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23. Januar 2015 / 02. Rebîulâhir 1436 - Duâ ist der Kern von Ibâdet

23. Januar 2015 / 02. Rebîulâhir 1436 - Duâ ist der Kern von Ibâdet

Verehrte Muslime,

in meiner Hutbe spreche ich heute über Duâ und ihre Bedeutung für uns Muslime.

Duâ bedeutet tezellül, das heißt sich hilflos und bedürftig vor Allâhü Teâlâ wähnen. Duâ bedeutet Allâh anflehen und um Beistand bitten. Auch bedeutet Duâ sich als Abid, als Knecht des Allmächtigen Schöpfers zu verstehen. Duâ ist eine Sünnet Rasûlullâhs (s.a.v.). Wir Muslime verstehen und glauben an die Macht und die Herrlichkeit von Mevlâ-i Zülcelal, so ist es nur logisch konsequent von Ihm zu erbitten und uns Ihm hinzuwenden, mit dem Wissen, dass wir bedürftig sind und auch schwach. Dies verlangt nunmal der Îmân. Wer keinen Îmân hat der fühlt auch nicht das Bedürfnis Allâh (c.c.) anzuflehen und von Ihm zu erbitten.  

Ein Abid erlangt in dem Maße an Wertigkeit in dem er sich seinem Mevlâ und Allâh hingibt und von Ihm etwas erbittet. Als Gegenleistung erlangt er den Beistand Allâhs. So spricht Cenab-ı Hakk im Kur’ân-ı Kerîm:

“So sprich (Yâ Habibi, o mein geliebter Gesandter)!: "Wäre eure Duâ nicht, weswegen sollte euch Allâh Wert beimessen! Ihr habt geleugnet. So wird sie (die Strafe) nicht von euch weichen."

Im Hadîs-i Şerîf heißt es "Bei Allâh gibt es nichts wertvolleres und angeseheneres als Duâ. In der Tat ist Duâ der Mark der Ibâdet (also der Anbetung Allâhs).” Genauso wie die Knochen auf den Knochenmark und der Körper auf die Knochen angewiesen sind um aufrecht stehen zu können, so kann Ibâdet nur mit Duâ komplett sein, und nicht anders. Deswegen sollte am Ende jeder Ibâdet, jedes Gebetes Duâ als Siegel draufkommen.

Duâ ist die Waffe des Mü’min. Dies ist so in folgendem Hadîs-i Şerîf belegt: "Soll ich sagen was euch vor eurem Feind beschützt und euch viel an Rızık und Unterhalt für das Leben beschert? Machet Duâ an Allâhü Teâlâ, am Tage und in der Nacht. Denn Duâ ist die Waffe des Mü’min (des praktizierenden Muslims)."

Duâ nützt gegen Unheil, auch gegen zukünftiges. Ganz gewiß geschieht dem Menschen Unheil. Der Muslim aber empfängt es mit Duâ und kämpft dagegen an und befreit sich so davon. 

Duâ gibt dem Menschen die Kraft Unheil besser aufzunehmen und wird so zum Grund für die Praxis von Sabr, also Standhaftigkeit.

Duâ hat einige Voraussetzungen auf die man unbedingt achten sollte.

Ganz oben auf der Liste steht die Rechtmäßigkeit der Nahrung, das heißt ob das was wir essen helal ist oder nicht. Hazret-i Sa'd bin Ebî Vakkâs (r.a.) bat Resûlullâh Effendi (s.a.v.) um Duâ damit seine eigenen Duâs bei Allâh Annahme finden. Daraufhin sprach der Gesandte Allâhs:

"Yâ Sa'd, hüte dich vor haram. Denn gelangt etwas was haram ist in den Magen eines Menschen so werden seine Duâs vierzig Tage lang nicht erhört." Duâ ist der Schlüssel um die Bedürfnisse abzudecken und der Bart dieses Schlüssels ist es helal zu essen und sich helal einzukleiden.

Eine andere Voraussetzung für Duâ ist es Tevbe zu machen, also Reue zu praktizieren wegen der eigenen Verfehlungen. Darüber hinaus soll man bei dem weswegen man Duâ macht nicht hasten und auch nicht die Meinung vertreten, eine bestimmte Zeit Duâ müsste ausreichen.

Wenn dem Menschen etwas was er von Allâh erbittet nicht sofort gegeben wird, mag der Grund zum Beispiel darin liegen, dass die richtige Zeit für die Erfüllung der Duâ noch nicht gekommen ist oder dass Cenâb-ı Hakk das Bitten des Menschen so sehr gefällt und deswegen die Annahme verschiebt oder dass in der Weisheit Cenâb-ı Hakks ein anderer Grund verborgen liegt, das noch nicht bereit ist ans Tageslicht zu gelangen. Dem Menschen ziemt es sich im Allgemeinen in seiner Duâ beständig zu sein, seine Konstanz nicht zu verlieren und weiter das Verhältnis zu Allâh zu pflegen. Wenn jemandem seine Duâ auf dieser Welt nicht vergolten werden sollte, wird er die Belohnung dessen in der Âhiret bekommen. Für die Annahme von Duâ ist es geboten nach wertvollen Zeiten und wervollen Orten Ausschau zu halten.  

Dass eine Duâ nicht unbeachtet bleibt und Menschen die wegen ihres Hochmuts sich von Duâ fernhalten, ihre Bestrafung bekommen werden, kündet Cenab-ı Hakk in dieser Âyet-i Kerîme:

Euer Rabb und Allâh hat dies gesprochen: "Machet Duâ an mich, so dass ich auf eure Duâ antworten kann. Und jene die wegen ihrer Arroganz sich ziemen mir Abid zu sein werden gedemütigt in die Cehennem eintreten."

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KRM - Pressemitteilungen

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit aller Kraft befördern

Vertreterinnen und Vertreter der EKD und des KRM trafen sich zu Konsultationen in Wittenberg
Köln, 05.07.2017: Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrates der Muslime (KRM) haben sich am Dienstag (4. Juli) zu ihren jährlichen Konsultationen erstmals in Wittenberg getroffen. Der Ort wurde im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auch als gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religionen gewählt. Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete den Religionsdialog mit dem Islam als wichtigen Teil einer „Lerngeschichte der Reformation“, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahm. „Freiheit bedeute immer auch die Freiheit der Andersglaubenden“, so Bedford-Strohm. Es gehöre zu den christlichen Einsichten, dieses Ja zur religiösen Vielfalt auch klar auszusprechen und zu vertreten. Der Sprecher des KRM, Aiman Mazyek, bedankte sich für die Einladung und gratulierte zum Jubiläum. „Eine solche Begegnung von christlichen und muslimischen Repräsentanten wäre vor 500 Jahren an diesem Ort noch unvorstellbar gewesen“, erinnerte Mazyek.

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