Allmacht zu verneigen.

Islamisch wertvolle Handlungen und Taten, die nicht farz oder vacib sind, nennen wir nâfile Ibâdât. Die wichtigsten nafile namaz sind die Sünnetgebete bei den täglichen Gebeten, dann der duha namaz (im Türkischen auch kuşluk namaz, Vormittagsgebet, genannt), evvâbin namaz am Abend, der in der Nacht verrichtete teheccüd namaz und schließlich der tesbih namaz. Darüber hinaus gibt es nafile namaz für die gesegneten Kandil genannten Nächte, und auch noch andere Formen des Gebetes, die einem Muslim noch zusätzlichen geistlichen Gewinn eintragen. All dies sind Ibâdât und Gebete, die Rasulullah (s.a.v.) uns allen besonders ans Herz gelegt hat. Fahr-i kâinat, der Stolz der Welten, verrichtete selber diese ibâdât und ermunterte seine Familie und seine Ashâb sie gleichfalls zu verrichten. Manchmal sogar schwollen des Nachts seine Füße an, weil er so lange in Gebeten versunken war. So sprach einmal Hazreti Aişe (r.a.) bei diesem Anblick: „Yâ Rasûlallâh, euch sind alle Tore der Sünde verschlossen, sowohl für die vergangenen als auch für die zukünftigen. Warum tut ihr euch das an?“ Und der Gesandte Allâhs antwortete: „Yâ Aişe, darf ich denn kein Mensch sein, der Allah (c.c.) gegenüber viel Şükür und Dank praktiziert?
Von Zeit zu Zeit zum Beispiel suchte er das Haus von Hazret-i Ali und Fatima (Radiyallahu anhüma) auf und fragte sie: “Wann werdet ihr den (Tehecüd) Namaz verrichten?”

Einmal gar sprach der Gesandte Allâhs zu Enes ibni Mâlik (r.a.) die folgenden Worte: “Mache es dir zur Gewohnheit Duha-Namaz zu verrichten. Denn dieser Namaz ist das Gebet der Evvâb  (also von Leuten, die viel Tevbe und Reue praktizieren).”

Und in verschiedenen anderen Hadis-i Şerif heißt es: “Wer den Duhâ Namaz zur Gewohnheit werden lässt, dessen Fehler und Sünden werden vergeben, auch wenn sie so viel sein sollten wie der Schaum aller Meere.” und “Die beiden Sünnet-Einheiten des Morgengebetes haben mehr Hayr und Wert bei Allâh als die Welt und alles was darin ist.”

Der große Gelehrte Ebu’l-Fârûk Silistrevi (k.s.) Hazretleri praktizierte diese freiwilligen Ibâdât äußerst gewissenhaft und empfahl sie den Menschen in seiner Umgebung und seinen Schülern. Einmal gar sagte er zu seinen Schülern: “Meine lieben Kinder! Unterschätzt niemals den (freiwilligen) Hacet Namaz. Sehr viele unserer Bedürfnisse und Probleme haben wir erst dank des Hacet Namaz lösen können.”

Cenab-ı Hakk spricht in der eingangs vorgetragenen ayet-i kerime: “Wache einen Teil der Nacht und verrichte (mit dem Lesen des Kur´ans) den namaz des Nachts als freiwilliges Zusatzgebet.” Vor der Offenbarung dieser ayet-i kerime gebot Allahu Teâlâ die fünf Gebete am Tag, also den Namaz und ließ erst danach diese Erklärung folgen, die zu Gebeten in der Nacht anleitet. Unser aller Stolz, Rasûlullâh (s.a.v.), spricht in einem Hadîs-i Şerif: “O Ihr Menschen! Verbreitet das Selam-Wort, speist euren Nächsten und verrichtet vor allem eure Namaz in der Nacht, wenn die anderen schlafen, auf dass ihr in Frieden in die Cennet gelangt.”

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KRM - Pressemitteilungen

„Jeder Flüchtling ist zu allererst ein Mensch“ - Begegnung von EKD und KRM Delegation in München

Die leidvolle Situation der Flüchtlinge, die nach Europa und Deutschland kommen, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge in der öffentlichen Wahrnehmung nur in Zahlen oder vorrangig als Last wahrgenommen würden, betonten die Delegationen.

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