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16. November 2012 / 2. Muharrem 1434 - Niyet und Ihlâs

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Niyet und Ihlâs

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Verehrte Muslime,

in unserer heutigen Hutbe sprechen wir über Niyet, das ist der Vorsatz oder die Absichtserklärung und über Ihlâs, die vollständige Hingabe bei den religiösen Taten.

 

Zuerst gratulieren wir euch und allen anderen Muslimen auf der Welt zum neuen Jahr nach unserem islamischen Mondkalender und erbitten vom allmächtigen Allâh diese gesegneten Tage zum Wegbereiter für gute Dinge und für die Einheit und den Zusammenhalt der Menschen werden zu lassen. 

Rasulullah (s.a.v) spricht in einem von Hz. Ömer (r.a.) überlieferten Hadis-i Şerif: "Taten werden nach der Niyet, dem Vorsatz bewertet. Jedem wird seine Tat gemäß seiner Niyet vergolten. Wer die Absicht hat, zu Allah und seinem Propheten (s.a.v) zu gelangen, zu ihnen Hicret zu machen, dessen Sevab wird auch der Sevab sein, den man bei einer tatsächlichen Hicret zu Allah und seinem Gesandten (s.a.v.) bekommt. Wer sich auf den Weg macht und etwas weltliches beabsichtigt oder seine angetraute Frau im Sinn hat, dessen Hicret wird auch demgemäß bewertet.”

 Der große Hadisüberlieferer Imam Buhari hat diesen Ausspruch von Rasûlullâh (s.a.v.) in die erste Zeile seiner weltberühmten Hadissammlung Sahih-i Buhari aufgenommen und jedem Buchautor angeraten ihre Werke mit diesem Hadis zu beginnen. Hazret-i Imam-ı Şafii, der Begründer der şaafitischen Rechtsschule ist der Meinung, dass dieser Hadis über 70 Themenfelder anspricht und daher als “zentrales Element” aller islamischen Lehren anzusehen ist. Darüber hinaus haben andere islamische Gelehrte wie Ahmed ibn-i Hanbel, Ebû Dâvûd und İmam-ı Tirmizi mehrmals gesagt, dass man mit diesem Hadis mindestens ein Drittel der islamischen Religion verstehen kann. 

Diese für uns so wichtige Niyet bedeutet im religiösen Verständnis, eine Sache beabsichtigen, durch das Herz gehen lassen um Allahs Willen und um Sein Wohlgefallen erlangen zu können. Ein anderes Wort für diesen Zustand ist Ihlâs!

Und Ihlâs hat eine sehr enge Beziehung zu Takvâ - das ist die tiefe Ehrfurcht vor dem allmächtigen Schöpfer. Ihlâs ist wie der Zauberspruch, der jeder Tat und jeder Amel einen höheren Wert gibt. Auch die kleinsten Dinge, die man mit Ihlâs angeht gewinnen automatisch großen Wert bei Allah. Umgekehrt haben Amel ohne Ihlâs, so viel und so aufwendig sie auch sein mögen keinen Wert bei Allah. Resûl-i Zîşân (s.a.v.) Efendimiz erläutert in einem Hadîs-i Şerîf welche Behandlung Amel ohne Ihlâs und ohne Hingabe erfährt in einer sehr schönen Art und Weise und ermahnt uns Muslime all unsere Taten und Handlungen sehr konzentriert anzugehen. 

Nach diesem Hadîs wird der erste Richtspruch in der Âhiret über einen Mann gefällt werden, der in einer Schlacht gefallen ist. Allâhu Teâlâ wird diesen Menschen fragen was er denn aus seinem Leben gemacht hat. Jener wird daraufhin sagen: „O Allâh ich habe mich auf deinem Wege aufgeopfert und bin zum Şehid geworden.“ Aber Cenab-ı Hak wird ihm antworten: "Du hast nicht die Wahrheit gesagt. Du hast dich in den Kampf gestürzt weil du wolltest, dass man über dich als einen sehr mutigen Menschen spricht.” Dann wird der Mann in die Cehennem geschickt.

Später wird ein anderer Mann gebracht werden, der in seinem Leben Wissen erlangt und den Kur’ân gelesen hat. Auf die Frage was er denn aus seinem Leben gamacht hat, wird er antworten: “Ich habe (islamisches) Wissen erlangt und es anderen gelehrt. Nur um Dein Wohlgefallen, deine Rızâ zu bekommen habe ich den Kur’ân gelesen.“ Allahü Teala wird zu ihm diese Worte sprechen: “Du sagst nicht die Wahrheit. Wissen hast du erlangt, damit man dich als weisen Gelehrten respektiert und ehrt. Den Kur’ân hast du gelesen, damit die Menschen sagen, wie schön du doch den Kur’ân melodisch lesen kannst. So ist es ja auch passiert.“  Auch dieser Mann wird in die Cehennem geschickt. 

Im weiteren Verlauf erzählt Rasûlullâh noch von einem reichen Mann, der sagen wird, dass er all sein Hab und Gut für Allâh ausgegeben hat. Auch ihm wird in derselben Weise geantwortet: “Du hast nicht die Wahrheit gesagt. All das hast du getan, damit die Leute dich als einen großzügigen und freigebigen Menschen respektieren.” Auch dieser Mann wird bestraft werden.

 

Liebe Muslime,

wie wir sehen sind Niyet und Ihlâs Dinge, die unserem religiösen Leben Wertigkeit verleihen - ohne sie geht es nicht. Dementsprechend kann Ihlâs nur mit Maneviyât, also mit Spiritualität erworben werden. Wer will, dass seine Namaz und anderen Gebete von Allah erhört werden, muß sich anstrengen, sich mit Ihlas beschäftigen, jede seine Taten mit Ihlas verschönern und vor allem die Nähe zu Gottesfreunden, also den Evliya suchen.

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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