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2. November 2012 / 18. Zilhicce 1433 - Lange Winterabende und freiwillige rituelle Gebete

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Lange Winterabende und freiwillige rituelle Gebete

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Verehrte Muslime,

in unserer heutigen Hutbe möchte ich über die Notwendigkeit sprechen sich vermehrt der nafile ibadet,  das heißt freiwilligen rituellen Gebeten zu widmen - besonders an langen Herbst- und Winterabenden.

 

Die von Allahu Teâlâ zur Pflicht erkorenen farz ibâdât stehen an oberster Stelle unserer Aufgaben als gläubige Muslime. Verrichten wir sie, so folgen wir den Geboten Allâhu Teâlâs. Aufgaben für Gläubige hingegen, die nicht farz oder vacib sind, werden nafile ibadet genannt. Wenn ein mü´min, ein gläubiger Muslim also, nafile ibadet verrichtet, so folgt er damit zugleich der sünnet Rasulullahs (s.a.v.) und erringt die rıza-ı İlahi, das Allâhs Wohlgefallen. Im Hinblick darauf legte Rasûlullâh (s.a.v.) großen Wert auf freiwillige, über die Pflicht hinausgehende Formen des Gebetes zum allmächtigen Schöpfer und wies mit seinem geehrten Wort „Der Winter ist der Frühling des gläubigen Muslims“ auf die Möglichkeit hin lange Herbst- und Winterabende mit Ibâdet und Gebeten zu erfüllen. Ein Muslim sollte solch eine Chance für sich zu nutzen wissen.  

 

Liebe Muslime,

Cenab-ı Hakk spricht in der eingangs vorgetragenen ayet-i kerime: “Wache einen Teil der Nacht und verrichte (mit dem Lesen des Kur´ans) den Namaz des Nachts als freiwilliges Zusatzgebet.” Vor der Offenbarung dieser ayet-i kerime gebot Allahu Teâlâ die fünf Gebete am Tag, also den Namaz und ließ erst danach diese Erklärung folgen, die zu Gebeten in der Nacht anleitet. Unser aller Stolz, Rasûlullâh (s.a.v.), spricht in einem Hadis-i Şerîf: “O Ihr Menschen! Verbreitet den Gruß des selam, speist euren Nächsten und verrichtet vor allem euer Gebet in der Nacht, wenn die anderen schlafen, auf dass ihr in Frieden in die cennet, in das Paradies gelangt. ”

 

Verehrte Muslime,

die wichtigsten nafile namaz sind der sünnet namaz bei den täglichen Gebeten, dann der duha namaz (im Türkischen auch kuşluk namaz, Vormittagsgebet, genannt), evvabin namaz, der in der Nacht verrichtete teheccüd namaz und schließlich der tesbih namaz. Darüber hinaus gibt es nafile namaz für die heiligen, Kandil genannten Nächte, und auch noch andere Formen des Gebets, die einem Muslim noch zusätzlichen geistlichen Gewinn eintragen. All dies sind Gebete, die Rasulullah (s.a.v.) uns allen besonders ans Herz gelegt hat. 

Fahr-i kâinat, der Stolz der Welten, verrichtete selber diese ibâdât und ermunterte seine Familie und seine ashab, seine Freunde also, sie gleichfalls zu verrichten. Manchmal, wenn er wieder lange in der Nacht gebetet hatte schmerzten ihm seine Füße. Hazret-i Âişe (r.anha) Validemiz sah dies und sagte dann: “Yâ Rasûlâllâh, euch sind alle Wege zur Sünde verschlossen, sowohl die vergangenen als auch die zukünftigen. Warum tut Ihr euch das an?” Und Rasül-ü Ekrem (s.a.v.) Efendimiz antwortete ihr: “Ya Aişe, darf ich nicht ein Knecht Allah (c.c.)’s sein, einer der (dem Schöpfer der Welten) viel Dankbarkeit zeigt?” Von Zeit zu Zeit suchte er das Haus von Hz. Ali Efendimiz und seiner Tochter Fatıma Validemiz auf und rief ihnen zu: “Wann werdet ihr eure (Teheccüd) Namaz (eure freiwilligen Nachtgebete) verrichten?” Auch betete Rasülüllah Efendimiz vormittags den Duha Namaz und empfahl seiner Ümmet: “Verrichte das Frühgebet und den Duha Namaz. Denn diese beiden Gebete sind die Gebete der Evvab (jener Allâh nahen Menschen, die aufrichtige Reue praktizieren” und “Wer den Duha Namaz am vormittag (so oft wie möglich) verrichtet, dessen Sünden werden vergeben, auch wenn sie soviel sein sollten wie der Schaum aller Meere.” In einem anderen Hadis-i Şerif heißt es: “Die zwei Sünneteinheiten beim Frühgebet haben mehr Hayır und mehr Wert bei Allâh als die Welt und alles was darauf ist.

 

Liebe Gemeinschaft der Muslime,

wie wir in der vorgetragenen Âyet-i Kerîme und den Hadîs-i Şerîf gesehen haben misst der Din-i Celili Islam, also die erhabene islamische Religion freiwilligen Gebeten einen sehr hohen Stellenwert bei. Daher sollte ein bewußt lebender Muslim neben den farz- und vacib-Gebeten nach Kräften auch die nafile ibadât verrichten – besonders in der Herbst- und Winterzeit, an denen die Sonne früher untergeht und wir eigentlich mehr Zeit für Muße und Gebete haben sollten. Ziel dabei ist immerzu die şefaat-i uzmaa, das heißt die Fürsprache Rasulullahs (s.a.v.), und folglich auch die rızâ-i ilâhi, das Wohlgefallen des allmächtigen Schöpfers. So spricht Allahu Teala in einem Hadis-i Kudsi: “Durch die farz ibâdât rückt der Mensch meiner Strafe fern, und durch die nafile ibâdât rückt er meinem Wohlgefallen nahe.”

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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