Gebetskalender

Sitemap

22. März 2013 / 10. Cemâziyelevvel 1434 - Den Menschen nützlich sein

VIKZ

Verehrte Muslime,

 

unter allen Geschöpfen ist es der Mensch, dem die höchste Würde zukommt. Er besitzt die höchsten Anlagen zu Geist und Tugend. Hazret-i Ali (k.v.) erhellt diesen Wesenszug des Menschen, wenn er sagt „Du meinst, du seist ein kleines, unbedeutendes Wesen. In Wahrheit liegen in dir die (Geheimnisse der) größten Welten verborgen.“ Wo der Einzelne den Bedürfnissen der Gesellschaft dient, wo er Land und Leuten nützt, da verdient er sich Liebe und Anerkennung der Allgemeinheit. Den Grad eines vollkommenen Menschen erwirbt jemand im gleichen Maße, wie er der Gesellschaft von Nutzen ist. Ein guter Mensch, das heißt einer mit hayır, auf dem Segen ruht, ist jemand, der der Allgemeinheit Gutes angedeihen lässt, jemand, der in Not Geratenen zu Wegen und Lösungen verhilft und der aufrichtig bemüht ist, ihren dringendsten Bedürfnissen gerecht zu werden. Ein İnsan-ı Kâmil, ein Mensch, der Vollkommenheit sucht, wird angesichts materieller Probleme weder in seiner Entschiedenheit (irade) noch in seiner Selbstdisziplin (idare) schwanken. Mit seinem Herzen wird er dem Allmächtigen und Einzigen Schöpfer und mit seinem leiblichen Dasein den Menschen zugewandt sein. Denn sein stetes Wirken beruht auf dem Grundsatz eines „Dienstes am Menschen um des Schöpfers willen.“

 

Geschätzte Brüder im Islam,

 

Unter uns gibt es kostbare Personen, die den Vorteil ihrer Glaubensbrüder und -schwestern über den eigenen Vorteil stellen. Ihr Glauben beruht auf dem Grundsatz, „Erst Allah, dann der eigene Leib.“ Denn in ihrem Herzen bewahren sie diesen Hadîs-i Şerîf: „Wer sich der Not eines Glaubensgeschwisters annimmt, dessen Not wird Allah höchst selber sich annehmen. Wer Leid von einem Muslim nimmt, dem wird Allâh höchst selber zum Entgelt am Jüngsten Tag, am Kıyâmet eins seiner Leiden von ihm nehmen.“ 

 

Wer andern dienen und helfen will, muss größte Sammlung walten lassen, das heißt sich zusammennehmen können. Er muss merhamet, Barmherzigkeit üben; er muss tolerant sein, geduldig und standhaft; und sein Verständnis vom Dienst am Menschen muss alle Arten von Mitmenschen einschließen. Peygamber Efendimiz, der Gesandte Allahs (s.a.v.) spricht dazu in einem Hadîs-i Şerîf: „Wer seinem Bruder dient, dem hilft Allah wie einem, der Ihm (selber) dient.“ 

 

Alle Dinge der Welt, liebe Gemeinde, entstehen im Zusammenspiel von Ursache und Wirkung. Sie können nur entstehen, wenn entsprechende Bedingungen und Ursachen gegeben sind. Liebt jemand, wird er geliebt; bereitet er den Menschen Freude, lebt er selbst in Freude. Rasûlullah (s.a.v.) sagt darüber: „Stimmst du das Herz deines Glaubensgeschwisters froh, so zieht das von selbst die mağfiret-i ilahi, die Vergebung Allâhs, nach sich.“

 

Der Dienst am Menschen ist ein Gebot Allâhs und folglich eine ibâdet, eine Form des Gebetes. Andere froh zu machen ist ein Weg die Rızâ-i İlâhi, zu erlangen. Dazu spricht Rasûlullâh (s.a.v.): „Nach den Dingen, die uns zu tun als farz, als Pflicht, geboten wurden, ist die liebenswerteste Art, seinen Glauben zu leben, indem man die Herzen anderer froh stimmt.“ 

 

Die Sonne thront über den Häuptern der Menschen, weil sie ihnen ihr Licht zu Füßen breitet. Wer Dienst an seinem Mitmenschen üben will, muss diesen Dienst seinem Mitmenschen zu Füßen breiten, auf das die Menschen auf Erden und die Melâike, die Engel im Himmel für ihn Duâ machen und ihn vor Allâh preisen.

Zurück

KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

Weiterlesen …