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17.Dezember 2010 / 11. Muharrem 1432

VIKZ

Giybet – üble Nachrede

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Liebe Muslime,

Gıybet, üble Nachrede, ist eine der schlimmsten Handlungen überhaupt; nicht nur gegenüber den Menschen sondern auch gegenüber dem erhabenen Schöpfer selbst. Darüber möchte ich heute sprechen.

Allâhu Teala hat die Nefs-i Emmâre, das heißt die Triebseele, erschaffen und ihr einen Platz zwischen unseren Augenbrauen gegeben. Und wir als Menschen sind daran gebunden mit dieser Nefis zusammenzuleben. Solange es uns nicht gelingt, die Nefis nach Allâhs Weisungen zu lenken, werden wir uns von kleinen und großen Sünden nicht fernhalten können. Folglich werden wir auch nicht imstande sein, zum Beispiel uns von einem solch wichtigen Haram wie dem Gıybet zu reinigen. Zur Gıybet gehören auch Taten und Verhaltensweisen wie Sû-i Zan (immer das Böse über andere denken) und Iftirâ, andere Leute falsch bezichtigen.

Unter Gıybet versteht man im allgemeinen, über Mängel oder Fehler von jemandem zu reden, wenn dieser nicht anwesend ist und sie ihm nicht gefallen würden, wenn er sie hören würde. Im deutschen Sprachgebrauch gibt es hierfür den Ausdruck “über Jemanden Lästern”. Solche Mängel können in der Kleidung, im Aussehen, im Verhalten und in der Familie liegen. Das macht keinen Unterschied: In jedem Falle zählt es zur Gıybet.

Rasûlullâh (s.a.v.) Efendimiz sagte einst: “Wisst Ihr was Gıybet ist? Es heisst Dinge über euren Bruder sagen, die ihm nicht gefallen würden.” Daraufhin wurde er gefragt: “Wenn aber die Dinge Wirklichkeit sind, Ya Rasûlallâh, was dann?”  Und Rasul-i Ekrem anwortete: “Wenn er tatsächlich diese Fehler hat, dann zählt es als Gıybet; wenn aber nicht, so habt ihr damit Iftira gemacht (ihm Mängel und Fehler unterstellt, die er nicht hat).” Und Iftira ist schlimmer als Gıybet.

Verehrte Gemeinde!
Auch zählt es zur Gıybet, wenn man jemanden in verächtlicher Form nachmacht, sich mit der Körpersprache über einen Fehler des anderen lustig macht oder die Fehler des anderen schriftlich weiterverbreitet. Eine andere Form der Gıybet wird mit dem Herzen begangen: Hier spricht man dann von Sû-i Zan, also über andere aus Prinzip schlecht Denken und verdächtigen. Haram ist Sû-i Zan deswegen, weil Allah allein weiß, was die Herzen bewegt.  So hat kein Mensch das Recht über einen anderen Schlechtes zu denken bzw. anzunehmen, solange man seine schlechte Tat nicht mit eigenen Augen gesehen hat oder es nicht hundertprozentig sicher weiß. Wir sehen: Sowohl Giybet als auch Sû-i Zan sind recht heikle Dinge. So sündigt nicht nur derjenige, der Gıybet macht, vor Allah, sondern auch derjenige, der ihm unwidersprochen zuhört und ihn zur Gıybet anstiftet.

In der Ayet-i Kerime, die ich anfangs vorgetragen habe, spricht Allah: “O Ihr Gläubigen! Haltet euch fern von allerlei Verdächtigung; denn wahrlich, manche Verdächtigung ist schwere Sünde. Und versucht nicht (anderen) nachzuspionieren und macht keine Gıybet. Möchte denn einer von euch gern das Fleisch seines Bruders essen, wenn dieser tot ist? Sicher würdet ihr es verabscheuen. So habt Ehrfurcht vor Allah. Gewiß, Allah ist Tevvâb, der Reue-Annehmende und Rahim, der Barmherzige.”

Liebe Brüder!
Am Ende dieser Ayet-i Kerime fordert Allah von uns, ihm Ehrfurcht zu erweisen und Reue zu zeigen. Reue für die Fehler, die wir tagtäglich begehen.
Es ist wichtig, sich von Gıybet und anderen Fehlern fernzuhalten. Genauso wichtig ist es aber, unsere Gebete bewußter und mit viel Liebe zu verrichten und so die Nähe des Schöpfers zu suchen.

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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