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20. November 2015 / 08. Safer 1437 - Ta’dil-i Erkân beim Namaz

20. November 2015 / 08. Safer 1437 - Ta’dil-i Erkân beim Namaz

Hochverehrte Muslime,

in meiner Hutbe spreche ich heute über “Ta’dîli Erkân” beim Namaz, also im islamischen rituellen Gebet.

 

Ta’dîl-i Erkân ist das Gefühl Rukû und Secde richtig ausgeführt zu haben, darüber hinaus das aufrechte Stehen nach der Rukû und das aufrechte Sitzen zwischen zwei Secdes in vollständiger Zufriedenheit verrichtet zu haben. Das heißt jede einzelne Bewegungseinheit im Namaz wie Kıyam, Rukû und Secde soll in Ruhe und Gemach verrichtet werden, so dass die einzelnen Körperteile sich förmlich setzen und man im Herzen das Gefühl bekommt alles richtig gemacht zu haben. Zum Beispiel ist es nach der Rukû erforderlich sich aufrecht hinzustellen und in dieser Position kurz zu verweilen – ungefähr solange wie man das Wort “sübhânellâh” sagen kann. Auch zwischen zwei Secdes soll man in der Länge dieses Tesbihs innehalten.

Manche Ulemâ und Gelehrte sagen, dass Ta’dîl-i Erkân farz ist und andere wiederum nur vacib. In beiden Fällen ist sie für uns Muslime verpflichtend. Wer beim Namaz Genuss empfindet achtet sowieso auf den Ta’dîl-i Erkân und umgekehrt. Auch hütet man sich dabei den Namaz eilig zu verrichten und hegt die Geisteshaltung, dass Eile im Namaz ungebührlich für einen Muslim ist und dem Verständnis von Hurmet, Respekt und Edeb widerspricht.

In einem von Ebû Hüreyre (ra) Hazretleri überlieferten Hadîs-i Şerif heißt es hierzu: Rasûlüllah Efendimiz (sav) ging einmal zur Mescid, zur Moschee. Ein Mann kam herein, verrichtete seinen Namaz ohne auf den Ta’dîl-i Erkân zu achten und grüßte den Gesandten mit dem Selam. Rasûlullah sprach zu ihm “Kehre um und verrichte deinen Namaz nochmal, denn du hast nicht gebetet”. Der Mann kehrte um, verrichtete seinen Namaz nochmal, aber in derselben Art und Weise und grüßte anschließend den Gesandten Allâhs wieder. Rasûlullâh nahm seinen Selâm an und sprach wieder “kehre um und verrichte deinen Namaz, denn du hast nicht gebetet”. Als diese Situation sich zum dritten Mal wiederholte sagte der Mann “Ich schwöre bei Allâh (cc), der dich als wahrer Gesandter geschickt hat, ich kann es nicht besser. So lehre mich Yâ Rasûlellah”. Und Fahr-i Kâinât Efendimiz sprach dies: “Wenn Du mit dem Namaz beginnst sprich den Tekbir (Allahu Ekber), danach lese Stellen aus dem Kur’ân-ı Kerîm, die du auswendig kannst und die dir leicht fallen, dann mache den Rükû so, dass du damit zufrieden bist, danach verweile aufrecht im Stehen in der Kıyam-Position bis sich deine Glieder vollständig gesetzt haben, danach mache die Secde so, dass du damit zufrieden bist, dann erhebe dein Haupt von der Secde und verweile aufrecht sitzend zwischen zwei Secdes bis du damit zufrieden bist. Und verrichte alle deine Namaz auf diese Weise.“

 

In dem am Anfang meiner Hutbe vorgetragenen Hadîs-i Şerif spricht Rasûlullâh dies: “Der schlimmste Dieb ist derjenige, der von seinem Namaz klaut.” Die Ashâb-ı Kiram fragten daraufhin: “Yâ Resûlallah! Wie kann ein Mensch von seinem Namaz klauen?” Und Gesandte Allâhs antwortete: “In dem er Rükû und Secde nur halbherzig macht.”

 

Liebe Gemeinschaft der Muslime,

wir haben gesehen wie wichtig Ta’dîl-i Erkân beim Namaz ist. Es ist eine traurige Gewißheit, dass viele Muslime im Zustand von Gaflet, also geistiger Trägheit es nicht schaffen diesem wichtigen Punkt ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Sehr viele Muslime haben es wirklich nötig in dieser Angelegenheit besser informiert zu werden. Dieser Umstand ist für die bewußtlebenden Muslime eine Aufforderung sich hierbei viel Mühe zu geben. So schreibt der große Gelehrte und Sûfimeister İmâm-ı Rabbânî (ks) Hazretleri in seinem Werk Mektûbât-ı Şerîfe das Folgende: “Es muß uns eine Aufgabe sein den Menschen hierbei unser Wissen weiterzugeben, ihnen zu helfen und sie zu dieser Praxis (der Ta’dil-i Erkân) anzuregen. Die meisten Muslime sind fern von dieser Nîmet und einen mit Ta’dîl-i Erkân verrichteten Namaz gibt es nicht mehr. So gesehen ist es eine der wichtigsten Aufgaben der Muslime diese Amel, also diese islamische Praxis wiederaufleben zu lassen.”

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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