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18. November 2016 / 18. Safer 1438 - Die Hutbe beim Freitagsgebet

Arbeit gewissenhaft erledigen

Verehrte Muslime,

 

die wohlgeordnete und durchdachte Vermittlung von Gedanken und Wissen nennt man in vielen Sprachen der Muslime Hitâbet. Die Menschen haben die Hitâbet, die wohlgesetzte Rede, von den Propheten erlernt. Nach deren Vorbild sollte sie belegbares Wissen, einen zusammenhängenden Gedankengang und eine “message”, das heißt eine klare Aussage, aufweisen. Eine Hitâbet kann ein religiöses, akademisches, rechtliches, militärisches, politisches oder diplomatisches Thema behandeln. Die wichtigste Hitâbet ist zweifellos die religiöse. Sie erfordert auch die meiste Aufmerksamkeit. Jemand, der eine religiöse Rede hält, nennt man “Hatip”, und die Rede selber heißt “Hutbe”.

 

 

Liebe Muslime,

 

es ist unbestritten, wie wichtig und wirksam eine kurze und klare Hutbe für die Vermittlung von Wissen über die Dîn-i Celili Islam ist. Im Kur´ân-ı Kerîm spricht Allâh der Erhabene: „Erinnere und ermahne, denn die Erinnerung ist den Gläubigen nützlich“(1), und „Lade ein zum Weg deines Herrn mit Weisheit und Mev`ıza-i Hasene, einem vorbildlichen Thema.“(2) Der Gesandte Allâhs (s.a.v.) hat während seiner Hicret im Tal von „Ranuna“ gemeinsam mit seinen Ashâb das erste Freitagsgebet überhaupt verrichtet. Seit jenem Freitag pflegte Er bis zu seinem Tode vor dem Freitagsgebet jeweils die „Hutbe“ genannte Rede zu halten. Wäre die Hutbe nicht Farz, also Pflicht, so hätte Er dies durch ein gelegentliches Auslassen deutlich gemacht.

 

Im Jahreskreis wird an Freitagen und an Bayram-Festen zu unterschiedlichen Themen eine Hutbe vorgetragen, die für uns Muslime vor allem erzieherische Bedeutung besitzt. Ohne Zweifel trägt die Hutbe dazu bei, die Wahrheit unmittelbar aus der Quelle kennen zu lernen; sie festigt Einheit und Zusammenhalt der Gemeinschaft und fördert die brüderliche Verbundenheit unter den Gläubigen.

 

 

Hochgeschätzte Brüder im Islam,

 

bei der Hutbe müssen wir auf einige Dinge achten: Während der Hutbe zu reden oder jemanden zu ermahnen, dass er nicht reden soll, ist Tahrîmen Mekruh, eine verpönte Handlung, die dem Haram näher dran ist. Peygamber Efendimiz (s.a.v.), spricht hierzu: “Wenn du am Freitag, während der İmâm die Hutbe vorträgt, zu deinem Freund auch nur ein “Sei bitte Still!”sagst, so hast du einen Fehler begangen.”(3) Unerlaubt ist auch das Herumschauen und das gegenseitige Begrüßen während der Hutbe. Der Hutbe hört man aufmerksam und still zu, als wäre man im Gebet selbst.

 

Weiterhin ist es wichtig, während der Hutbe nicht die Salevât-ı Şerîfe auszusprechen, wenn der Name des Gesandten Allâhs genannt wird. Nach Meinung des großen Gelehrten İmâm-ı Ebû Yûsuf kann man die Salevât jedoch still für sich selber sprechen, sooft der Name des Gesandten Allâhs fällt.(4) Und der Hatip sollte seine Hutbe so anlegen, dass die Gemeinde nicht in die Situation kommt, „Âmin“ sagen zu müssen. Weiterhin ist es empfohlen, kein Gebet anzufangen, ob nun der Sünnet-Namaz des Freitagsgebetes oder irgendein anderes Nâfile-Gebet, sobald der İmâm mit der Hutbe begonnen hat. In jedem Fall hört man der Hutbe andächtig und respektvoll zu. Hierzu sagt Muaz bin Enes el-Cühenî (r.a.), ein Sahâbî und Gefährte des Gesandten: “Der Gesandte Allâhs hat es untersagt, am Freitag, wenn der İmâm die hutbe vorträgt, mit nach oben gerichteten Knien und um die Knie geschlungenen Händen zu sitzen.”(5)

 

Es ist ein Bestandteil des Muslimseins, dass wir dem Freitagsgebet und dem Freitag selbst, die zu den wichtigsten Merkmalen unserer Din-i Celil-i İslam gehören, mit dem größtmöglichen Respekt begegnen und diesen Tag wachsam und aufgeweckt verbringen.

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