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14. Februar 2014 / 14. Rebîulâhir 1435 - Bedeutung des muslimischen Grußes

VIKZ

Verehrte Muslime,

 

in unserer Hutbe sprechen wir heute über die Bedeutung der gegenseitigen Begrüßung mit dem Selâm.

Die islamische Religion hat die Muslime zu Brüdern und Schwestern erklärt und die Fortführung dieser Brüderlichkeit an manche Prinzipien und Handlungen gebunden und an die erste Stelle die gegenseitige Begrüßung mit dem Selâm gesetzt. 

Der Gruß mit dem Selâm vermehrt Zuneigung und Liebe und stärkt das Gefühl der Zusammengehörigkeit unter den Muslimen. Das Wort “Selâm” gehört zu den “schönsten Namen Allâhs”, den “Esmâ-ul’husnâ”.

 Der Gruß mit dem Selâm-Wort ist darüber hinaus eine Duâ und eine Bitte an Allâh für ein langes und segensreiches Leben fern von Sorgen und Unheil. ‘Dar’us-selam’ zum Beispiel ist der andere Name der Cennet, weil dort ein Leben fern von jeglichem Unheil herrscht. 

Die gegenseitige Begrüßung mit dem Selâm gehört zur Sünnet Rasûlullâhs (s.a.v) und wird nur mit den Formulierungen “Selâmün aleyküm” oder “Esselâmü aleyküm” gemacht, da sich hierin das Wort Selâm befindet. Diese Handlung ist gleichzeitig eine Ibâdet, eine Anbetungsform an Allâh.

Ein Mann kam und grüßte Rasûlullâh (s.a.v.) mit den Worten: 

-“Esselâmü aleyküm”. Der Gesandte Allâhs antwortete mit “ve aleyküm’üsselam” und ergänzte “Für Dich gibt es zehn mal Sevab”. 

Ein anderer grüßte mit:

-“Esselâmü aleyküm ve rahmetüllahi”. Rasûlullâh (s.a.v.) entgegnete mit “ve aleyküm’üsselam ve rahmetüllah” und ergänzte “Für Dich gibt es zwanzig mal Sevab”. Ein dritter grüßte mit:

- “Esselâmü aleyküm ve rahmetüllahi ve berakatühü”. Der Gesandte Allâhs (s.a.v.) antwortete ihm mit denselben Worten und sprach weiter “Für Dich gibt es dreißig mal Sevab”.

Der Selâm ist ein sehr guter Anlass um sich kennenzulernen, um Freundschaften zu schließen und damit Zuneigung unter den Menschen und Frieden in der Gesellschaft zu schaffen. Daher sollte man eine Begegnung immer mit dem Selâm beginnen.

Der Gruß mit dem Selam ist auch im Kur’an-ı Kerim verankert, so heißt es in der Sûre Nisâ in Âyet 86 (sechsundachtzig): 

„Und wenn Ihr mit einem Selâm gegrüßt werdet, dann erwidert diesen Selâm mit einem Besseren als ihm oder gebt ihn in gleicher Weise zurück. Ohne Zweifel ist Allâh jener der jedwede Rechnung und Rechenschaft gebührend erledigt.” 

Ausgehend von dieser Âyet sind die Ulemâ, also die islamischen Gelehrten zu der einhelligen Auffassung gelangt, dass die Begrüßung mit dem Selâm sünnet und die Erwiderung solch eines Grußes farz, also absolute Pflicht ist. Die Begrüßung mit dem Selâm ist sünnet-i kifâye und die Erwiderung ist farz-ı kifâye, das heißt wenn zwei Gruppen von Menschen sich treffen braucht nur einer aus der ersten Gruppe den Selâm zu sprechen. Und wenn aus der zweiten Gruppe nur einer den Selâm erwidert sind die anderen nicht mehr in Verantwortung den Selâm sprechen zu müssen. Beide Personen müssen aber so laut sprechen, dass sie klar und deutlich zu verstehen sind.

Die Begrüßung mit dem Selâm sollte gemäß den folgenden Vorgaben und Empfehlungen gemacht werden:

Jemand auf oder in einem Gefährt grüßt denjenigen der zu Fuß unterwegs ist, der Stehende grüßt den Sitzenden, der Ältere grüßt den Jüngeren und wer hinten ist grüßt den der vorne ist. 

Für einen Muslim ist es ein Zeichen von Respekt und Hingabe gegenüber dem Namen Allâhs wenn er der Begrüßung mit eben diesem Namen „Selâm“ die notwendige Wertschätzung entgegenbringt. Aus diesem Grunde spricht man keinen Selâm, wenn der Ezân oder der Kâmet gerufen wird, wenn am Freitag die Hutbe vorgetragen wird und wenn in der Moschee eine Vaaz und eine Predigt stattfindet. Ferner ist es mekrûh folgende Gruppen von Menschen mit dem Selâm zu grüßen: Leute beim Namaz, also beim rituellen islamischen Gebet; Menschen die aus dem Kur’ân lesen; islamische Gelehrte, die mit ihren Schülern Unterricht abhalten; Richter im Gerichtssaal; Bettler; Leute, die sich mit Sachen beschäftigen die haram sind; jemand der auf Toilette ist und Menschen, die zu den Ehl-i Inkâr, sprich zu denjenigen gehören, die im Widerspruch zu Allâhü Teâlâ leben. 

Die Begrüßung mit dem Selâm führt zu mehr Zuneigung und Respekt in der Gesellschaft. So heißt es in einem Hadîs-i Şerîf: 

„Ich schwöre bei Allâh in dessen Macht sich mein Dasein befindet, ihr werdet nicht in die Cennet gelangen, solange ihr nicht glaubt, in Îmân seid; ihr werdet nicht in Îmân sein, solange ihr euch gegenseitig keine Zuneigung und keinen Respekt zollt. Soll ich euch von etwas künden, dass, wenn ihr dies praktiziert, ihr Zuneigung und Respekt für einander empfinden werdet? Vermehrt den Selâm unter euch!”

Die schönsten Namen sind Allâhs Namen. Ist es nicht eine wunderbare Eigenschaft sich gegenseitig mit einem dieser Namen, mit dem Selâm zu begrüßen. So sollten wir auf andere Muslime zugehen und sie mit dem Selâm begrüßen, ob sie uns bekannt sind oder auch nicht. Auch sollten wir immerzu den Selâm eines anderen Muslims erwidern.

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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