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12. Mai 2017 / 16. Şaban 1438 - Tevbe-i Nasûh, Aufrichtige Reue

Hutbe

Verehrte Muslime,

 

in unserer heutigen Hutbe möchte ich von der Tevbe-i Nasûh sprechen, das ist die aufrichtige Bitte um die Vergebung unserer Verfehlungen.

 

Nach dem Verständnis der Ehl-i Sünnet, unserer islamischen Glaubensgemeinschaft, ist Allâhu Teâlâ die Quelle und Schöpfer aller Werke, der guten wie der bösen - ohne Unterschied. Der Mensch aber befindet sich im Besitz der İrâde-i Cüz´iyye, des freien Willens, so dass er sich zu entscheiden vermag, ob er eine gute oder eine böse Tat verrichten will. Trotz dieser Willensfreiheit ist er jedoch verpflichtet, sein Wollen auf Dinge zu richten, die Allâhs Wohlgefallen, die Rızâ-i İlâhi, finden.

 

Weil wir jedoch auch die Nefis, die niedere Triebseele besitzen, geschieht es, dass wir unseren Willen für Dinge einsetzen, die Allâh nicht gefallen, und auf diese Weise begehen wir Verfehlungen.

Um diesem Zustand der Verfehlungen zu entkommen, haben wir von Allâhu Teâlâ das Geschenk der Tevbe und Reue erhalten. Sie ist eine Nimet, eine Gnadengabe Allahs und von unschätzbarem Wert. Allâh hat keinen Zweifel daran gelassen, dass Er unsere Tevbe annehmen wird. Es ist darum wichtig, dass wir wegen der zahlreichen Fehler und Verfehlungen, die wir begehen, nicht die Hoffnung verlieren, sondern uns stattdessen der Tevbe hingeben.

 

In der Âyet-i Kerîme 31 (Einunddreißig) der Sure-i Nûr heißt es: „Machet alle zusammen die Tevbe an Allâh, o ihr Leute mit Îmân. So könnt ihr vielleicht Errettung vor dem finden, wovor Ihr euch fürchtet und das erlangen was Ihr erhofft.“

 

Im folgenden Hadîs-i Şerîf erweist sich Rasûlullâh (s.a.v.) selber als leuchtendes Beispiel für uns, wenn er spricht: „O ihr Menschen, zeigt euch reuig vor Allâh und bittet Ihn um Vergebung. Denn ich selber mache hundertmal am Tag meine Tevbe.“

 

 

 

 

Liebe Brüder im Islam,

 

eine wahrhaftige und ernstliche Reue wird im Kur’ân-ı Kerim mit dem Begriff Tevbe-i Nasuh umschrieben. Die 8. (achte) Ayet der Sure-i Tahrîm spricht darüber: „O ihr, die ihr glaubt! Machet die Tevbe an Allâh in Aufrichtigkeit und voller Ernst. So mag Allâh, euer Rabb eure bösen Werke tilgen und euch eingehen lassen in die Gärten der Cennet, durch die Ströme von Wasser fließen.“

 

Muaz Ibn-i Cebel (r.a.) fragte einst den Gesandten Allâhs (s.a.v.) “Ya Rasûlallâh, wie macht man Tevbe-i Nasuh, wahrhaftige Reue?” und Rasûl-i Ekrem erwiderte ihm: “Man sollte seinen Fehler so sehr bereuen und so inständig um Verzeihung bitten, dass man nie mehr in diese Sünde zurückfällt, so wie die Milch nicht mehr in das Euter zurückkehrt.

 

Der Mensch mag, seiner Nefis folgend, eine Verfehlung begehen. Dies liegt in seinem Wesen. Allâhu Teâlâ aber hat ihm die Möglichkeit der Tevbe gegeben und ist in der Annahme der Reue großzügig in höchstem Maße. So gebührt es dem praktizierenden Muslim, keine einzige Verfehlung zu billigen, sondern im Gegenteil Reue zu empfinden und sich, sooft er Zeit und Gelegenheit findet, an Allâh zu wenden, Ihn um Vergebung zu bitten und Tevbe zu praktizieren. Und ebenso wichtig ist es, dass wir uns nach Kräften bemühen, die gleichen Fehler und Verfehlungen nicht erneut zu begehen.

Welch ein großes Glück ist es doch, die Kraft zu haben Tevbe zu machen und damit sich von Fehlern und Verfehlungen zu befreien.

 

Liebe Muslime,

ich möchte zum Schluss noch auf etwas Anderes hinweisen: Alle Brüder und Schwestern, die für dieses Jahr den Hadsch planen, sollten keine Zeit mehr verlieren und sich alsbald bei uns in der Moschee melden.

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