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22. April 2016 / 15. Recep 1437 - Verfehlungen meiden

22. April 2016 / 15. Recep 1437 - Verfehlungen meiden

Geschätzte Muslime!

Heute sprechen wir über die Verpflichtung eines Muslims sich von Verfehlungen, Fehlern und Sünden fernzuhalten.

Verfehlungen sind wie kleine Mikroben im Körper des Menschen, die Krankheiten verursachen. Sie sind dazu imstande die Nûr Allâhü Zülcelâls in unseren Herzen zu verdunkeln , unsere spirituelle Welt in den Ruin zu treiben und uns seelisch auszusaugen.

So heißt es hierzu in der eingangs vorgetragenen Âyet 14 in der Sûre Mutaffifûn:

“Nein, Nein, was sie (an Verfehlungen und Sünden) erwerben, hat ihre Herzen (wie Rost) bedeckt.” Rasûlullâh (s.a.v.) erläutert diese Âyet mit den folgenden Worten: „Vollzieht der Mensch eine Verfehlung entsteht auf seinem Herzen ein schwarzer Punkt. Macht er die Tevbe wird dieser Punkt gelöscht. Vermehren sich aber die Verfehlungen, vermehren sich auch die schwarzen Punkte. Dies ist die Bedeutung des Wortes “RÂNE” in der Âyet-i Kerîme.

Um unsere manevî und geistig-seelische Gesundheit vor den Viren der Verfehlung zu schützen bedürfen wir die richtigen Medikamente, also Ibâdât. Um die starken Verschmutzungen und den Rost in den Herzen, entstanden durch Sünden, porentief reinigen zu können bedürfen wir der aufrichtigen Tevbe, das heißt Reue.

Die muslimischen Gekehrten, sprich die Ulemâ unterscheiden zwischen großen und kleinen Verfehlungen. Der berühmte Âlim und Gelehrte İbn-i Abbas (r.a.) zählt bis zu 700 (siebenhundert) “Große Verfehlungen” auf. Zu diesen “Großen Verfehlungen” zählen die folgenden, in verschiedenen Âyet-i Kerîmes und Hadîs-i Şerîf erwähnten Handlungen:

Şirk, also Allâhü Teâlâ etwas beigesellen; die Beschäftigung mit Zauberei und Magie; einen Menschen töten; Zinsgeld verbrauchen; dem Waisen seinen Besitz entwenden; ehrbaren Frauen iftira machen, also verleumden; Zinâ und Ehebruch begehen; gleichgeschlechtlicher Liebesakt; Alkoholgenuß; die Beschäftigung mit Glücksspielen; der Verzehr von Schweinefleisch; der Verzehr von Fleisch eines toten oder nicht rituell geschächteten Tieres; ausfliessendes Blut trinken; Diebstahl begehen; falsche Zeugenschaft ablegen; den Eltern widersprechen; einen falschen Eid ablegen; den Zekât, also die verpflichtende Sozialabgabe nicht entrichten; wissentlich und mit Absicht den Namaz, also das islamische rituelle Gebet nicht verrichten und Giybet machen, also andere schlecht reden.

Eine Verfehlung ist eine Untat, um nicht zu sagen ein Verbrechen gegenüber Allâhu Teâlâ. So ähnlich wie ein weltlicher Staat Straftaten sanktioniert, manchmal mit lebenslänglichem und manchmal mit zeitlich begrenztem Gefängnisaufenthalt, so gibt es verschiedene Abstufungen von Sanktionen für Untaten gegenüber Allâh. Der größte aller Verfehlungen ist unzweifelhaft der Şirk, weswegen der Mensch für immer und ewig in der Cehennem weilen wird.

So spricht Cenab-ı Hak in der Sûre Nisâ in Âyet 48:

Ohne Zweifel vergibt Allâh niemals, dass man IHM etwas beigesellt und vergibt was (an Verfehlungen) geringer ist als dies, wem ER will. Und wer Allâh etwas beigesellt, der hat eine übergroße Verfehlung erlogen.”

 

Für alle “Großen Verfehlungen”, außer Şirk, kann man noch in  dieser Welt Vergebung erlangen - wenn man Tevbe praktiziert und die Verfehlung aufrichtig bedauert. Wenn aber der Muslim sterben sollte, noch bevor er Tevbe machen konnte, gibt es immer noch die Hoffnung, dass er durch die Şefâat und Fürsprache Rasûlullâhs oder eines Velîs Vergebung findet – vorausgesetzt er scheidet mit Îmân von dieser Welt. Wenn dies nicht möglich ist, dann verbringt der Muslim solange in der Strafe der Cehennem bis sein Îmân von allem Schmutz gereinigt ist.

Die “Kleinen Verfehlungen” finden Vergebung durch Tevbe, aber auch durch den Vollzug von A’mâl-i Sâlih und frommen Werken wie dem Hadsch, der Umre, dem Fasten im Monat Ramazan, der Verrichtung des Namaz zu fünf Zeiten am Tag und des Freitagsgebetes und durch das Vermeiden von “Großen Verfehlungen”.  Hierzu heißt es wieder in der Sûre Nisâ in Âyet 31: “Wenn ihr euch vor den großen, euch verbotenen (Verfehlungen) hütet, so werden wir eure kleinen Verfehlungen bedecken und euch durch einen Eingang voller Ehre (in die Cennet) überführen.

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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