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18. Oktober 2013 / 13. Zilhicce 1434 - Brüderlichkeit im Islam (Kurban Bayram)

VIKZ

Hochverehrte Muslime!

 

Unsere heutige Hutbe handelt von der Brüderlichkeit im Islam und von der gegenseitigen Achtung und Liebe allein um Allâhs Willen.

 

Liebe und Zuneigung sind Gaben Allâhs. Wahre Liebe und und wahre Zuneigung kann nur von Allâh kommen. Trotzdem muß der Mensch den Anfang von sich aus machen. Wer sich nicht bemüht oder anstrengt zu lieben, der wird weder Anteil an der irdischen noch an der Liebe Allâhs haben.

Es ist eine große Nimet, eine Gabe Allâhs, wenn ein Muslim einen anderen Muslim allein um Allâhs Wohlgefallen willen zu lieben und zu achten vermag. So verkündet Cenab-ı Vâcibu-l-Vucûd in der Sure Yunus denen, die er zu Seinen Freunden erwählt hat, welchen Lohn er ihnen geben wird:

Öffnet eure Augen! Den Evliyâ-ullah ist keine Furcht gegeben; auch keine Traurigkeit. Denn sie glauben an Allâh und haben Ehrfurcht vor Ihm. Freude ist auf ihnen, sowohl im Diesseits als auch im Jenseits. Allâhs Verheißung ist unwandelbar. Dies ist wahrlich die ganz große Errettung.“ Hier könnte man sich die folgende Frage stellen: Wer sind die Freunde Allâhs, die diese freudige Botschaft hören werden?

Sieht man sich die vielen Hadîs-i Şerîf an, erkennt man eindeutig, dass diejenigen, die einander um Allâhs willen lieben, die wirklichen Evliyâ-ullah, also Gottesfreunde sind. Rasûlullâh (s.a.v.) sagt hierzu:

“Unter den Dienern Allâhs gibt es eine Gruppe von Menschen, die weder Propheten noch Şüheda (also Şehid) sind. Im Jenseits werden sie ob ihrer Nähe und Liebe zu Allâh von Propheten und den Şehid beneidet.“

Von den Ashab-ı Kiram, der Erlauchten Gefolgschaft des Propheten (s.a.v.) stellte Jemand die Frage: “Wer sind diese Leute? Erzähl uns von ihnen!? Und Peygamber Efendimiz gab zur Antwort:

“Es sind jene Menschen, die einannder lieben, allein um Allâhs Wohlgefallen willen, obwohl sie nicht verwandt sind oder sich Güter (wie Geld oder Grundstücke) geschenkt haben. Ich schwöre bei Allâh, dass Allâhs Nûr (Licht) auf ihren Gesichtern liegt.” Am Ende seiner Worte trug Rasûlullâh (s.a.v.) die Ayet vor, die wir schon erwähnt haben: “Wisset, dass den Evliyâ-ullah keine Furcht und keine Bekümmernis gegeben ist.”

 

Liebe Brüder im Islâm!

 

In jeder Lebenslage gibt es für den Muslim bestimmte Âdâb, also Verhaltensregeln und Einstellungen die er befolgen sollte. Im Umgang mit dem Bruder oder der Schwester im Islam sollte man daher darauf achten, sich gegenüber dem anderen nicht überheblich zu verhalten und einander Liebe und Zuneigung zu erweisen, allein um Allâhs Wohlgefallen willen. Es ist wichtig, die kleinen Fehler des anderen zu übersehen, das heißt, sie ihm nicht an den Kopf zu werfen, und sie ihm zu verzeihen. Wichtig ist auch, dem Bruder (oder der Schwester) gegenüber Achtung zu erweisen und ihm sowohl in materiellen wie auch in religiösen Belangen beiseitezustehen. Das sind wahrhaft besonders erhabene Eigenschaften eines Menschen.

Wir alle wissen, dass ein Muslim mit einem anderen Muslim nicht länger als drei Tage in Streit leben darf. Aber wenn wir selber in einen solchen Streit geraten, suchen wir nach Ausreden, die uns im Recht erscheinen lassen. All diese Ausreden und Einreden sind nichts anderes als Irreführungen unserer Nefis, unserer inneren Triebseele und dem Şeytan. Unter Menschen, die an Allâh glauben, darf eine solche Rechthaberei und Selbstgerechtigkeit und ein solcher Selbstbetrug nicht vorkommen.

 

Der Mensch ist ein fehlerhaftes Wesen. Dies ist sowohl seine Stärke als auch seine Schwäche. In Beziehungen zu anderen Menschen können natürlich Dinge vorkommen, die nicht schön und nicht gewollt sind. Dies ist normal. Was aber nicht normal und nicht erlaubt ist, das ist, den Zustand des Streits und des Unfriedens fortzuführen, ihm kein Ende zu setzen und einen Dauerzustand daraus zu machen.

 

In diesem Sinne, liebe Muslime, wünsche ich euch nochmal ein gesegnetes Kurbanfest. Möge Allâh uns allen die Kraft geben Seiner Rızâ-i Ilâhî gemäß zu leben.

 

 

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KRM - Pressemitteilungen

„Jeder Flüchtling ist zu allererst ein Mensch“ - Begegnung von EKD und KRM Delegation in München

Die leidvolle Situation der Flüchtlinge, die nach Europa und Deutschland kommen, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge in der öffentlichen Wahrnehmung nur in Zahlen oder vorrangig als Last wahrgenommen würden, betonten die Delegationen.

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