Gebetskalender

Sitemap

20. März 2015 / 29. Cemâziyel-evvel 1436 - Wertigkeit im Islam geht nur über Takvâ

20. März 2015 / 29. Cemâziyel-evvel 1436 - Wertigkeit im Islam geht nur über Takvâ

Verehrte Muslime!

 

Der Mensch ist etwas Besonderes, er stellt mit seinem Sein und Dasein den Kern der Schöpfung dar. Daher ist es wichtig den Menschen nicht auf sein Äußeres zu begrenzen, das heißt ihn nicht allein mit seinem materiellen Dasein versuchen zu verstehen. Eine Definition des Menschen rein von seiner Rasse, seiner Hautfarbe, seines Wohlstandes oder seiner familiären Abstammung her ist eine starke Einengung und wird ihm in keinster Weise gerecht. Seinen eigentlichen Wert hat ihm Allâhü Teâlâ beigemessen und den Maßstab dazu in folgender Âyet-i Kerîme offenbart: “O ihr Menschen, Wir haben euch erschaffen als Mann und Frau. Auf dass ihr einander erkennen möget haben wir euch zu Völkern und Stämmen gemacht. Vor Allâh ist von euch der Angesehenste, welcher die meiste Takva (die meiste Ehrfurcht vor Allâh) hat. [Hucurat 13]

Die islamische Relgion verbietet dem Starken den Schwachen zu tyrannisieren, dem Reichen den Armen zu drangsalieren, dem sich als Adligen ausgebenden den anderen Menschen gegenüber Hochmut zu praktizieren und jemanden wegen seiner Hautfarbe oder Rasse als minderwertig anzusehen.

Rasûlullâh (s.a.v.) spricht in seiner Abschiedshutbe die folgenden Worte:

O ihr Menschen! Euer Rabb-i Teâlâ ist Einer, auch euer Stammvater ist einer. Ihr alle seid die Kinder Adems und Adem ist erschaffen worden aus Erde. Vor Allâh ist von euch der Angesehenste, welcher in Takva (in Ehrfurcht vor Allâh) am weitesten ist. Der Araber ist keineswegs einem Nichtaraber höhergestellt. Eine höhere Stellung geht nur über Takvâ.

Rasûlullâh, der Edelste aller Welten hat diese seine Worte nicht einfach so belassen, sondern sie in bester Art und Weise vorgelebt. “Selman ist einer von uns, er gehört zur Ehl-i Beyt (zu meiner Familie)”. Dies sind seine Worte über Selman-ı Farisî, dem Perser, der weite Wege gegangen und jedwede Anstrengung, auch die Bürde der Sklaverei auf sich genommen hat, um nach Medina in die Gesellschaft Rasûlullâhs (s.a.v.) zu gelangen.

 

Liebe Muslime,

 

kein Mensch hat die Möglichkeit selbst zu entscheiden über Vater und Mutter und über Rasse und Hautfarbe. Dies ist außerhalb seines Wirkungsbereiches und daher kein Grund um daraus Wertigkeit zu schöpfen oder deswegen getadelt zu werden.

Die Geschichte um ein Mißverständnis zwischen Bilal-i Habeşi und Ebû Zerr-i Gıfârî (Radiyallâhu anhumâ) in der Asr-ı saadet, also in der Ära des Glückes, wie man die Zeit Rasûlullâhs (s.a.v.) im Arabischen nennt, ist sehr bedeutungsvoll für uns Muslime. 

Der ehrenvolle Bilal-i Habeş-i, Bilal der Abessinier, der dunkelhäutige Sklave gehörte zu den großen der Ashâb-ı Kirâm und war gleichzeitig der Müezzin von Rasûlullâh (s.a.v.). In einem Gespräch mit dem großen Ebû Zerr-i Gıfârî (r.a.) entzweiten sie sich in einem Punkt, hatten eine jeweils andere Meinung. Im Eifer des Gefechtes entsprang Hazret-i Ebû Zerr die Formulierung: “Du verstehst nichts von diesen Dingen, o Sohn einer schwarzen Frau.” Gesenkten Hauptes ging Bilal-i Habeşi davon und erzählte dies dem Gesandten Allâhs (s.a.v.) und ergänzte: „Yâ Rasûlallâh, muß auch nach dem Übertritt zum Islam uns unsere Rasse vorgehalten werden?“

Der Gesandte Allâhs (s.a.v.) rief daraufhin Ebû Zerr-i Gıfârî zu sich, wiederholte in dessen Gegenwart die Worte Bilâls (r.a.) und sprach: “Hast Du das gesagt?” Hazret-i Ebû Zerr schämte sich dermaßen, dass er dem Gesandten Allâhs nicht antworten konnte. Rasûlullâh (s.a.v.) sprach daraufhin:

“Das heißt nun, dass Du immer noch Verhaltens- und Sichtweisen mit dir trägst, die du vor deinem Übertritt zum Islam an dir hattest. Wie kann nur ein  Mensch wegen der Dunkelheit seiner Hautfarbe behelligt werden?” Hazret-i Ebû Zerr war sehr betrübt und schämte sich nach diesen Worten Rasûlullâhs (s.a.v.) noch mehr. Sofort machte er sich auf den Weg zum Haus von Hazret-i Bilâli Habeşi, legte sein Gesicht vor die Tür und sprach: “Yâ Bilâl, solange dein gesegneter Fuß nicht auf das Gesicht dieses üblen und groben Ebû Zerr tritt werde ich mein Haupt nicht von deiner Tür bewegen.”  

Hazret-i Bilâl war sehr angetan von der Art und Aufrichtigkeit von Ebû Zerr und sagte: “Steh auf, o mein Bruder, steh auf. Dieses Gesicht verdient es geküßt und nicht darauf getreten zu werden. Ich vergebe mein Recht an Dir.” Er hob ihn hoch und küßte ihn auf seine Augen. Und in dieser Sekunde hatten beide in ihren Herzen nur noch Zuneigung und Freundschaft füreinander übrig. 

Beenden wir unsere Hutbe mit einem Hadîs-i Şerif, der uns einen kleinen Eindruck gibt was bei Allâh wirklich wichtig ist: „Allâh (c.c.) achtet nicht auf euer Aussehen oder euren Besitz, Er achtet nur auf eure Herzen und eure Taten.“

Zurück

KRM - Pressemitteilungen

„Jeder Flüchtling ist zu allererst ein Mensch“ - Begegnung von EKD und KRM Delegation in München

Die leidvolle Situation der Flüchtlinge, die nach Europa und Deutschland kommen, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge in der öffentlichen Wahrnehmung nur in Zahlen oder vorrangig als Last wahrgenommen würden, betonten die Delegationen.

Weiterlesen …