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21.Januar 2011 / 17. Safer 1432

VIKZ

Dienst am Menschen

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Verehrte Muslime,

unter allen Geschöpfen ist es der Mensch, dem die höchste Würde zukommt. Er besitzt die höchsten Anlagen zu Geist und Tugend. Hazret-i Ali (k.v.) erhellt diesen Wesenszug des Menschen, wenn er sagt „Du meinst, du seist ein kleines, unbedeutendes Wesen. In Wahrheit liegen in dir die (Geheimnisse der) größten Welten verborgen.“ Wo der Einzelne den Bedürfnissen der Gesellschaft dient, wo er Heimat und Volk nützt, da verdient er sich Liebe und Anerkennung der Allgemeinheit. Den Grad eines vollkommenen Menschen erwirbt jemand im gleichen Maße, wie er der Gesellschaft von Nutzen ist. Ein guter Mensch, das heißt einer mit hayır, auf dem Segen ruht, ist jemand, der der Allgemeinheit Gutes angedeihen lässt, jemand, der in Not Geratenen zu Wegen und Lösungen verhilft und der aufrichtig bemüht ist, ihren dringendsten Bedürfnissen gerecht zu werden. Ein İnsan-ı Kâmil, ein Mensch, der Vollkommenheit sucht, wird angesichts materieller Probleme weder in seiner Entschiedenheit (irade) noch in seiner Selbstdisziplin (idare) schwanken. Mit seinem Herzen wird er dem Allmächtigen und Einzigen Schöpfer und mit seinem leiblichen Dasein den Menschen zugewandt sein. Denn sein stetes Wirken beruht auf dem Grundsatz eines „Dienstes am Menschen um des Schöpfers willen.“

Geschätzte Brüder im Islam,

Unter uns gibt es kostbare Personen, die den Vorteil ihrer Glaubensbrüder und -schwestern über den eigenen Vorteil stellen. Ihr Glauben beruht auf dem Grundsatz, „Erst Allah, dann der eigene Leib.“ Denn in ihrem Herzen bewahren sie diesen Hadîs-i Şerîf: „Wer sich der Not eines Glaubensgeschwisters annimmt, dessen Not wird Allah höchst selber sich annehmen. Wer Leid von einem Muslim nimmt, dem wird Allah höchst selber zum Entgelt am Jüngsten Tag, am Kıyâmet eins seiner Leiden von ihm nehmen.“

Wer andern dienen und helfen will, muss größte Sammlung walten lassen, das heisst sich zusammennehmen können. Er muss merhamet, Barmherzigkeit üben; er muss tolerant sein, geduldig und standhaft; und sein Verständnis vom Dienst am Menschen muss alle Arten von Mitmenschen einschließen. Peygamber Efendimiz, der Gesandte Allahs (s.a.v.) spricht dazu in einem Hadîs-i Şerîf: „Wer seinem Bruder dient, dem hilft Allah wie einem, der ihm (selber) dient.“

Alle Dinge der Welt, liebe Gemeinde, entstehen im Zusammenspiel von Ursache und Wir-kung. Sie können nur entstehen, wenn entsprechende Bedingungen und Ursachen gegeben sind. Liebt jemand, wird er geliebt; bereitet er den Menschen Freude, lebt er selbst in Freude. Rasûlullah (s.a.v.) sagt darüber: „Stimmst du das Herz deines Glaubensgeschwisters froh, so zieht das von selbst die mağfiret-i ilahi, die Vergebung Allâhs, nach sich.“

Der Dienst am Menschen ist ein Gebot Allâhs und folglich eine ibâdet, eine Form des Gebetes. Andere froh zu machen ist ein Weg, das Wohlgefallen Allâhs, die Rızâ-i İlâhi, zu erlangen. Dazu spricht Allahs Gesandter (s.a.v.): „Nach den Dingen, die uns zu tun als farz, als Pflicht, geboten wurde, ist die liebenswerteste Art, seinen Glauben zu leben, dass man die Herzen anderer froh stimmt.“

Die Sonne thront über den Häuptern der Menschen, weil sie diesen Menschen ihr Licht zu Füßen breitet. Wer Dienst an seinem Mitmenschen üben will, muss diesen Dienst seinem Mitmenschen zu Füßen breiten, auf dass die Menschen auf Erden und die Engel im Himmel für ihn beten und ihn vor Allâh preisen.

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KRM - Pressemitteilungen

„Jeder Flüchtling ist zu allererst ein Mensch“ - Begegnung von EKD und KRM Delegation in München

Die leidvolle Situation der Flüchtlinge, die nach Europa und Deutschland kommen, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinationsrat der Muslime (KRM). Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge in der öffentlichen Wahrnehmung nur in Zahlen oder vorrangig als Last wahrgenommen würden, betonten die Delegationen.

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