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20.August 2010 / 10. Ramazan 1431

Hutbe

Zekat (soziale Pflichtabgabe)

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Liebe Muslime!

In unserer heutigen Hutbe möchte ich über den ZEKAT sprechen.


Zekat bedeutet wörtlich Bereket, Sauberkeit und Vermehrung.1 Nach islamisch-religiösem Verständnis steht es für eine bestimmte Menge aus dem Besitz oder Vermögen, den ein Muslim, der Mukellef, das heißt religiös mündig ist, bedürftigen Menschen zu geben hat. Wichtig bei dieser Handlung ist die Absicht, also die Niyet dem Gebot Allahs genüge zu tun. 2

 

Der Zekat ist ein wichtiger Pfeiler im Islam. Es ist ein Ausgleich und der Garant für den sozialen Frieden zwischen Reichen und Armen. Der Zekat ist zugleich auch eine Prüfung. Darin liegt die menschliche Offenlegung der Liebe und des Gehorsams gegenüber dem Allmächtigen Schöpfer.

Diesen Zusammenhang bringt Rasulullah (s.a.v.) im folgenden Hadis-i Şerif sehr schön auf den Punkt: Namaz, also das rituelle Gebet bedeutet Nuur. Aber der Zekat ist Beweis für den Glauben an Allah und die Liebe des Menschen zu IHM.3

Der Zekat ist reinigend. Es reinigt den Besitz von Haram und den Besitzer von Habgier und Geiz.4    Dieser Zustand ist von einigen Evliyaullah in folgender Weise erläutert worden: In den Adern der Freigebigkeit, also der Sahavet entstehen    V erstopfungen.    Um    diese    V erstopfungen    zu öffnen gibt man am besten seine Zekat, seine Sadaka-i Fıtr und ähnliche Hayır-Gaben in die Hand eines geizigen Menschen und bittet ihn das Geld an vorher bestimmte Personen auszuteilen. So gewöhnt sich diese Person an den Zekat. Damit werden eure Abgaben makbul, also bei Allah angenommen und ihr bekommt dazu noch Sevab bei Allah, weil ihr eine Person zur Abgabe von Zekat angeleitet habt...”5
Der Zekat schützt den Besitz. So sagt Rasulullah (s.a.v.) hierzu “Nimmt mit der Zekat euren Besitz in Schutz. Und mit der Sadaka, also der freiwilligen Abgabe heilt euch von euren Krankheiten.“6


Liebe Gemeinde,

Der Zekat als materielle Ibadet hat für unser gesellschaftliches Zusammenleben eine sehr zentrale Bedeutung. Dies ist unbestreitbar. Deswegen reicht es nicht aus alle Vorteile des Zekat aufzuzählen und daran zu glauben, dass es farz ist. Vielmehr sollte sich der Muslim damit tatsächlich identifizieren und es auch bewußt umsetzen können. Dies ist eine Sache des Herzens. Wieviel und was er als Zekat, als Sozialabgabe an Bedürftige zu geben hat, weiss der Mensch am besten selbst.

Die Zekat-Berechnung sollte daher penibel genau gemacht werden. Denn wenn der Besitz und das Vermögen sich vermehren so steigen unweigerlich die Wünsche. Hierbei tritt sofort auch die Nefis, also die Triebseele in Aktion und formuliert seine altbekannten Forderungen: noch mehr und viel mehr! Aber aufgeweckte Muslime lassen sich dadurch nicht irritieren. Je wohlhabender sie werden desto mehr Zekat geben sie dann an Bedürftige und wetteifern auch untereinander.

 

 

Sehr vereehrte Muslime, wie Sie alle bestimmt wissen, leidet ganz Pakistan unter der Flutkatastrophe. Die Situation dort hat sich zu einer menschlichen Tragödie entwickelt.


Millionen von Menschen leiden unter Hunger und Durst, Seuchengefahr breitet sich aus. Fast ebenso viele Menschen haben ihr ganzes Hab und Gut verloren.


Daher ruft der Verband der Islamischen Kulturzentren heute all seine Gemeinden bundesweit dazu für unsere pakistanischen Brüdern und Schwestern Spenden zu sammeln, um ein wenig ihr Leid zu lindern. Es ist für uns nicht nur eine menschliche, sondern auch eine religiöse Verpflichtung, unseren notleidenden pakistanischen Geschwistern zu Hilfe zu eilen.


Dass Spenden vor allem im Ramadan bei Allahu Teâlâ große Akzeptanz haben ist euch allen bekannt. Möge Allah unsere Spenden und Wohltaten annehmen. Möge Allah sich unserer verstorbenen pakistanischen Brüdern und Schwestern erbarmen. Dem pakistanischen Volk teilen wir unser herzliches Beileid für die Verstorbenen mit und wünschen ein, wie wir im Türkischen sagen, „geçmiş olsun.” d.h. Möge es für alle Male vorüber sein und sich nicht wiederholen.

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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