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18.November 2011 / 22. Zilhicce 1432

VIKZ

Das Leben auf das Jenseits ausrichten 

tl_files/vikz/Hutbeler/Hutbeler-2011/18 11 2011 Ahirete mueteveccih bir hayat yasamak.png

 

Verehrte Muslime,

in unserer Hutbe sprechen wir heute über die Notwendigkeit unser Leben auf die Âhiret, das heißt das Leben nach dem Tode hin auszurichten.   

Das Leben und der Tod sind von Cenab-ı Hak erschaffen worden um zu prüfen wer in seiner Amel und seiner religiösen Praxis besser sein wird als die anderen. Daher ist es erforderlich das diesseitige Leben (und die gesamte Lebenszeit) als Kapital für die Erlangung des Lebens nach dem Tode anzusehen. Cenab-ı Hak erklärt in vielen Âyet-i Kerîmes im Kur’ân-ı Azîmü’ş-Şân was es bedeutet das diesseitige Leben einfach zu vergeuden, ohne Vorbereitung auf das Leben im Jenseits.

So heisst es in einer Âyet-i Kerîme umschrieben: “O ihr Menschen! Allâhs Verheißung ist wahr, lasst euch nicht blenden von dem Leben auf der Welt und lasst euch nicht vom Blender (dem Şeytan) über Allâh blenden.” Die Müfessirîn haben diesen Vers in der folgenden Weise erläutert: “Das jenseitige Leben in der Âhiret wird unzweifelhaft kommen, auch die Belohnung und Bestrafung wird in jedem Fall stattfinden. Daher lasst euch auf keinen Fall vom diesseitigen Leben täuschen. Vergeudet keine Minute auf Gedanken wie ‘Heute vergnügen wir uns, was morgen wird ist nicht unsere Sorge.’ Verfällt nicht den Annehmlichkeiten dieser Welt, so dass ihr dabei eure Aufgaben für das Leben nach dem Tode vergißt. Opfert nicht euer ewiges Dasein für das kurzweilige Leben auf dieser Welt. Denn so wie die Jugend einfach vorbeifliegt und das Alter einen schnell findet, so wird auch die Welt und das Leben darin wie ein Traum vorüberziehen und die Âhiret, also das jenseitige Leben wird kommen – für immer und ewig. Daher soll auch der “täuschende Şeytan“ euch nicht mit Allâh täuschen, in dem er euch mit Gedanken beschäftigt wie „Allâh ist kerîm, Allâh ist gafûr und rahîm; Allâh genügt für alles“. Denn dann ist es ihm ein leichtes euch zu Sünde, Trägheit und Zügellosigkeit zu führen und damit euch von euren Aufgaben und Zielen abzubringen. Fürwahr so ist Allâh. Das ist richtig. Aber sich deswegen täuschen zu lassen und keine Ehrfurcht vor Allâh zu praktizieren ist wahrlich ein Verlust an den Nîmet und Gaben, die Allâh den Sâlihîn, also jenen in äußerem und innerem Frieden versprochen hat.“ 

Wenn die (Liebe dieser) Welt sich in das Herz des Menschen einnistet und ihn von der Zikir an Allâh, von Namaz, von Zekât und von anderen Aufgaben fernhält und damit uns davon abhält für das ewige Leben in der Âhiret zu arbeiten, dann wird es kritisch und unser Leben auf dieser Welt ist vergeudet. Wenn aber der Mensch es schafft seine Aufgaben für die Âhiret als oberste Priorität anzusehen und das diesseitige Leben danach abzustimmen hat er nichts vergeudet. 

Jene, die diese Abstimmung in ihrem Leben geschafft haben, lobt Allâhu Teâlâ in der Sûre-i Nûr in der Âyet 37 auf die folgende Art und Weise: „Solcherart von Leuten gibt es, die weder Ware noch Handel von der Zikir an Allâh, der Verrichtung des Namaz und dem Entrichten der Zekât abhält. Sie fürchten einen Tag, an dem sich die Herzen und Augen verdrehen werden.“  

 

Liebe Gemeinde,

die Menschen, die sich für die Âhiret anstrengen um damit das Wohlgefallen Allahs zu erreichen, schaffen es auch das diesseitige Leben zu meistern. Wenn sie sich darüber hinaus auch noch abmühen um das Âhiret-Leben anderer zu retten, das heißt sich auf dem Wege Allâhs abarbeiten, werden sie das diesseitige Leben wahrlich mit großem Gewinn gemeistert haben. 

Aber Menschen, die nur für das Diesseits leben und die Âhiret vergessen, werden letztlich beide verlieren – sowohl das Diesseits als auch das Jenseits. 

Der große Gelehrte Ebu`l Faruk Süleyman Hilmi Silistrevî (k.s.) Hazretleri hat diesen Umstand so erläutert:  “Diese Welt gleicht einem Schatten. Wann immer du deinen Rücken der Sonne zuwendest findest Du deinen Schatten vor dir. Wie lange du auch laufen mögest, deinen Schatten wirst du niemals zu greifen bekommen. So steht es auch mit der Welt. Sie ist ihren Verfolgern immer einen Schritt voraus. Aber dreht sich der Mensch zur Sonne, so folgt ihm auch sein Schatten und weicht nie von seiner Seite. Warum überhaupt soll der Mensch seinem Schatten folgen? Wichtig ist allein, dass wir uns Allâh zuwenden und die Welt dazu bringen, gleich dem Schatten, uns zu folgen (und nicht umgekehrt). Wer sich für das Diesseits anstrengt, verliert das Jenseits. Wer hingegen sich für die Âhiret anstrengt gewinnt dabei auch das diesseitige Leben.”


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KRM - Pressemitteilungen

„Jeder Flüchtling ist zu allererst ein Mensch“ - Begegnung von EKD und KRM Delegation in München

Die leidvolle Situation der Flüchtlinge, die nach Europa und Deutschland kommen, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge in der öffentlichen Wahrnehmung nur in Zahlen oder vorrangig als Last wahrgenommen würden, betonten die Delegationen.

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