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15. Februar 2013 / 05. Rebîulâhir 1434 - Der Kur’ân-ı Kerîm in der Obhut Allâhs

VIKZ

Hochverehrte Muslime,

der KUR’ÂN-I KERÎM liegt in der Obhut Allâhu Teâlâs. Darüber sprechen wir heute in unserer Hutbe.


In der 9. (neunten) Ayet-i Kerîme der Sûre-i Hıcr heißt es umschrieben: “Ohne Zweifel haben allein WIR den Zikr (den Kur’ân) herabgesandt und wahrlich WIR werden ihn behüten.” In dieser Âyet-i Kerîme gibt Cenab-ı Hakk mit etlichen Te’kîds, also grammatikalischen Bekräftigungsformeln bekannt, dass der Kur’an-ı Kerîm unter Seinem besonderen Schutz (hıfz-u himâye) liegt. Einer dieser Te’kids ist der Satzteil der den Schutz ausdrückt. Dieses Satzglied drückt in der arabischen Grammatik Sübût und Istimrar (also Stetigkeit) aus. Hieraus versteht man, dass der Schutz des Kur’ân durch Allâh immerzu gewahrt sein und nie aufhören wird.


Es gehört zum muslimischen Grundwissen, dass der Kur’an-ı Kerim in 23 Jahren Stück für Stück an Rasûlullâh (s.a.v.) herabgesandt wurde. Die Aufbewahrung und Aufzeichnung des Kur’ân-ı Kerîm in diesen 23 Jahren fand in der folgend beschriebenen Art und Weise statt: “Cebrâil (a.s.) brachte die Âyet-i Kerîmes zu Rasül-i Ekrem (s.a.v.) und Peygamber Efendimiz hörte ihm aufmerksam zu. Anschließend wiederholte Peygamber Efendimiz (s.a.v.) in Gegenwart von Cebrâil (a.s.) alles so wie er es gerade gelernt hatte, danach verkündete er es den anwesenden Muslimen. Die erhabenen Sahâbe-i Kirâm lernten den Kur’an-ı Mecîd auswendig und ließen von Zeit zu Zeit ihr Wissen durch Rasûlullâh (s.a.v.) prüfen. Peygamber Efendimiz (s.a.v.) ließ die Kur’ânischen Worte nicht nur in das Gedächtnis der Menschen einprägen, sondern auch auf Materialien wie Steine, Knochen und Dattelblätter aufzeichnen. Es gab viele Sahâbîs die den Auftrag hatten die Âyets auswendigzulernen beziehungsweise sie zu verschriftlichen. Man nennt sie “kâtib-ul’vahy” oder in der Türkischen Aussprache “Vahiy kâtibi”. Unter ihnen finden sich so schillernde Namen aus der Anfangszeit des Islams wie Hz. Ebu Bekir, Hz. Ömer, Hz. Osman, Hz. Ali, Hz. Zeyd bin Sabit, Hz. Abdullah ibn-i Mes’ûd, Hz. Übeyy ibn-i Ka’b (r.anhüm). Neben den zeitlich unregelmäßigen Offenbarungen kam Cebrâil (a.s.) an jedem Abend im gesegneten Monat Ramazan zu Rasül-i Ekrem Efendimiz und trug ihm die bis dahin offenbarten Âyet-i Kerîmes vor und hörte sich anschließend Rasûlullâhs Wiederholung an. Im letzten Lebensjahr unseres Erhabenen Gesandten (s.a.v.), nach der Offenbarung der letzten Âyet, fand dieses gegenseitige Vortragen zwischen Cebrâil (a.s.) und Rasûlullâh (s.a.v.) zweimal statt. Die islamischen Gelehrten bezeichnen dies als “arza-i âhire”. Aleyhi’s-Salatü ve’s-Selam Efendimiz hat den Kur’ân gemäß dieser “arza-i âhire” seinen Sahâbe-i Kiram gesondert vorgetragen. Diese lernten alles, so wie ihnen vorgelesen, auswendig und schrieben die Âyets auf alle erdenklich möglichen Materialien auf. Erst nach dieser Komplettierung des Kur’âns ist Rasûlullâh (s.a.v.) von dieser Welt gegangen. Während des Kalifats von Hz. Ebu Bekir (r.a.) starben bei der Schlacht von Yemâme rund siebzig (70) von den Hafız-ı Kur’ân, so dass auf Vorschlag von Hz. Ömer (r.a.) ein Gremium einberufen wurde die unter der Leitung von Zeyd bin Sabit (r.a.) den Kur’an-ı Kerîm zusammentrug. Später, im Kalifat von Hz. Osman (r.a.) wurden unter der Kontrolle einer Kommission Vervielfältigungen der von Hz. Ebu Bekir (r.a.) beauftragten kur’ânischen Seiten gemacht und in wichtige Städte der islamischen Welt geschickt. All diese Einzelheiten und der ganze Zusammenhang bedeuten große Muvaffâkiyet und Erfolg die Allâh der Ümmet-i Islâm beschert hat.”

In einem Tefsir-Werk zu der Âyet-i Kerîme, deren umschriebene Bedeutung ich hier eingangs zitiert habe, heisst es dazu: “…Denn genauso wie das Auswendiglernen der Hâfız-ı Kur’ân sind auch alle Bestrebungen der Sahâbe-i Kiram Teil des Schutzes Allâhs für den Kur’ân. Mit anderen Worten: ‘weil Allâh versprochen hat den Kur’ân zu schützen und zu bewahren, hat Er den Sahâbe-i Kirâm so viel Kraft und Erfolg beim Aufzeichnen und Bewahren des Kur’ân gegeben.”

Liebe Muslime,

 

einen wichtigen Punkt hierbei soll man nicht aus den Augen lassen: Unter den “Schutz des Kur’ân” fällt unweigerlich auch der “Schutz der Sünnet-i Seniyye” von Rasûlullâh (s.a.v.). Denn die Sünnet-i Rasûlullâh ist nichts anderes als die Tefsîr, die Erläuterung und darüber hinaus die Praxis des Kur’an-ı Kerîm. Sie sind untrennbar miteinander verbunden. Sie voneinander losgelöst zu betrachten oder sie gar zu trennen ist nicht möglich. Dies wird in einem Hadîs-i Şerîf klar und deutlich herausgestellt: “Euch hinterlasse ich zwei Werte, die, wenn ihr euch fest an sie klammert, euch niemals in Irrungen führen werden: Das Buch Allâhs und die Sünnet Seines Gesandten.” Genau aus diesem Grunde haben die Sahâbe-i Kirâm und die Muhaddisûn, also die Hadîsgelehrten in der Sammlung und Tradierung der Sünnet-i Seniyye mit Fleiß und größter Hingabe ein System entwickelt, das von uns schiere Faszination und größtmöglichen Respekt abverlangt - so wie sie es schon vorher bei der Zusammenfassung und Tradierung des Kur’ân gemacht haben. Mit dieser sehr feinsinnigen Methode ist die Sünnet-i Seniyye unter Schutz genommen und in der richtigen Art und Weise den nachkommenden Generationen der Muslime weitergegeben worden.

 

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