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20. Juni 2014 / 22. Şaban 1435 - Methoden der Erziehung

20. Juni 2014 / 22. Şaban 1435 - Methoden der Erziehung

Verehrte Muslime,

Kinder sind die Hoffnung sowohl ihrer Eltern als auch einer ganzen Gesellschaft. Bei ihrer Erziehung ist es daher eminent wichtig auf die Vorgaben der islamischen Religion wert zu legen und auf die Erfahrung und die Traditionen in den muslimischen Gesellschaften zurückzugreifen. Denn zwischen einem Kind das gar keine Erziehung geniesst und einem das inhaltlich und methodisch falsch erzogen wird gibt es keinen wesentlichen Unterschied. Vom Ergebnis her ist eine Erziehung durch eine Person die nichts weiß und eine Person die es falsch weiß identisch. Die Kinder beider Personen tragen den gleichen Schaden davon.

Wenn wir uns bei der Erziehung unserer Kinder auf Prinzipien und Werte unserer islamischen Religion konzentrieren gewinnen wir sie sowohl für diese Welt als auch für die Âhiret, das heißt die Welt danach.

Cenab-ı Hakk spricht in der Sûre-i Tahrim in Âyet 6: “Ihr, die ihr den Îmân verinnerlicht habt! Schützt euch selbst und die Eurigen vor einem Feuer, in dem die Menschen und die Steine brennen. Über ihm (dem Feuer) sind strenge, harte Engel, die sich ALLAH niemals in dem widersetzen, was ER ihnen gebot. Und sie machen wozu sie berufen wurden.”

 

Geschätzte Muslime!

Bei der Erziehung ist es wichtig uns auf die Gedankenwelt und das Verständnis der Kinder einzustellen, mit einer dem Kind gerechten Sprache, aber voller Weisheit zu sprechen. Einem Kind versuchen etwas beizubringen, ohne dabei auf Alter und seine seelische Situation zu achten, verursacht mehr Schaden als es Vorteile bringt. Daher ist es ein islamisches Prinzip und zugleich Weisheit, zu den Menschen nach dem Grade ihres Verstandes beziehungsweise Verständnisses zu sprechen.

So heißt es im Hadîs-i Şerîf: „Spricht mit den Menschen gerade mal soviel wie ihr Verstand es aufnehmen kann.“

Möchte man die Kinder diszipliniert erziehen, so ist Ernsthaftigkeit und Güte angebracht, nicht Strenge und Zorn. Anstatt ihnen Angst zu machen ist es für uns eine Aufgabe sie mit Liebe und Zuneigung zu erziehen. Sie sollen uns lieben, nicht vor uns Angst haben.

Darüber hinaus ist erforderlich das Kind fernzuhalten von schlechtem Umgang und schlechtem Umfeld. Auch darf man als Eltern und Großeltern niemals die Kommunikation, das heißt das Gespräch mit den Kindern vernachlässigen und ihnen gute und vorbildhafte Ratschläge geben.

Überlassen wir Kinder sich selbst so ist es unvermeidlich, dass sie auf Irrwege gelangen. Auch frisches Obst oder Gemüse verdirbt nach einer Weile, wenn man es offen dastehen läßt. Es sei denn man sieht sich vor und ergreift geeignete Maßnahmen damit das nicht passiert. So steht es auch mit unseren Kindern. Wir sind immerzu aufgefordert vorauszudenken und geeignete Erziehungsmaßnahmen zu erlernen und anzuwenden.

Beim Umgang mit Kindern sollte der aufrechte Zeigefinger oder gar die Drohung und verächtlcihe Behandlung keinen Platz in unserem Leben haben. Stattdessen ist der behutsame Geleit zum Guten und Wohlerziehung das Maß an das wir uns zu halten haben. Wenn ein Fremdkörper im Auge ist holt man es behutsam heraus, man entfernt nicht das ganze Auge! Den Fremdkörper vom Auge nicht rauszuholen ist aber auch keine richtige Entscheidung. Denn Nachlässigkeit führt zu Schaden, Voraussicht und Befriedung zu Gutem.

Beim Fehler eines Kindes soll man nicht so tun als würde man es nicht gesehen haben. Dies ebnet den Weg zu größeren und schwerwiegenderen Fehlern bei Kindern. Ein zeitnahes Gespräch und die richtige Wortwahl bei den Ratschlägen verhindert viel größeren Schaden beim Kind selbst, im Umfeld und in der Gesellschaft.

Rasûlullâh (s.a.v.), der Stolz der Schöpfung und Wegweiser der Menschheit überwachte die Einlagerung von Datteln in die Schatzkammer. Es waren von wohlhabenden Muslimen gespendete Datteln die an mittellose Muslime verteilt werden sollten. Sein kleiner Enkel Hazret-i Hasan (r.a.) war bei ihm und langte mit der Hand zu einer Dattel und führte sie in den Mund. Rasul-i Ekrem (s.a.v.) steckte sofort seinen Finger in dessen Mund und holte die Dattel heraus und sprach zu ihm: “Weißt Du immer noch nicht, dass wir nichts von gespendetem Gut essen.”

Mutter und Vater sollten ihren Kindern beibringen was gut und was schlecht ist, in ihrer Gegenwart gute Menschen und gutes Verhalten loben und schlimmes Verhalten anderer Leute kritisieren. Wenn Kinder das hören werden sie unweigerlich sich der Richtung ihrer Eltern hingeben, sich gute Taten und gutes Verhalten aneignen und gute Menschen erkennen und sie schätzen lernen.

Vergessen sollten wir auf keinen Fall, dass unsere Kinder unsere Zukunft sind. Vernachlässigen wir sie, vernachlässigen wir auch unsere Zukunft - als einzelne Menschen und als Gesellschaft.

Meine Hutbe möchte ich mit einem Hadîs-i Şerif beenden:

Erzieht eure Kinder zu diesen drei Dingen: Der Liebe zu eurem Gesandten, der Liebe zu seiner Ehl-i Beyt und zur Lektüre des Kuran-ı Kerim. In der Tat werden jene die sich für den Kurân einsetzen unter einem Schatten, zusammen mit den Gesandten und Auserwählten Allâhs, stehen, und das an einem Tag an dem es keinen anderen Schatten gibt als den Schatten des Thrones Allâhs.”

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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