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14. November 2014 / 21. Muharrem 1436 - Rechte und Aufgaben des Muslims gegenüber seinem Bruder im Islam

14. November 2014 / 21. Muharrem 1436 - Rechte und Aufgaben des Muslims gegenüber seinem Bruder im Islam

Verehrte Muslime,

in meiner Hutbe spreche ich heute über die Aufgaben und Rechte eines Muslims gegenüber anderen Muslimen.

Der Mensch lebt in sozialer Gesellschaft und trägt daher Verantwortung, nicht nur sich selbst gegenüber, sondern auch gegenüber den Verwandten, Nachbarn, Freunden und anderen Menschen mit denen er etwas zu tun hat. Insbesondere trägt er Verantwortung den Geschwistern und Brüdern im Islam gegenüber. Wenn ein jeder Muslim seinen Aufgaben gegenüber den Geschwistern im Islam nachkommt, finden sowohl er selbst als auch die Gemeinschaft im Allgemeinen zu Ruhe und Frieden.

Cenab-ı Hakk spricht in der Sûre-i Hucurat in Âyet 10 ungefähr dies:

“Die Mü'minûn sind doch Geschwister. So versöhnt doch eure Geschwister miteinander! Und praktiziert Ehrfurcht vor Allâh, so dass euch gegenüber Merhamet und Gnade praktiziert wird.

Dafür muß der Mü’min unter anderem die Fehler seines Bruders im Islam verzeihen können, für diesen Duâ machen, diesem gegenüber aufrichtig und immerzu loyal sein können.

Das erste Recht des Muslims an seinem muslimischen Bruder ist über Besitz und Vermögen. Dies unterteilen wir in drei Stufen. Die unterste Stufe ist den Bruder, die Schwester im Islam wie einen Bediensteten zu sehen und diesem bei der Lösung seiner Probleme mit der Mehrheit seines Vermögens beizustehen. In der mittleren Stufe macht der Muslim keinen Unterschied zu seinen Besitzrechten, der muslimische Bruder hat genau dieselben Rechte an seinem Hab und Gut wie er selbst. Die höchste Stufe in der islamischen Bruderschaft ist der Vorzug des Bruders vor seinen eigenen Besitzrechten, das bedeutet als Muslim ist man dann sogar bereit seinen eigenen Vorteil hintenanzustellen um dem Bruder oder der Schwester im Islam zu helfen.  Dazu spricht Resûlullâh (s.a.v.): "Von zwei Menschen, die Freundschaft schließen ist Cenâb-ı Hakk derjenige liebenswürdiger der seinem Freund gegenüber Sanftmut und Milde praktiziert."

Das zweite Recht eines Muslim gegenüber seinem Bruder im Islam ist es sich bei der Beseitigung dessen Probleme und Bedürfnisse persönlich anzustrengen, diesem mit allem was man hat beizustehen und ihm zu helfen, auch wenn dieser es nicht will.

Das dritte Recht verlangt von uns den muslimischen Bruder nicht mit Sachen zu behelligen, die diesem nicht gefallen. Wer einen Freund ohne Fehler sucht wird keinen Freund finden. Der große Gelehrte und Begründer der schafiitischen Rechtsschule İmâm-ı Şâfiî rahimehullâh schreibt hierzu:

"Unter den Muslimen gibt es keinen Menschen der einerseits Allâh gegenüber Hingebung praktiziert und andererseits keine Verfehlungen begeht. Auch gibt es keinen Muslim der sich ständig Allâh widersetzt aber auf der anderen Seite keine guten Werke verrichtet. Wessen Hingebung zu Allâh seinem Widerwillen gegenüber Allâh übersteigt der ist ein âdil, ein gerechter Mensch."

Solange man das, was man für sich gerne mag, nicht genauso für den Bruder im Islam mag ist man meilenweit entfernt vom Zustand des Îmân-i Kâmil, dem vollkommenen Îmân. Jeder erwartet, dass seine Fehler und Mängel verziehen, seine kleinen Vergehen nicht beachtet und seine Geheimnisse bewahrt werden. Genau dies soll man als Muslim auch seinem Bruder oder der Schwester im Islam gegenüber praktizieren.

 Das vierte Recht des Muslims gegenüber seinem muslimischen Bruder ist es diesen zu loben, wenn er an ihm eine gute Eigenschaft oder eine gute Tat sieht, ohne die Grenzen des Anstands zu übertreten und unter Wahrung der Wahrheit. Die Aufforderung Resûlullâhs (s.a.v.) hierzu ist klar und deutlich: "Wenn einer von euch seinen Bruder im Islam mag soll er ihm dies kundtun." Denn dies führt zu mehr Harmonie zwischen den Menschen.

Das fünfte Recht des Muslims an seinem  Bruder im Islam ist Loyalität in der Freundschaft und Aufrichtigkeit in der Zuneigung. Das bedeutet die Freundschaft so zu hegen und zu pflegen, dass sie bis zum Tode anhält und nach dem Tode seine Loyalität zu seinem Freund gegenüber mit der Nähe zu dessen Kindern, Familie und Verwandten unter Beweis stellt.

Der Gesandte Allâhs (s.a.v.) kümmerte sich einmal Hingebungsvoll um eine ältere Frau, die zu Besuch gekommen war. Nach dem Grund für sein Verhalten gefragt sprach er: "Sie kam uns besuchen als Hz. Hadîce noch lebte."

Wie schön formulierte es der türkische Dichter doch:

“Sizi bir aile efradı yaratmış yaradan,

Kaldırın ayrılık esbabını artık aradan.”

 

„Erschaffen hat der Schöpfer als Teil der Familie euch,

überwindet endlich alle Gründe die teilen euch!“

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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