Gebetskalender

Sitemap

17. März 2017 / 18. Cemaziyelahir 1438 - Islâmische Ethik in Handel und Geschäftsleben

Hutbe

Verehrte Muslime!

 

In unserer heutigen Hutbe sprechen wir über das Thema Ahlâk-ı Ticâret, also islâmische Ethik in Handel und Geschäftsleben.

 

Im Leben auf dieser Welt ist es wichtig so zu handeln, daß wir Allahs Wohlgefallen finden, uns für das Leben nach dem Tode vorbereiten und die Cennet und die Cemâl-i Ilahi, also die Schau der Allmacht Allahs erlangen. Darüber hinaus müssen wir versuchen uns als aufrichtige Abid, also als Knechte Allâhs jeden Tag aufs Neue zu beweisen. Aber andererseits sind wir Menschen gezwungen uns für unsere täglichen Bedürfnisse wie Kleidung oder Essen und Trinken anzustrengen. Eine der wichtigsten Wege des Erwerbs für den täglichen Bedarf ist zweifelsohne der Handel.

Die Dîn-i Celil-i Islam empfiehlt uns ausdrücklich Handel zu treiben um den Lebensunterhalt zu sichern.  So heißt es in einer Âyet-i Kerîme: “…und (Wir haben) euch den Tag zum Erwerb des Unterhalts geeignet gemacht.” In einem anderen Vers im Kur’ân-ı Kerîm spricht Allâhu Teâlâ: “Und alsdann schufen Wir Mittel zu eurem Unterhalt. Ihr (aber) dankt zu wenig.”  Und der Gesandte Allahs (s.a.v.) spricht hierzu: “Treibt Handel. Denn neun Zehntel des Rızık (des Lebensunterhalts) liegen im Handel.”

 

Was für uns im Alltag wichtig ist, sind die islamischen Verhaltensregeln in Handel und Geschäftsleben. Unsere Din-i Celil-i Islâm hat dafür bestimmte Maßstäbe aufgestellt. Wer diesen zuwiderhandelt mischt unweigerlich Dinge in sein Einkommen bei, die haram sind. Solch ein Zustand ist für einen Muslim wahrlich ein Verderben. Wir versuchen nun einige von diesen Regeln, an die sich muslimische Geschäftsleute und Händler halten sollten, aufzuzählen:

-Wenn die gekaufte Ware keine Mängel hat, sollte sie auch nicht schlecht geredet oder bemängelt werden.

-Beim Wiegen und Messen darf der Muslim nicht betrügen. In diesem Zusammenhang verdient der folgende Hadis-i Şerîf Rasûlullâhs (s.a.v.) besondere Beachtung: “Blickt nicht auf den Namaz, das Gebet oder das Fasten eines Menschen. Blickt auf seine Dinare und Dirhems.” (Das bedeutet: Wenn ein Mensch immerfort betet und fastet, soll euch das nicht täuschen. Bewertet diesen Menschen nach seinem Verhalten im alltäglichen Geschäft, das heißt nach seiner Ehrlichkeit, der Lauterkeit seines Verhaltens und seinem Empfinden für das Recht des Anderen.)

-Wenn die zu verkaufende Ware Mängel hat, sollten diese nicht verborgen werden. Hierzu spricht Rasûl-i Ekrem (s.a.v.), der hochedle Gesandte Allâhs: “Wer (mangelhafte) Ware verkauft und dabei den Mangel verschweigt, der zieht den immerwährenden Zorn Allâhs auf sich, und die Engel verdammen ihn ohne Unterlass.”

-Auch darf der Muslim keine Lügen gebrauchen um viel von seiner Ware zu verkaufen oder sie schneller an den Kunden zu bringen.

-Weiterhin sollen Partner im Geschäft gegenseitig auf ihre Rechte achten und den anderen nicht betrügen.

 

Schließlich sollte sich ein jeder Muslim die folgenden Dinge zu Herzen nehmen:

-Wenn du deine Arbeit am Arbeitsplatz ohne die Besmele, also ohne Bismillahir-rahmânirrrahîm beginnst;

-wenn du deinen Tagesablauf nicht planst und dich mehr mit unwichtigen und nebensächlichen Dingen beschäftigst als mit den wichtigen und drängenden Themen;

-wenn du der Sauberkeit und Hygiene an der Arbeitsstelle und in der Firma keine Beachtung schenkst oder zu viele Dinge auf einmal zu erledigen versuchst;

-wenn du dich nicht auf Teamarbeit verstehen willst und nicht fähig bist Aufgaben an andere zu delegieren;

-wenn du deine privaten Probleme in die Firma trägst, übereilte Entscheidungen triffst oder Arbeit mit nach Hause, in die Freizeit oder in den Urlaub nimmst;

-wenn du Ratschlägen und Neuerungen nicht offen gegenüber stehst;

-wenn du dir keine Ruhe gönnst und es zuläßt, dass du ausbrennst und endlich,

-wenn du Allah für seine Nîmet und Gaben nicht tiefinnerlich dankbar bist,

dann wirst Du nie aus deinen Schwierigkeiten herauskommen, was auch immer deine Arbeit sein mag.

 

Liebe Brüder im Islam,

 

aus diesen Gründen sollte sich der Muslim, wie bei anderen Gelegenheiten in seinem Leben auch, in Handel und Geschäftsleben nach den Maßstäben der Din-i Celil-i Islâm richten. Rasûlullâh (s.a.v.) spricht in einem Hadîs-i Şerîf hierzu: “Ein ehrlicher und vertrauenswürdiger Händler wird (in der Âhiret) gemeinsam mit den Gesandten Allâhs, den Sıddîk, also den Aufrichtigen und Wahrhaften im Glauben und den Şehid sein Urteil finden.”

Zurück

KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

Weiterlesen …