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19.November 2010 / 13. Zilhicce 1431

VIKZ

Niyet und Ihlâs

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Verehrte Muslime,


In unserer heutigen Hutbe sprechen wir über Niyet, das ist der Vorsatz oder die Absichtserklärung und über Ihlâs, die vollständige Hingabe bei den religiösen Taten.


Zuerst gratulieren wir euch und allen anderen Muslimen auf der Welt nochmal zum Bayram und erbitten vom allmächtigen Allâh diese gesegneten Tage zum Wegbereiter für gute Dinge und für die Einheit und den Zusammenhalt der Menschen werden zu lassen.


Rasulullah (s.a.v) sagt in einem von Hz. Ömer (r.a.) überlieferten Hadis-i Şerif: "Taten werden nach der Niyet, dem Vorsatz bewertet. Jedem wird seine Tat gemäß seiner Niyet vergolten. Wer die Absicht hat, zu Allah und seinem Propheten (s.a.v) zu gelangen, zu ihnen Hicret zu machen, dessen Sevab wird auch der Sevab sein, den man bei einer tatsächlichen Hicret zu Allah und seinem Gesandten (s.a.v.) bekommt. Wer sich auf den Weg macht und etwas weltliches beabsichtigt oder seine angetraute Frau im Sinn hat, dessen Hicret wird auch demgemäß bewertet.”


Der große Hadisüberlieferer Imam Buhari hat diesen Ausspruch von Rasûlullâh (s.a.v.) in die    erste    Zeile    seiner    weltberühmten Hadissammlung Sahih-i Buhari aufgenommen und jedem Buchautor angeraten ihre Werke mit diesem Hadis zu beginnen. Hazret-i Imam-ı Şafii, der Begründer der şaafitischen Rechtsschule ist der Meinung, dass dieser Hadis über 70 Themenfelder anspricht und daher als “Mitte” aller islamischen Lehren anzusehen ist. Darüber hinaus haben andere islamische Gelehrte wie Ahmed ibn-i Hanbel, Ebû Dâvûd und İmam-ı Tirmizi mehrmals gesagt, dass man mit diesem Hadis mindestens ein Drittel der islamischen Religion verstehen kann.


Diese für uns so wichtige Niyet bedeutet im religiösen Verständnis, eine Sache beabsichtigen, durch das Herz gehen lassen um Allahs Willen und um sein Wohlgefallen erlangen zu können. Ein anderes Wort für diesen Zustand ist Ihlâs!


Ihr alle wißt, dass Wissen ohne Ausübung, also ohne Amel, nutzloses Wissen ist. Demnach ist solch ein Wissen gefährlich. Sogar Rasulullah (s.a.v.) hat Allâhu Teâlâ um Schutz vor solch nutzlosem Wissen gebeten. Umgekehrt sind Ausübungen, Taten und Gebete ohne Wissen weitaus weniger wert, haben weniger Sevab als Dinge, die mit Wissen verrichtet werden. Aber wir sollten uns trotzdem dessen bewußt sein, dass sowohl Wissen als auch Amel ihren eigentlichen Wert mit Ihlâs bekommen, also mit aufrichtiger Hingabe für das Wohlgefallen Allahs.


In diesem Zusammenhang sagt Allâhu Teala in der Sure Hadsch in Âyet 37 folgendes: “Weder das Fleisch des Kurbantieres noch das Blut finden Annahme bei Allâh. Nur eure Takva, eure aufrichtige Ehrfurcht vor dem Schöpfer gelangt zu Allah.”


Der bekannte türkische Müfessir und Kuranexeget Elmalılı Hamdi Efendi deutet diesen Vers wie folgt: “Nur eure Ehrfurcht vor dem Schöpfer, also eure Takva findet Annahme bei Allah, erwärmt eure Herzen für die Ausführung seiner Gebote und lädt euch ein Ihm sich mit Ihlâs zu nähern.”


Ihlas und Takva haben eine sehr enge Beziehung. Ihlâs ist wie der Zauberspruch, der jeder Tat und jeder Amel einen höheren Wert gibt. Auch die kleinsten Dinge, die man mit Ihlâs angeht gewinnen automatisch großen Wert bei Allah. Umgekehrt haben Amel ohne Ihlâs, so viel und so aufwendig sie auch sein mögen keinen Wert bei Allah.

 

Liebe Muslime,
Wie wir gesehen haben sind Niyet und Ihlâs Dinge, die unserem religiösen Leben Wertigkeit verleihen - ohne sie geht es nicht. Dementsprechend kann Ihlâs nur mit Maneviyât, also mit Spiritualität erworben werden. Wer will, dass seine Namaz und anderen Gebete von Allah erhört werden, muß sich anstrengen, sich mit Ihlas beschäftigen, jede seine Taten mit Ihlas verschönern und vor allem die Nähe zu Gottesfreunden, also den Evliya suchen.

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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