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13. Juni 2014 / 15. Şaban 1435 - Das Studium der islamischen Lehre und ihre Weitergabe

13. Juni 2014 / 15. Şaban 1435 - Das Studium der islamischen Lehre und ihre Weitergabe

Verehrte Muslime!

in meiner Hutbe werde ich heute über das Erlernen der islamischen Wissenschaften, also der Ilm-i Islâm sprechen und wie wertvoll bei Allâh auch die Weitergabe dieses Wissens ist.

Die für uns wohl wichtigste und erhabenste Wissenschaft ist zweifelsohne jene die sich mit Allâh und dem Islâm beschäftigt, die vom Wesen Allâhs, Seinen Attributen, Seinen schönsten Namen und Seinen Schöpfungen handelt und die von den Grundsätzen kündet wie die Menschen Glück in dieser und in der anderen Welt erlangen können. Diese Ilim, dieses Wissen zu erlernen und es weiterzugeben ist eine sehr wichtige und erhabene Angelegenheit. Denn die Bewahrung der Dîn-i Mübîn, der islamischen Religion und die Errettung der Muslime und der ganzen Menschheit ist an die gewissenhafte Ausführung dieser Aufgabe gebunden. Auch unter den schwierigsten Bedingungen soll diese Aufgabe niemals vernachlässigt werden dürfen.  So spricht Allâhü Teâlâ in der Sûre Tevbe:

"Die Mu'min sollen nicht unbedingt alle zusammen aufbrechen. Bliebe doch aus jeder Gemeinde von ihnen eine Gruppe zurück, um sich im Dîn (der islamischen Religion) zu bilden und ihre Leute zu ermahnen, wenn sie zu ihnen zurückkehren, damit diese sich vorsehen!" (Tevbe, 122)

Mit dieser Âyet gibt es ein eindeutiges Gebot für die eine Gruppe von Menschen sich  aufzubegeben, etwas zu tun und zu reisen und für die zweite Gruppe zurückzubleiben und den Dîn, also das Wissen um den Islam ausgiebig zu studieren, damit sie ihre Mitmenschen bilden und ermahnen können.

Diese Aufgabe ist demnach so wichtig, dass die Muslime auch im äußersten Notfall sich darum kümmern und Bildung weiter betreiben müssen. Denn sowohl das Verständnis um die Welt und um das Wesen der Welt als auch das Verständnis um die Âhiret, also das Leben nach dem Tode geschieht zu großen Teilen mit Ilim, sprich mit den Wissenschaften um den Islam.

So hat Rasûlullâh (s.a.v.) die in Mekke-i Mükerreme im Dar-ı Erkâm begonnene islamische Bildung in der  "Mekteb-i Muhammedî" später in Medîne-i Münevvere mit den Eshâb-ı Suffe fortgeführt und auch unter den schwierigsten Bedingungen nicht unterbrochen. In Zeiten von Frieden und Ruhe galt seine alleinige Aufmerksamkeit der Weitergabe der islamischen Lehre. Jene Sahâbi und Gefährten, die bei ihm studierten schickte er als Hocas und Imame zu den Völkern und Stämmen in der Umgebung und sorgte so dafür dass viele Menschen die Möglichkeit bekamen den Kur'ân-ı Kerîm und die Dîn-i Celîl-i İslâm zu lernen. Es gibt wohl unzählige Hadîs-i Şerîf in denen Rasûlullâh (s.a.v.) die Bedeutung der Bildung immer wieder unterstreicht. Zwei davon lauten: “Der beste unter euch ist derjenige welcher den Kur'ân lernt und (später) weitergibt.” “Wem der Kur’an gegeben wird (er es also lernen und lehren kann) und er Gaben, die anderen gegeben sind als besser ansieht (und sie begehrt), dann schätzt er etwas als gering ein was Allâh erhaben gemacht hat.”

Auch die Erben des Gesandten Allâhs, die Mürşid-i Kamil, also die vollkommenen Gelehrten haben zu allen Zeiten dem Erwerb der islamischen Lehre Vorrang eingeräumt und sich dafür eingesetzt, dass dieses Wissen weitergegeben und verbreitet wird.  

Der große Gelehrte und Sûfimeister Imam-ı Rabbânî (k.s.) schreibt in einem seiner berühmten Mektûbât-Briefe, die folgenden Zeilen an Molla Ahmed Berkî, einer hochangesehenen und gelehrten Persönlichkeit seiner Zeit: 

„Die Tatsache, dass Du in solch einer Respektsposition bist liegt in deiner Hingabe für die Bildung der Menschen und Weitergabe der islamischen Wissenschaften und Rechtssätze. Darüber hinaus in deiner aufrichtigen Liebe zu den Evliyâ, den Allâh nahestehenden Menschen – und das trotz aller Widrigkeiten wie allgemeine Ignoranz und Unwissenheit in der Gesellschaft und die Verbreitung von Bid’at. Allâh (c.c.) hat dir dies alles als Mehrwert von sich aus gegeben.“

Und der berühmte Gelehrte Ebulfaruk Silistrevi Hazretleri sprach einst zu seinen Schülern:

“Evlatlarım! O meine Schüler! Ihr seid die Beauftragten Allâhs, die Beauftragten Rasûlullâhs, die Beauftragten des Buches Allâhs und die Beauftragten für die Verteilung der Füyuzât-ı Ilâhî. Eure wichtigste Aufgabe besteht darin die Kinder der Ümmet-i Muhammed aus dem Treibsand zu befreien in den sie hineingefallen sind. Ziel ist einzig und allein die Rızâ-ı ilâhî.“ „Ihr seid zu beneiden, meine lieben Schüler. Wo doch eure Gleichaltrigen ihrer körperlichen Lust verfallen, ihrem Ego und dem materiellen Genuss frönend herumirren, beschäftigt ihr euch mit der Nûr von Allâhs Wesen und dem Erwerb des Resultats seiner Attribute, nämlich der Ilm-i Kur’ân. Mit dem hier gelernten bereitet ihr euch vor auf die Befreiung der Kinder der Ümmet-i Muhammed von den Tiefen der seelischen Dunkelheit. Dies ist in der Tat eine hehre Aufgabe.“

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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