Gebetskalender

Sitemap

18. September 2015 / 04. Zilhicce 1436 - Islamisch-rechtliche Grundlagen des Kurban

18. September 2015 / 04. Zilhicce 1436 - Islamisch-rechtliche Grundlagen des Kurban

Liebe Muslime!

Die Wurzel des Wortes kurban bedeutet wörtlich übersetzt “nahe sein”, “näher kommen”. Nach islamischem Verständnis ist der kurban die Opferung bestimmter Tiere zu bestimmten Tagen, in der Absicht, die Rıza´i ilahi, Allâhs Wohlgefallen zu erlangen. Hier handelt es sich also um eine Mâl-i İbadet, eine Form der Ibadet, die eine Geldaufwendung erforderlich macht. Das Opfer ist keine später zum Islam hinzugekommene Tradition. Es ist vielmehr eine Form der Ibadet, die auf dem Kur´an-ı Kerim und auf der sünnet des Gesandten Allahs (s.a.v.) beruht. Wie die zekat ist es im zweiten Jahr nach der hicret von Allah eingesetzt worden. Nach der hanefitischen Rechtsschule ist es vacib, das heißt eine unerlässliche Pflicht. Imam Malik und Imam Şafii sehen es als Sünnet-i Muekkede an. Dazu muss man wissen, dass als Sünnet-i Muekkede eine Gewohnheit bezeichnet wird, die Rasûlullâh (s.a.v) im allgemeinen befolgt und nur ganz wenige Male ausgesetzt hat.

Der Kurban ist eine wichtige Ibâdet. Um sie gemäß der islamisch-rechtlichen Grundlagen zur vollsten Zufriedenheit zu vollführen, ist man als Muslim angehalten sich so gut wie möglich über diese Thematik zu informieren und danach sich dementsprechend zu verhalten.

 

Cenâb-ı Hakk spricht in der Sûre-i Kevser in der zweiten Âyet “Verrichte den Namaz für Deinen Rabb, opfere ein Kurban-Tier!” In der Ayet-i Kerime wird ausdrücklich die Befehlsform “Venhar!” verwendet, sprich “Opfere ein Kurban-Tier!” Hierzu hat Rasûlullâh (s.a.v.) in einem Hadis-i Şerif dies gesprochen: “Wer finanziell dazu imstande ist und trotzdem keinen Kurban macht, der soll sich von unserer Moschee fernhalten.”

 

Kurban ist Pflicht für jeden Mann und jede Frau, die bei Sinnen, volljährig, an einem festen Orte ansässig und reich genug sind, um ein Opfertier erstehen zu können. Ein Armer zum Beispiel, der an einem der Kurban-Bayram-Tage an diese Summe kommt, muss das Opfer verrichten (also Kurban machen). Nach Imam Azam und seinem berühmten Schüler Imam Ebu Yusuf ist es noch nicht einmal erforderlich, volljährig und bei Sinnen zu sein, um als opferpflichtig zu gelten. Das heißt, die Eltern eines wohlhabenden Kindes sind verpflichtet für dieses Kind Kurban zu machen.

 

Es hängt sehr von der ihlas, der Hingabe eines Menschen ab, ob sein Opfer von Allâhu Teâlâ angenommen wird und ob seine Taten und Werke Allâhs Wohlgefallen finden. Wenn wir nicht um Hingabe bemüht sind, wird uns das Opfer in der ahiret, im Jenseits keinen Nutzen bringen. Allahu Teala spricht ohne Umschweif in Vers 37 der Sure Hac über die Opfertiere: “Nicht ihr Fleisch, auch nicht ihr Blut gelangt vor Allâh, sondern die Takvâ (die Frömmigkeit) ist es, die von euch zu Ihm gelangt.”

 

Liebe Gemeinschaft der Muslime!

 

Ich habe hier versucht, kurz und bündig zu erklären, was der kurban ist. Die Aufgabe eines mu´min, eines praktizierenden Muslims, ist es demnach, Wege und Mittel zu suchen, um das Opfer zu verrichten, nicht aber, ihm aus dem Wege zu gehen. Denn das Opfer ist für unser maddi und manevi (materielles und geistliches) Leben von größter Bedeutung.

 

Die Evliyaullah sind diesem Thema sehr sorgfältig nachgegangen, und sie haben erklärt, dass man das Geheimnis der İsm-i Azam, des erhabensten Namen Allahs nicht nur im Kur´an-ı Kerim, sondern auch in der Opferhandlung suchen muss. Sie haben viele Male auf die Wichtigkeit des Kurban hingewiesen und hervorgehoben, dass es für das folgende Jahr einen geistlichen Schutz für die Gesundheit und das Wohlergehen des Opfernden bedeutet. Notfalls sollte man sich Geld leihen, um das Opfer zu verrichten, und die Summe in Jahresfrist zurückzahlen.

Wie glücklich sind die Menschen, die es verstehen, jene Liebe und Sorgfalt zu beweisen, die man braucht, um die Kurban-Ibadet recht zu begehen...

Zurück

KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

Weiterlesen …