Gebetskalender

Sitemap

13. März 2015 / 22. Cemâziyel-evvel 1436 - Die Sünnet Rasûlullâhs

13. März 2015 / 22. Cemâziyel-evvel 1436 - Die Sünnet Rasûlullâhs

Sehr verehrte Muslime,

 

die islamischen Rechtsquellen sind derer vier: Kitap (der Kur’ân-ı Kerîm), die Sünnet Rasûlullâhs (s.a.v.), Icmâ-ı ümmet (das ist der Konsens der Gelehrten) und die Kıyas-ı fukaha, das heißt der Analogieschluß eines islamischen Rechtsgelehrten.

Als Sünnet bezeichnen wir alle Aussagen des Gesandten Allahs (s.a.v.), alle seine Taten und Handlungen und all die Dinge, die er bei anderen gesehen und für gut befunden hat. Die Begrifflichkeit Hadîs hingegen wird einerseits als Synonym, als ebenbürtiges Wort für Sünnet im allgemeinen benutzt und andererseits als engere Bezeichnung der Aussprüche Rasûlullâhs, der sogenannten Sünnet-i kavliyye verstanden.

 

Cenab-ı Hakk hat den Menschen auf ihrem Weg zu Ihm selbst heilige Bücher offenbart und Propheten gesandt, damit diese die Vorgaben und Regeln in Seinen Büchern leben und als Vorbilder dienen können. Ziel und Zweck dabei für den Menschen ist und war immer gewesen, der unbeirrte Fortgang auf dem sırât-ı müstekîm, das heißt dem einzigen rechtmäßigen Weg zu Allâh, dem Allmächtigen. Die Âyet-i Celîle 43 in der Sûre Âraf ist hierfür der beste Beleg: “Alles Lob und Dank gebührt Allâh, Der uns hierzu geleitet hat! Hätte Allâh uns nicht die hidayet gegeben, so hätten wir den Weg nicht finden können. Wahrlich, die Gesandten unseres Herrn sind mit der Emr-i Hakk gekommen (sie sind auf Gebot Allahs zu uns gekommen)."

 

In unserer heutigen Zeit begegnen wir gelegentlich Menschen, deren Absichten nicht klar und sauber sind und die verschiedenartige Behauptungen aufstellen um das System der Sünnet Rasûlullâhs zu schwächen. Da werden manchmal unschöne Aussagen getroffen, wie “Der Gesandte war ja auch nur ein Mensch. Und Menschen machen nunmal Fehler. Darum sollte man sich mehr auf den Kur’ân konzentrieren und von dort seine Belege heranziehen.” Gut und richtig ist, auch die von Allâh auserwählten Gesandten sind erstmal Menschen, so können auch sie Fehler begehen. Aber kein Gesandter verbleibt auf einem fehlerhaften Pfad. Sie werden von Allâhu Teâlâ sofort und unverzüglich berichtigt. Der berühmte Hadisüberlieferer Abdullah bin Amr erzählt hierzu: “Alles was ich von Rasûlullâh hörte schrieb ich auf und verwahrte es. Der Stamm der Kureyş hat mir dies verboten und gesagt ‚Du schreibst alles auf, was der Gesandte spricht? Auch Rasûlullâh ist ein Mensch. Er hat seine guten und seine schlechten Tage‘. So ließ ich das Mitschreiben sein und erzählte es dem Gesandten Allâhs. Nach dem er mir aufmerksam zugehört hatte zeigte Rasûlullâh mit seinem Finger auf seinen Mund und sprach: „Schreib! Ich schwöre bei Allâh, in dessen Macht sich mein Dasein befindet, zwischen diesen (beiden Lippen) kommt nur Hakk, nur die Wahrheit (Allâhs) heraus.“

 

Liebe Muslime,

 

eine andere Aussage lautet: “Woher willst Du wissen, dass dieser Ausspruch ein Hadîs von Rasûlullâh ist?”

Die Antwort auf solch eine Frage erfordert natürlich gute Kenntnisse der Usûl-u Hadîs, also der Lehre um die Überlieferung der Hadîse von Rasûlullâh. Die Arbeiten welche Hadîse dem Gesandten Allâhs gehören und welche nicht, sind vor Jahrhunderten von Hadîsgelehrten mit einer unglaublichen Akribie und Feinarbeit, mit einer Hingabe und mit einem Fleiß gemacht worden, die ihresgleichen suchen. All diese so zusammengetragenen Hadîse sind dann für die Nachwelt verschriftlicht worden. Hätten wir die Zeit und die Möglichkeiten über die Hingabe und über alle Details der Hadisüberlieferungen und die Mühen der Hadîsgelehrten zu sprechen,  würde kein Mensch solch eine Behauptung aufstellen – außer vielleicht Leute, die sich, aus welchen Gründen auch immer, diesen Argumenten prinzipiell verschließen.

In der Hadisüberlieferung und an die Überlieferer selbst sind derartig hohe Maßstäbe gesetzt worden, dass es für unser heutiges Verständnis schon unmöglich erscheint auch nur ein einziges Merkmal zu erfüllen. Zum Beispiel, wenn ein Muhaddis, also ein Überlieferer beim Gehen etwas zu sich nimmt, also ißt, haben die muslimischen Gelehrten dies als Schwäche und Fehler in seiner Urteilsfähigkeit angesehen und seine überlieferten Hadise als Zaîf, also als schwach herabgestuft. Ein anderes Beispiel ist die eines Überlieferers von dem eine einzige Lüge in seinem ganzen Leben dazu geführt hat, dass man alle seine überlieferten Hadîse als erfunden herabgestuft hat – unbeachtet seiner vielen Tevbes, also seinen Bitten um Vergebung bei Allâh. Solcherart Maßstäbe und solcherart von Herangehensweisen an die Thematik werden auf jedenfall keine Fragen offen lassen und Widersprüche gar nicht erst aufkommen lassen.

 

Verehrte Brüder im Islam,

 

der große Gelehrte und Sufimeister İmam-ı Rabbani Hazretleri bringt es sehr genau auf den Punkt wenn er schreibt:“Eine Erlösung bei Allâh kommt nur dann zustande wenn man sich an die Sünnet von Rasûlullâh klammert und ihr folgt - sonst nicht.” In der Sûre Ahzâb, in Âyet 21 wird dieser Umstand sehr klar und deutlich ausgeführt: “Wahrlich, ihr habt an Rasûlullâh ein schönes Vorbild für jeden, der auf Allah und den Letzten Tag hofft und Allahs häufig gedenkt.”

Zurück

KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

Weiterlesen …