Gebetskalender

Sitemap

13. November 2015 / 01. Safer 1437 - Ältere Menschen respektieren

13. November 2015 / 01. Safer 1437 - Ältere Menschen respektieren

Verehte Muslime,

der gesellschaftliche Friede ist unweigerlich gebunden an die guten Verhältnisse zwischen den Generationen untereinander. Harmonie in der Gesellschaft entsteht vor allem dann, wenn die im Alter fortgeschrittenen den Jüngeren gegenüber Şefkat, also Güte und Freundlichkeit walten lassen und die Jüngeren den Älteren gegenüber respektvollen Umgang pflegen. Gemäß der von Allâh (c.c.) erlassenen Gesetze der Natur wird der Mensch geboren, er wächst auf, wird irgendwann alt und zuletzt stirbt er. Im Laufe eines langen Lebens, so Allâh uns dies ermöglicht, kommen wir alle nicht drumherum älter und damit auch kraftloser zu werden. Dies ist eine unabwendbare Wahrheit. Wir Menschen sollten uns von einem langen und relativ unbeschwerten Leben nicht täuschen lassen, vor allem ist es töricht sich einzureden, dass dies immer so weitergehen könnte. In der Sure-i Rûm, auf Deutsch „die Römer“, spricht Allâhu Teâlâ: „Allâh ist es, der euch ohne Kraft (in schwachem Zustand) erschafft, später nach der Schwäche euch Stärke gibt und wieder später nach der (Phase der) Stärke euch Schwäche und graues Haar gibt. Er erschafft was er will. Er ist der Allwissende, der Allmächtige.“

Diesen Punkt im Kur’an-ı Kerim sollte man immer vor Augen halten und wissen, dass man in einem Zustand der Schwäche geboren wird und das dies im Alter ohne Zweifel wiederkehrt. Uns Muslimen fällt bei dieser Erkenntnis die Aufgabe zu, die Zeit in der wir uns befinden in der besten Art und Weise zu nutzen, vor allem mit Dingen die Hayır sind, die also bei Allâh wertvoll sind und uns fernzuhalten von allen Dingen, die uns vom Wohlgefallen Allâhs entfernen können.

 

Liebe Gemeinschaft der Muslime,

Peygamber Efendimiz (s.a.v), der Gesandte Allâhs spricht; “Wer unseren Jüngeren nicht mit Merhamet und Barmherzigkeit begegnet, wer unseren Alten keinen Respekt zollt, gehört nicht zu uns.” Mit dieser Aussage zeigt Rasûlullâh wie wichtig der Respekt gegenüber den älteren Menschen ist. In einem anderen Hadîs-i Şerif ermuntert der Gesandte Allahs junge Menschen sich um die Alten zu kümmern und sich derer anzunehmen: „Wenn irgendein junger Mensch sich um einen anderen kümmert und ihm gutes antut, weil dieser alt ist, wird ihm Allâh, wenn er selbst alt geworden ist jemanden ermöglichen, der sich um ihn kümmert und ihm Gutes tut.“

 

Liebe Muslime, die Jüngeren von heute sind ohne Zweifel die Älteren von morgen. So sollten wir, unser eigenes Älterwerden vor Augen habend den älteren Menschen, vor allem unseren eigenen Eltern, unseren Großvätern und Großmüttern respektvoll begegnen, die Älteren innerhalb der Familie in Ehre und Würde halten und so auch in diesem Punkt unserem eigenen Nachwuchs, unseren Kindern ein gutes Vorbild abgeben.

 

Hochgeschätzte Brüder im Islam,

unsere Lebensbedingungen heutzutage, unsere ständige Hast mit Beruf und Alltagssorgen haben bedauerlicherweise viele unserer Werte und Wertvorstellungen verlorengehen lassen. In den Medien begegenen wir allzuoft die ungerechte und auch unislamische Behandlung der Älteren, so zum Beispiel dass Menschen von ihren eigenen Kindern auf die Strasse gesetzt werden. Dies ist eine sehr traurige, sehr schlimme Situation. Wir sollten uns dabei bewußt machen, dass man erntet, was man sät. Tatsächlich aber ist der respektvolle und freundliche Umgang mit älteren Menschen und damit die Erlangung ihrer Duâ, ihrer innigen Bittgebete für uns eine sehr wichtige Aufgabe. Ihnen ein paar nette Worte zu sagen, sie mit Merhamet und Tevazu, also Demut zu behandeln ist für uns Muslime eine islamisch bedingte Aufgabe, die man nicht vernachlässigen darf. Wir sollten sie immerzu als Bereket und Segen unserer Häuser, als Leitlinien unseres sozialen Lebens, als Prüfung für unser Leben auf dieser Welt und als möglichen Eintrittsgrund für die Cennet, für das Paradies annehmen.

Man kann nicht alles von der Seite der Materie her erklären. Neben der materiellen Beschaffenheit des Menschen, also dem Körper gibt es ein mânevî, also ein geistiges Dasein. Unsere Alten sind wie Bäume voller Früchte. Wer will kann von ihren “Erfahrung” genannten Früchten profitieren und wer will kann seine Probleme lösen in dem er sie um Rat fragt. Wer ihre Duâ erlangt wird sehen, dass seine Wünsche in Erfüllung gehen.

Zurück

KRM - Pressemitteilungen

„Jeder Flüchtling ist zu allererst ein Mensch“ - Begegnung von EKD und KRM Delegation in München

Die leidvolle Situation der Flüchtlinge, die nach Europa und Deutschland kommen, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge in der öffentlichen Wahrnehmung nur in Zahlen oder vorrangig als Last wahrgenommen würden, betonten die Delegationen.

Weiterlesen …