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16. Mai 2014 / 17. Recep 1435 - Namaz in Gemeinschaft

16. Mai 2014 / 17. Recep 1435 - Namaz in Gemeinschaft

Verehrte Muslime,

wie wichtig ist es, die fünf Zeiten des islamischen Gebetes in Gemeinschaft zu verrichten. Dies ist das Thema unserer heutigen Hutbe.

Wir Muslime wissen um die Position des Namaz im Islam, denn es kommt direkt nach dem Îmân. Rasûlullâh (s.a.v.) unterstreicht die Bedeutung des Namaz mit folgenden Worten: “Der Namaz ist die Säule des Islam. Wer ihn aufrecht geradestellt, richtet und berichtigt seine Religion, seinen Islam. Wer ihn aber umstößt, stößt den Islam um.”

Wenn der Namaz in der dafür vorgesehehen Zeit verrichtet wird, nennt man dies Edâ. Wenn er aber später nachgeholt wird, nennt man dies Kazâ. Kazâ befreit den Menschen zwar von der Schuldigkeit gegenüber Allâhu Teâlâ, nimmt aber niemals den Platz des Edâ ein. 

Edâ eines Gebetes geht nach zwei verschiedenen Möglichkeiten. “Kâmil Edâ”, also vollkommenes Verrichten des Namaz, geht nur in Gemeinschaft. „Kasır Edâ“ hingegen ist der allein verrichtete und mangelbehaftete Namaz. Denn Namaz in Gemeinschaft hat bei Allâh 25-mal, in einer anderen Überlieferung gar 27-mal mehr Fazîlet und Wert als ein allein verrichtetes Gebet.

Rasûlullâh (s.a.v.) hat immerzu die Gemeinschaft und den Geist der Gemeinschaft für seine Ümmet  beschworen und den Namaz in Gemeinschaft besonders hervorgehoben. Denn wer den Namaz in Gemeinschaft verrichtet gewinnt auch das richtige Gefühl für die Gemeinschaft. So heißt es in einem Hadîs-i Şerîf:

„Der Lohn für den Namaz in Gemeinschaft ist um das 25 (fünfundzwanzig)-Fache höher als für den Namaz Zuhause oder auf dem Markt. Denn, wenn man die Gebetswaschung vollzieht gibt man sich dann viel mehr Mühe, später begibt man sich in die Moschee, einzig und allein mit der Absicht in die Moschee (und für das Gebet in Gemeinschaft) zu gehen. Und auf dem Wege dorthin wird man für jeden Schritt eine Position (bei Allâh) höhergestellt und eine Sünde wird vergeben. Wenn man dann (in der Moschee) das Gebet verrichtet sprechen die Engel für die Dauer des Namaz Rahmet und Segen auf den Betenden in dem sie sagen: „Ya rabbi! So behandle diesen Menschen mit Rahmet und mit Merhamet.“ “Jeder von euch der auf ein Namaz wartet ist so als würde er selbst den Namaz gerade verrichten.”

 In der eingangs vorgetragenen  Âyet-i Kerîme spricht Cenab-ı Hak:

“Verrichtet den Namaz und spendet den Zekât, die jährliche Sozialabgabe. Machet die Rukû (,die Verbeugung im Namaz) mit denen zusammen, die Rukû machen.” Dieses Gebot Allâhs ist ein Hinweis auf die Wichtigkeit des Namaz in Gemeinschaft.

Auch die Ashab-ı Kirâm, die ehrenvollen Gefährten Rasûlullâhs (s.a.v.) haben dem Namaz höchste Wertschätzung beigemessen und der Gesandte Allâhs ist in Bezug auf das Gebet niemals einen Schritt von seiner Position gewichen.

Einmal sprach Rasûlullâh (s.a.v.):

“Für die Münafıkûn und Heuchler ist das Morgengebet und das Nachtgebet am schwersten. Wenn sie nur wüßten welch großes Gewicht diese beiden Namaz haben, würden sie gar kriechend zur Verrichtung dieser (in die Moschee) kommen. Bei dem Schöpfer in dessen Macht sich mein Dasein befindet, ich habe überlegt den Namaz nach dem Ezân zu beginnen, einen Nachfolger zu bestimmen der den Menschen ihre Gebete vorbetet und später mit einer Handvoll von Männern, in deren Händen ein Bündel Holz, zu den Häusern jener zu gehen die nicht zum Gebet kommen und ihnen ihre Häuser niederzubrennen.”

Abdullah ibn-i Ümm-i Mektum, der blinde Sahâbî sagte daraufhin in Aufregung:

“Ya Rasulellah, Du kennst meine Situation, ich habe keinen, der mich begleitet. Darüber hinaus befinden sich Bäume zwischen meinem Haus und der Moschee.”  Rasûlullâh (s.a.v.) fragte ibn-i  Ümmi Mektum: “Kannst Du den Ezân hören?” İbn-i  Ümmi Mektum antwortete: “Ich kann den Ezân hören, yâ Rasulellah.” Und der Gesandte Allâhs gab ihm die Antwort: “Dann komme zum Namaz!”, und erlaubte damit noch nicht einmal einem blinden Menschen das Fernbleiben vom Namaz in  Gemeinschaft.

In einem anderen Hadîs-i Şerîf heißt es:

“Wer vierzig Tage lang beim ersten Tekbir des Imâm anwesend ist und seinen Namaz in Gemeinschaft verrichtet, dem schenkt Allâh (c.c.) zwei Freisprüche (Berâat): Einmal von der Nifâk, also der Heuchelei und einmal von der Cehennem, der Bestrafung Allâhs im nächsten Leben.”

 

Liebe Brüder im Islam,

im Türkischen lautet ein Sprichwort ungefähr “Feuer verbrennt das wo es hinfällt”. Es bedeutet Unheil trifft in erster Linie jene, die es heimgesucht hat. Das Umfeld, die anderen Menschen zeigen ihre Betroffenheit für eine kurze Weile und vergessen es wieder. Aber manches Unheil betrifft und trifft jeden von uns.

Das Grubenunglück in der Kleinstadt Soma im Bezirk Manisa ist ein Unglück das uns alle betrifft. Wir verfolgen mit großer Trauer die von dort kommenden schlechten Nachrichten. Wir alle machen Duâ für all jene Arbeiter, die noch am Leben sind und auf Rettung hoffen. Den Verletzten wünschen wir schnelle Genesung. Auch bitten wir Allâh um Rahmet und Segen für die toten Brüder. Möge Allâhu Teâlâ ihren nächsten Verwandten Sabr und Standhaftigkeit geben und ihnen beistehen.

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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